Der Experte warnt seit Jahren vor der Übermacht der großen Tech-Konzerne wie Meta, Alphabet, Apple und Microsoft. ((Bildquelle: Getty Images/iStock/Getty Images Plus))
Der Textroboter ChatGPT und vergleichbare Künstliche-Intelligenz-Anwendungen (KI) würden derzeit durch die Nutzung der Anwenderinnen und Anwender immer mehr Informationen erfahren, was letztlich allein den großen Tech-Konzernen zugute komme, sagte Berners-Lee am Donnerstag zum Auftakt der Entwicklerkonferenz WeAreDevelopers in Berlin.
Berners-Lee setzte sich vor mehreren tausend Entwicklern für einen persönlichen Assistenten im Stil von ChatGPT ein, der aber nicht das Sprachmodell der großen Tech-Player noch mächtiger mache. Er stelle sich einen Dienst vor, den er Charlie nenne: „Charlie ist eine künstliche Intelligenz, die nur für mich arbeitet.“
Im Gegensatz zu existierenden virtuellen Helfern wie der Assistant von Google, Alexa von Amazon oder Siri von Apple wäre der persönliche Chatbot Charlie nicht mit Big Tech verknüft. Er würde lediglich für seine Nutzerinnen und Nutzer wie ein Arzt oder ein Anwalt sein, sagte Berners-Lee. In diesem Szenario könne man der KI auch unbesorgt persönliche Daten wie Fitnesswerte von einer Smartwatch anvertrauen. Gleichzeitig sollte Charlie Zugang zu öffentlichen Sprachmodellen wie ChatGPT haben.
Der britische Informatiker hatte 1989 am europäischen Kernforschungszentrum Cern in Genf das Konzept von anklickbaren Hyerlinks erfunden. Später entwickelte er die technischen Grundlagen des Web, darunter die Seitenbeschreibungssprache HTML und das Transferprotokoll HTTP.
Berners-Lee warnt seit Jahren vor der Übermacht von Konzernen wie Meta und Google, die Datensilos geschaffen hätten, um ihre Vormachtstellung zu zementieren. Er ist Mitbegründer des Start-ups Inrupt, das Webnutzern ein einziges Login für verschiedene Websites bieten will. Auch in diesem Kontext machte sich der Wissenschaftler für die Nutzung von persönlichen Daten-Containern stark.
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten