Nachgefragt bei Kay Ohse, Polycom

Trend zu "Bring your own device"

Interview mit Kay Ohse, Area Sales Vice President Central EMEA bei Polycom

Kay Ohse, Polycom

Kay Ohse, Area Sales Vice President Central EMEA bei Polycom

IT-DIRECTOR: Herr Ohse, wie wird in Großunternehmen künftig ein moderner Arbeitsplatz für sogenannte „Wissensarbeiter“ aussehen?
K. Ohse:
Der Trend geht hin zu immer mehr Mobilität: Die „Wissensarbeiter“ von morgen werden räumlich und zeitlich nicht mehr an ihren Arbeitsplatz im Büro gebunden sein. Sie werden flexibel und mobil überall arbeiten, ob von zu Hause aus oder unterwegs. Dabei werden sie zunehmend ihre eigenen Geräte benutzen und soziale Netzwerke in ihre Arbeit integrieren.

IT-DIRECTOR: Welche Technologien werden dabei vorrangig zum Einsatz kommen?
K. Ohse:
Angesichts der steigenden Mobilität ist es für Unternehmen wichtiger denn je, mit ihren Arbeitnehmern von überall und jederzeit effektiv zusammenzuarbeiten. Wie unsere Umfrage zeigt, spielt Video-Kollaboration hierbei eine wichtige Rolle. Gerade für kleinere und mittlere Unternehmen ist das zunehmende Angebot an „Video as a Service (VaaS)“ aus der Cloud interessant, da hohe Anschaffungskosten wegfallen. Um bestehende Systeme mit mobilen Lösungen und Pay-as-you-use-Services zu kombinieren, sind offene Standards und Kompatibilität gefragt, um so alle Kommunikationssysteme im Unternehmen zu verbinden.

IT-DIRECTOR: Welche Gefahren birgt der moderne Arbeitsplatz für die Compliance und IT-Sicherheit eines Unternehmens?
K. Ohse:
Der Trend hin zu mehr Mobilität und Bring your own Device, die wachsende Bedeutung der Cloud sowie die Integration sozialer Netzwerke stellen eine große Herausforderung für die IT-Sicherheit von Organisationen dar. Sie müssen mit Risiken wie Datenverlust, dem Eindringen Unbefugter in die Netzwerke, Datenschutzproblemen und Nicht-Einhaltung der Compliance-Vorgaben umgehen. Daher ist es extrem wichtig, den Zugriff auf das Netzwerk von inner- und außerhalb streng zu sichern und eine effektive Sicherheitsstrategie zur Kontrolle von Geräten, Nutzern und Anwendungen zu erstellen.

IT-DIRECTOR: Mit der Konzeption eines modernen, ortsunabhängigen Arbeitsplatzes geht oftmals die ständige Erreichbarkeit der Mitarbeiter einher. Welche organisatorischen Risiken sind damit in der Regel verbunden?
K. Ohse:
Die Herausforderung für Unternehmen ist es, die passende Infrastruktur zu schaffen, damit die Mitarbeiter im Büro mit den mobilen Arbeitnehmern effektiv zusammenarbeiten können. Internetverfügbarkeit, die passenden Geräte, Kollaborationsprogramme mit einfacher Bedienung und Serverzugriff müssen gewährleistet sein. Über die Hälfte unserer Kommunikation ist visuell – Video-Kollaboration bezieht diesen Aspekt mit ein und ist daher eine gute Möglichkeit für Arbeitnehmer von überall her, um sich auszutauschen. Um verschiedene mobile und bestehende Systeme zu verbinden, sind Interoperabilität und offene Standards gefragt.

IT-DIRECTOR: Inwieweit kann sich das „Always on“ negativ auf die Gesundheit, Motivation oder Zusammenarbeit der Mitarbeiter auswirken?
K. Ohse:
Unsere Umfrage hat gezeigt, dass flexible Arbeitsmodelle die Motivation, die Zufriedenheit und die Produktivität der Mitarbeiter erhöhen. Zudem wirkt sich flexibles Arbeiten positiv auf die Work-Life-Balance aus, da lange Fahrzeiten wegfallen und mehr Zeit für private Aktivitäten bleibt. Das Unternehmen muss entsprechend die Zusammenarbeit der Mitarbeiter über andere Wege ermöglichen und organisieren.

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