Jährlicher E-Commerce-Index

Trends im Mobile und Social Shopping

Zwar ist der Onlinehandel weltweit ein äußerst erfolgreiches Konzept, doch nicht überall werden seine Möglichkeiten gleichermaßen genutzt. Der jährliche E-Commerce-­Index zeigt, wo sich Trends wie Mobile und Social Shopping besonders gut durchsetzen und welche Payment-Methoden in einzelnen Regionen beliebt sind. Generell haben vor allem Großbritannien und die USA hier die Nase vorn.

Pferderennen, Bildquelle: Thinkstock/Stockbyte

Wer hängt den Rest ab? Generell haben vor allem Großbritannien und die USA im E-Commerce-Bereich die Nase vorn.

In Europa und den USA kauft mittlerweile rund jeder zweite Bürger online ein. Genauer gesagt nutzen 45 Prozent der Europäer und 55 Prozent der Amerikaner das Internet als Einkaufskanal – Tendenz steigend. Dabei ist insbesondere Zentraleuropa Umsatztreiber: Allein in Deutschland, Großbritannien und Frankreich wird online so viel eingekauft, dass etwa 80 Prozent des gesamteuropäischen E-Commerce-Umsatzes auf diese drei Länder entfallen. Aber auch in den USA, wo der Gesamtumsatz nicht zuletzt wegen der Größe des Marktes am höchsten ausfällt, wächst die Branche kontinuierlich weiter. Während im Jahr 2013 in den USA noch rund 260 Mrd. US-Dollar umgesetzt wurden, werden es 2017 bereits 435 Mrd. US-Dollar sein. So berechnet es das Marktforschungsinstitut eMarketer. Der Onlinemarktplatz Rakuten, der Händler in zwölf Ländern beim Vertrieb ihrer Produkte unterstützt, gibt mittels seines jährlich durchgeführten E-Commerce-Index weitere Einblicke in die regionalen Unterschiede des Onlinegeschäfts.

Wer gibt online am meisten Geld aus?

Die höchsten Pro-Kopf-Ausgaben im europäischen Vergleich erreicht Großbritannien mit umgerechnet 1.120 Euro pro Person pro Jahr. Dort wurden in der Summe im Jahr 2013 gut 46 Mrd. Euro Umsatz erzielt, was den britischen Onlinehandelsplatz zum größten in Europa macht. Nur in den USA wird dieser Wert noch übertroffen – dort kaufen Verbraucher im Jahr für umgerechnet 1.170 Euro online ein. Während in Deutschland pro Jahr und pro Einkäufer rund 950 Euro ausgegeben werden, zeigt sich Frankreich dagegen mit 800 Euro vergleichsweise sparsam. Dennoch liegen alle hier angeführten Länder noch über dem europäischen Durchschnitt von knapp 770 Euro. In Spanien und Italien beispielsweise belaufen sich Pro-Kopf-Ausgaben im E-Commerce auf „nur“ 465 Euro bzw. 450 Euro.

Die Deutschen sind sich einig bei der Entscheidung, wo sie ihre Einkäufe am liebsten tätigen: 46 Prozent bevorzugen den klassischen Einkauf im Ladengeschäft. Jeder Dritte macht hierzulande die Entscheidung von der jeweiligen Situation abhängig. Lediglich 8,4 Prozent geben an, bei einem Einkauf im Internet sei die Einkaufserfahrung besser als beim Ladenkauf. Die Briten scheinen dazu eine sehr ausgewogene Meinung zu haben: 23 Prozent kaufen bevorzugt online ein, 26 Prozent lieber offline. Gemessen an der Einkaufserfahrung favorisieren 20 Prozent keine der beiden Einkaufsmöglichkeiten.

Social Shopping liegt im Trend

Im weltweiten Durchschnitt empfehlen 45 Prozent der Käufer Produkte über ihre sozialen Onlinenetzwerke. Etwas zurückhaltender sind dabei deutsche und französische Verbraucher. Während hierzulande nur 24,5 Prozent mit Freunden oder Bekannten Produkte über Facebook & Co. teilen – in Frankreich sind es 22,4 Prozent –, so empfiehlt nahezu jeder Dritte Brite und Amerikaner Gesehenes und Gekauftes auf sozialen Plattformen weiter. Dieser Trend scheint sich in Japan hingegen kaum durchgesetzt zu haben. Hier nutzen nur 7,7 Prozent diese Möglichkeit.

Der Trend zum Mobile Shopping entwickelt sich dagegen länderübergreifend noch eher zögerlich. In Deutschland nutzen bisher nur 5,8 Prozent ihr Mobilgerät zum Einkaufen. Frankreich liegt auch hier mit 3,6 Prozent wieder hinter Deutschland. In Japan tätigen immerhin bereits 8,6 Prozent der Verbraucher Einkäufe über mobile Endgeräte wie Smartphone oder Tablet. Spitzenreiter sind aber auch bei dieser Entwicklung wieder Großbritannien und die USA mit 11,7 und 10,1 Prozent.

Internationale Unterschiede im E-Commerce zeigen sich nicht nur in der Höhe der ausgegebenen Summen, der Größe des Warenkorbes, der Beliebtheit des Onlinehandels oder den Trends, die sich je nach Land besser oder schlechter durchsetzen, sondern auch in der bevorzugten Bezahlmethode. Während in Großbritannien, USA und Frankreich die Kreditkarte beliebtestes Zahlungsmittel ist, favorisieren die vorsichtigen Deutschen eine Bezahlung auf Rechnung oder Nachnahme.

In Japan erfreut sich unterdessen eine neue Bezahlmethode wachsender Beliebtheit. Konbini – so nennt sich der Bezahlweg – setzt sich sprachlich zusammen aus der japanischen Übersetzung von „Convenience Stores“ und funktioniert folgendermaßen: Kunden bestellen online ein Produkt, drucken den Beleg aus und bezahlen beispielsweise im Supermarkt um die Ecke in bar oder mit Karte. Auch in Deutschland ist diese Payment-Methode z.B. in einigen Drogeriemarktfilialen möglich, ist aber wohl wegen der noch geringen Zahl von Anbietern vergleichsweise unbekannt.

Kaum Unterschiede lassen sich bei der Popularität bestimmter Warengruppen feststellen. Die meisten Bestellungen werden in den Produktbereichen Kleidung und Schmuck, Bücher und CDs/DVDs getätigt. Während in Deutschland und den USA hauptsächlich Bücher online gekauft werden, sind es in Großbritannien vornehmlich CDs und DVDs. Die Franzosen bestellen über das Internet am liebsten Kleidung. Nur Japan fällt hier aus der Reihe: Dort sind Lebensmittel die beliebteste Warengruppe im E-Commerce.

Dass der Markt für Onlinehandel weltweit wächst, lässt sich als Phänomen beinah allgegenwärtig be­obachten. Die Durchsetzungsfähigkeit jeweiliger Trends in den einzelnen Ländern in Bezug auf das Gerät, mit dem ein Warenkorb gefüllt wird, welche Produkte überhaupt darin landen, wie am Ende bezahlt wird und ob soziale Netzwerke als Plattform für den Austausch über gesehene und gekaufte Produkte genutzt werden, ist am Ende von kulturellen Unterschieden abhängig, die auch in Zukunft die Nutzung des E-Commerce je nach Region beeinflussen werden.

Bildquelle: Thinkstock/Stockbyte

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