Aroosh Thillainathan: „HPC wirtschaftlich zu nutzen, bedeutet, die Technologie in erster Linie energieeffizient zu nutzen.“
ITD: Herr Thillainathan, wie sind Sie zum High Performance Computing gekommen?
Aroosh Thillainathan: Das ist ungefähr acht Jahre her. Damals waren wir noch ein kleines Team und haben begonnen, uns mit Bitcoin zu beschäftigen. So lernten wir gleich in der Praxis, welche Herausforderungen sich stellen, wenn man große Mengen an Daten in kurzer Zeit verarbeiten will. Zur weiteren Optimierung haben wir eine eigene Künstliche Intelligenz auf Basis einer Management-Software entwickelt. Dabei wurde uns schnell klar, welches Potenzial in HPC und unserem Know-how steckt, das wir in diesen Jahren – vieles davon durch Trial and Error – gesammelt haben.
ITD: HPC bedient heute weit mehr als die Bedürfnisse von Forschungseinrichtungen und großen Bitcoin-Minern. Wo entsteht die Nachfrage für die HPC-Infrastruktur?
Thillainathan: HPC wird von jeher wissenschaftlich genutzt, beispielsweise bei der Simulation von klimatischen Veränderungen. Die erste große kommerzielle Anwendung war Bitcoin-Mining, denn auch hier geht es um eine sehr hohe Rechenleistung, die in kurzer Zeit erbracht wird. Die Nachfrage aus der Industrie wächst stetig über alle Branchen. HPC ist sozusagen ein neues Tool, oder besser: es ermöglicht neue Tools. Nehmen Sie nur das Beispiel Rendering.
ITD: HPC-Rechenzentren verbrauchen ein Mehrfaches an Strom gegenüber herkömmlichen Rechenzentren. Wie energieeffizient ist Ihre HPC-Infrastruktur?
Thillainathan: Mit unserer bereits erwähnten eigenen KI steuern, überwachen und warten wir die Hardware von der Installation über den gesamten Betriebs-Lifecycle. Mit ihrer Hilfe sind wir im Rechenzentrum zu jedem Zeitpunkt über den technischen Zustand jedes Servers informiert und regeln jeden einzelnen am Leistungsoptimum. Durch die Verbindung dieser KI mit einem von uns entwickelten System, das die Abwärme leitet, sowie einer passiven Kühlung erreichen wir eine sehr hohe Effizienz des Energieeinsatzes. Weit über 90 Prozent der Energie fließen in die reine Rechenleistung.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 3/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
ITD: Worauf sollte man als Kunde achten, um HPC möglichst wirtschaftlich zu nutzen?
Thillainathan: HPC wirtschaftlich zu nutzen, bedeutet, es in erster Linie energieeffizient zu nutzen. Gerade weil HPC auf so vielen Feldern Anwendung finden kann, aber je nachdem auch spezielle Voraussetzungen gegeben sein müssen, ist die Klarheit über das eigene Anforderungsprofil essenziell. Danach richtet sich schon die Auswahl der Server, die wir auf die jeweilige Aufgabe ausgerichtet für unsere Kunden spezifisch anfertigen lassen können. Unsere Server-Architektur ist, was ihre Rechenleistung in Bezug auf den Energiebedarf betrifft, bis zu 30 Prozent effizienter als vergleichbare Systeme. Daneben spielt letztlich dann auch der Standort eine Rolle. Da unsere Standorte weltweit verteilt sind, können wir unseren Kunden Wahlmöglichkeiten im Hinblick auf Faktoren wie Redundanz, Latenz oder die Anbindung ans Netz geben. Dadurch bekommen sie in jeder Hinsicht genau die Leistung, die sie brauchen, und auch nur die müssen sie dann letztendlich bezahlen. So erreichen unsere Kunden maximale Wirtschaftlichkeit.
Bildquelle: Northern Data