Fachkräftenachfrage sinkt

Unternehmen schreiben deutlich weniger Stellen aus

Die Fachkräftenachfrage gleicht weiterhin einer Berg- und Talfahrt. Nach dem Aufwärtstrend der letzten beiden Quartale verzeichnet der Index nun einen signifikanten Nachfragerückgang.

Weniger Stellenausschreibungen im 2. Quartal 2024

Die Entwicklung der Fachkräftenachfrage gleicht weiterhin einer Berg- und Talfahrt. Nach dem Aufwärtstrend der letzten beiden Quartale verzeichnet der Index im zweiten Jahresviertel 2024 nun einen signifikanten Nachfragerückgang, und das über alle Berufsgruppen hinweg. Mit einer Reduktion von 52 Prozentpunkten  auf 108 Prozent unterschreitet der Hays Fachkräfte-Index sogar den Tiefstwert aus dem Vorjahr (Q3/2023: 109 P) und fällt auf den niedrigsten Wert seit Q3/2021. Nachdem die Fachkräftenachfrage in den letzten beiden Quartalen unbeeinflusst von einer unsicheren Wirtschaftslage schien, wirkt sich die wirtschaftliche Stagnation nun als deutlicher Faktor auf die Rekrutierung aus.

Weniger IT-Stellengesuche: Signifikanter Rückgang bei IT-Security Experten

Für die begehrten IT-Fachkräfte markiert das zweite Jahresviertel eine erneute Zäsur: Nach Q3/2023 unterschreitet die Zahl der Stellenausschreibungen wieder die Marke von 100.000 gesuchten Positionen und fällt positionsübergreifend um 53 Prozentpunkte auf 120 Prozent. Besonders erstaunlich, angesichts der anstehenden EU-Regularien, ist die Nachfrageentwicklung bei den IT-Security Experten. Während diese im Vorquartal den deutlichsten Anstieg verzeichneten, weist diese Berufsgruppe nun mit - 119 Prozentpunkten wiederum den stärksten Nachfragerückgang aus.

Trotz dieser Schwankungen befindet sich das Suchvolumen mit 525 Prozent weiterhin auf einem enorm hohen Niveau. Merklich gesunken sind auch die Stellengesuche für Entwickler Embedded Services (- 84 PP), IT-Supporter (- 67 PP) und IT-Architekten (- 64 PP). Andreas Sauer, Bereichsleiter Technology bei Hays zur aktuellen Entwicklung: „Viele Unternehmen haben auf die anhaltend herausfordernde wirtschaftliche Situation mit Umstrukturierungen und Sparmaßnahmen reagiert, denen auch neu geplante Stellen zum Opfer gefallen sind.“

Stellengesuche für Ingenieure fallen auf Dreijahrestief 

Mit einer Reduzierung von 47 Prozentpunkten auf 79 Prozent sinkt der Bedarf an Ingenieuren positionsübergreifend auf den niedrigsten Wert seit Q3/2021. Stellenspezifisch schrumpft bei den zahlenmäßig stark vertretenen Berufsgruppen die Nachfrage nach Projektingenieuren mit - 65 Prozentpunkten überdurchschnittlich stark, bei den Elektro- und Bauingenieuren liegt sie leicht über (- 49 PP) bzw. unter dem Mittelwert (- 43 PP). Lediglich geringe Minuswerte erfahren die Chemieingenieure (- 11 PP) sowie die Maschinen-/Anlagenbauingenieure (- 16 PP).

„Der Rückgang der Nachfrage nach Ingenieuren hat verschiedene Ursachen. Ein wesentlicher Faktor ist die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit, die zu einer Verringerung der Investitionen in neue Projekte führt. Insbesondere der klassische Automotive Sektor befand sich in den letzten Monaten stark im Abbaumodus,“ sagt René Gruner, Bereichsleiter Digital Technology and Engineering bei Hays.

Sales & Marketing: Nachfrage nach Digital Marketing-Stellen deutlich rückläufig

Auch bei der zweitgrößten Berufsgruppe, den Sales- und Marketing-Spezialisten zeigen sich die Unternehmen verhaltener als zuletzt, übergreifend sinkt die Nachfrage um 52 Prozentpunkte auf 81 Prozent. Eine deutlich reduzierte Anzahl an Stellengesuchen verzeichnen die im Vorquartal stark nachgefragten Digital Marketing-Experten. So sinkt die Nachfrage bei den Social Media-Managern um ganze 227 Prozentpunkte und den Content-Managern um 170 Prozentpunkte (bei einer vergleichsweise geringen Anzahl an absoluten Stellengesuchen).

Gleichzeitig verrät der Blick auf die Prozentwerte (630 P bzw. 386 P), dass bei diesen Positionen in den letzten drei Jahren eine enorme Steigerung des Suchvolumens verzeichnet wurde. Die mit Blick auf absolute Zahlen großen Berufsgruppen wie Vertriebsmitarbeiter (- 47 PP), Vertriebs-/ und Sales Manager (- 48 PP) sowie Key Account Manager (- 36 P) weisen hingegen unterdurchschnittliche Rückgänge in der Nachfrage auf.

Über den Hays Fachkräfte-Index

Der Hays-Fachkräfte-Index basiert auf einer quartalsweisen Auswertung der index Internet und Mediaforschung GmbH für Hays. Einbezogen werden Stellenanzeigen der meistfrequentierten Online-Jobbörsen, von Tageszeitungen sowie dem Business-Netzwerk Xing. Der Fachkräfte-Index zeigt die prozentuale Veränderung zum Ausgangswert vom 1. Quartal 2015 an. Sämtliche Positionsbezeichnungen gelten grundsätzlich für alle Geschlechter.

Bild: Louis / Pixabay

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