UC-Technologie: Kommentar von Dr. Michael Knieling, Snom

Verbreitung IP-basierter Lösungen

Kommentar von Dr. Michael Knieling, Vorstand der Snom Technology AG, über Unified Communications, Interoperabilität und Sicherheit

Dr. Michael Knieling, Snom

Dr. Michael Knieling, Snom: "Sicherheit spielt in der Telekommunikation seit jeher eine wichtige Rolle, erscheint aber im Kontext des NSA-Skandals so aktuell wie lange nicht."

Im Jahr 2012 ist die Zahl der IP-basierten Anlagenanschlüsse weltweit um elf Prozent gestiegen. Das Wachstum IP-basierter Teilnehmeranschlüsse lag bei ca. zwölf Prozent. Doch wird sich dieser Trend weiter fortsetzen? Selbst wenn sich das Wachstum abschwächen sollte, rechnet das Beratungshaus Frost & Sullivan damit, dass der Gesamtmarkt bis 2018 auf mehr als 34 Millionen Geräte pro Jahr zulegt.

Für die zunehmende Verbreitung IP-basierter Lösungen gibt es zwei wesentliche Treiber: die inzwischen hochfunktionalen Lösungen auf Basis offener Standards sowie Unified Communications. Denn immer mehr Unternehmen berücksichtigen UC-Technologie bei Neuinvestitionen. In erster Linie verbessern diese die Zusammenarbeit, ermöglichen eine bessere Strukturierung der Geschäftsabläufe und erlauben eine effiziente Einbindung mobiler und dezentral tätiger Mitarbeiter.

Vor diesem Hintergrund steht man in der Telekommunikation generell vor einer großen Herausforderung: Es muss gelingen, Interoperabilität zwischen den Lösungen verschiedener Anbieter zu schaffen. Denn im Gegensatz zur klassischen Telefonie mit weitestgehend geschlossenen Lösungen wird der Markt heute von Netzwerkkomponenten- und Software-Anbietern getrieben, auf deren Produktbasis sich maßgeschneiderte Kommunikationslösungen bei Kunden, in der Cloud oder bei Providern implementieren lassen. Der noch relativ junge, offene Standard-SIP mit seinen unterschiedlichsten Interpretationsmöglichkeiten macht es jedoch schwer, interoperable Lösungen anzubieten. Allerdings haben viele Anbieter inzwischen erkannt, wie wichtig Interoperabilität ist – und entsprechende Investitionen getätigt. Dennoch besteht noch erheblicher Handlungsbedarf, um in Zukunft gemeinsame Standards wirksam umzusetzen.

Nicht zuletzt spielt die Sicherheit in der TK-Branche seit jeher eine wichtige Rolle, erscheint aber im Kontext des NSA-Skandals so aktuell wie lange nicht. Kaum ein Land hat ähnlich strenge Datenschutzbestimmungen wie Deutschland. Doch selbst diese Gesetze sind keine Garantie dafür, dass man sensibel mit unseren Daten umgeht. Dabei ist Sicherheit das Thema, bei dem sich europäische Anbieter nachhaltig vom Wettbewerb absetzen können – und sollten. Auch abseits aktueller politischer Themen gibt es praktische Fragen, denen sich Unternehmen widmen sollten. Wie etwa ist die effiziente Administration großer Installationen einfach und sicher zu bewerkstelligen? Firmen sollten dafür sorgen, dass ihre Devices weltweit immer auf demselben technischen wie funktionalen Stand sind – und zwar auch dann, wenn man sie in der Cloud betreibt. Darum gilt es, die Entwicklung beim Auto-Provisioning und bei der Fernwartung weiter voranzutreiben.

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