Scheiternde IT-Projekte

Verschollen im Bermuda-Dreieck

Wenn Projekte wie eine Bleiente schwimmen - dann fehlten entweder die ganzheitliche Sicht oder ausreichende Ressourcen.

Projekte können scheitern und in der IT erzeugen Fehlschläge oft Abschreibungen in Millionenhöhe. So etwas passiert nicht gerade selten: Von geschäftskritischen IT-Projekten misslingt jedes Sechste, hat die jüngste IT-Planning-Studie 2013 des Dienstleisters Alfabet ergeben.

Die Studie unter IT-Entscheidern in Großunternehmen in DACH, UK und Nordamerika ergab, dass IT Projekte vor allem dann scheitern, wenn isolierte, divergente Entscheidungen getroffen werden. Das Fehlen einer ganzheitlichen Sicht auf alle – auch von der IT losgelösten Prozesse – ist nach Aussage der befragten IT-Entscheider in einer hohen Anzahl der Fälle ursächlich für das Platzen von IT-Großprojekten.

“Die Studie bestätigt unsere Erfahrungen“, sagt Erik Masing, CEO und Mitgründer von alfabet. “Projekte können sehr leicht scheitern, weil die Abhängigkeiten zwischen den verschiedenen Portfolios oft erst gesehen werden, wenn ein Konflikt auftritt. Hinzu kommt, dass die Voraussetzungen wie verfügbares Budget, vorhandene Technologien oder gesetzliche Regularien am Anfang eines 180-tägigen Planungsprozesses häufig andere sind, als in der Mitte oder am Ende.”

Während die Alfabet-Studie in erster Linie auf angelaufene Projekte konzentriert, erweitert die Studie des des Beratungshauses Compris die Perspektive in die Konzeptionsphase von Projekten. Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt missraten viele Projekte. Compris hat dazu 392 Systemhäuser und Reseller befragt.

Die Researcher wollten wissen, aufgrund welcher Ursachen IT-Investitionen bereits in der Konzeptionsphase gestopppt werden. Solche scheiternden Projekte sind zwar aus Sicht eines Unternehmens “gerade noch mal gut gegangen”, doch für die ausführenden IT-Dienstleister ist durch Vorleistungen bereits ein Schaden entstanden.

Über die Hälfte der Befragten (54%) gibt an, dass den hohen Erwartungen an die Leistungsfähigkeit der IT-Lösung zu geringe IT-Budgets gegenüber stehen. Deshalb werden die Projekte dann nicht mehr weiter verfolgt. Weitere Gründe sind  Personalmangel und fehlenden Ressourcen, zu lange Projektlaufzeiten und mangelnde Planung.

Dahinter stecken oft Kommunikationsprobleme: Obwohl IT inzwischen für den Geschäftsgang praktisch aller größeren Unternehmen essentiell wichtig ist, wird die strategische Bedeutung von IT-Projekten oft nicht erkannt. Das ist sicher eine Bringschuld von Systemhäusern und IT-Dienstleistern, die nach Ansicht der Autoren der Studie vermehrt eine ganzheitliche Beratung anbieten sollten.

Bildquelle: joakant / pixelio.de

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