Tech-Markt

Vertikale Integration Supply-Chain-basierter Prozesse in den Shopfloor

Supply Chains wurden traditionell horizontal betrachtet, entlang der Prozessketten Einkauf-Produktion-Logistik. In Zeiten anfälliger und unsicherer Lieferketten reicht das nicht mehr aus.

Lagerarbeiter

Durch vernetzte Maschinen auf dem Shopfloor wird die Umsetzung eines Capital-to-Match-Plans überhaupt erst ermöglicht.

Supply-Chain-Management-Prozesse (SCM) müssen heute vertikal bis hinunter in den Shopfloor reichen und dort Planungs- und Steuerungselemente integrieren. Nur so lassen sich unvorhersehbare Änderungen im Ökosystem – auf der Kunden- und Lieferantenseite – flexibel und schnell in der Produktion widerspiegeln.

Bedarfe und Kapazitäten aufeinander abstimmen

Es führt also ein direkter Weg von der Finanz- und Grobplanung zum rollierenden Produktionsplan, der einen Haushalt von drei bis vier Tagen für die Produktion fixiert. Permanente Feedback-Schleifen zwischen Beschaffung und Produktion und eine agile Gestaltung von Informationsflüssen stellen sicher, dass die zur Erfüllung der Kundenbedarfe erforderlichen Ressourcen verfügbar sind bzw. entsprechend umgeplant werden kann, sobald dies nicht der Fall ist.

Künftige IT-Landschaften in der Produktion müssen aus diesem Grund aus integrativen, vernetzten Systemen bestehen. Produktionseinheiten und IT-Systeme kommunizieren über Echtzeitdaten miteinander. So entsteht ein kontinuierlicher Dataflow, aus dem heraus sich geschäftskritische Informationen generieren lassen. Proaktive Produktionssteuerung bei gleichzeitiger Überwachung der Produktionsaktivitäten versetzt Unternehmen in die Lage, schneller reagieren zu können.

Zukunftsweisende Anforderungen an Systeme im Shopfloor

Planungs- und Steuerungsfunktionen gewinnen damit an Bedeutung. Eine finite Planung im Shopfloor orientiert sich an den verfügbaren Ressourcen. Zwischen ihnen und dem Bedarf der Supply Chain gibt es dann eine permanente Rückkopplung, die die Umsetzung eines Capital-to-Match-Plans erst ermöglicht. Vernetzte Maschinen auf dem Shopfloor, die ihre Daten in Echtzeit an IT-Systeme weitergeben, sind dafür die Voraussetzung. In den IT-Systemen wiederum sind eigenständige Prozess- und Steuerungsebenen zur Ansteuerung der Maschinen im Shopfloor mittlerweile Standard. Und davon abgeleitet auch ausgeprägte Überwachungsfunktionen, um eine mittlerweile mehr oder weniger autonom agierende Produktion zu überwachen. So entsteht ein Konglomerat selbststeuernder Regelkreise.

Anforderungen an SAP-basierte Systeme

Nach Einschätzung der DSAG bedarf es eines ganzheitlichen End-to-End-Ansatzes zwischen allen IT-Systemen auf dem Shopfloor: der MES-Lösung Digital Manufacturing Cloud (SAP DMC), SAP Integrated Business Planning und weiter bis zum SAP Enterprise Warehouse Management. Schlüsselfaktor ist dabei eine flexible Ausgestaltung zwischen Offline-Fähigkeit und On-Premise-Betrieb. Benötigt werden vordefinierte Branchenpakete für die Prozess- und die diskrete Industrie. Anpassungszeit und Erweiterbarkeit sind ebenso wichtig, denn keine Produktion, kein Logistiknetzwerk von einem Unternehmen gleicht dem anderen. Außerdem eine ausgeprägte Integration in die überlagerten Planungs- von Steuerungssysteme für die Kapazitäts- und Personalplanung.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 9/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Darüber hinaus sollte auch der Software- auf den Hardware-Lifecycle angepasst werden. In den Unternehmen werden Maschinen und Anlagen heute 20 Jahre und länger betrieben. Software-Lebenszyklen hingegen sind deutlich kürzer und so funktionieren neue Anwendungen auf alter Hardware oft nicht mehr. Hier muss SAP die erforderlichen Hilfeleistungen für eine smarte Migration auf Nachfolgelösungen erbringen. Sonst kommen produzierende Betriebe nicht ohne Show-Stopper von alt nach neu.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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