Ein Warehouse-Management-System (WMS) ermöglicht die effiziente Steuerung, Planung und Optimierung aller intralogistischen Prozesse.
Eine Vielzahl von IT-Systemen unterstützt die Unternehmen dabei, wettbewerbsfähig zu bleiben und den steigenden Anforderungen in den einzelnen Geschäftsbereichen, wie der Lagerlogistik, gerecht zu werden. Ein sogenanntes Warehouse-Management-System (WMS) ermöglicht die effiziente und umfassende Steuerung, Planung und Optimierung der intralogistischen Prozesse.
Die Auswahl des richtigen Systems gestaltet sich meist schwierig, was nicht zuletzt auf einen unübersichtlichen WMS-Anbietermarkt sowie auf eine Vielzahl von Funktionalitäten zurückzuführen ist. Nicht jedes WMS eignet sich auch für jedes Lager. Lagerbetreiber stehen bei der Auswahl eines geeigneten Systems vor einer großen Herausforderung, denn die Einführung ist ein anspruchsvolles und komplexes Vorhaben. Umso wichtiger ist die vorausgehende Planung, um das richtige WMS auszuwählen und ein erfolgreiches Go-Live im späteren Projektverlauf zu ermöglichen.
Um eine Auswahl an geeigneten Anbietern treffen zu können, müssen Lagerbetreiber sich zunächst bewusst sein, welche funktionalen und non-funktionalen Anforderungen für die Lagerstandorte benötigt werden. Diese sollten in Form eines Lastenheftes textuell und als Ablaufdiagramme dokumentiert werden. Um Unternehmen bei der Suche nach einem geeigneten WMS zu unterstützen, hat das „Team warehouse logistics“ des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML die Anwendung „WMS Online Auswahl“ eingerichtet. Der Service ermöglicht ein strukturiertes Benchmarking und unterstützt dabei, aus einer Datenbank von rund 90 Systemen, das für das jeweilige Lager geeignete WMS herauszusuchen. Dabei wird eine Liste mit Softwaresystemen, basierend auf den von den Lagerbetreibern ausgewählten und gewichteten Kriterien, zur Verfügung gestellt. Eine perfekte Basis für die Abbildung der Anforderungen des Lagerbetreibers bietet dabei das erstellte Lastenheft.
Die Online-Auswahl umfasst insgesamt vier Schritte: Im ersten Schritt wird die Liste der WMS-Anbieter auf die Unternehmen reduziert, die alle zuvor gesetzten K.O.-Kriterien erfüllen. Auf die Auswahl der K.O.-Kriterien folgt die Grob- und Feingewichtung. In diesem zweiten Schritt besteht die Möglichkeit, das Anforderungsprofil zu verfeinern und diese nach den individuellen Prozessanforderungen zu gewichten. Die Grundlage dafür ist ein WMS-Fragebogen mit ca. 3.700 Kriterien in Anlehnung an die VDI-Richtlinie 3601. Im dritten Schritt werden die bisherigen Angaben mit den erfassten Daten über die Funktionalitäten der Softwareanbieter verglichen und ausgewertet. Abschließend, im vierten Schritt, können die Ergebnisse in Form von verschiedenen Grafiken sowie Detailansichten eingesehen werden und stehen als PDF-Download zur Verfügung.
Bereits der kostenfreie Zugang ermöglicht den Nutzern einen umfassenden Vergleich von WMS, einen Überblick der Vergleichskriterien und bietet einen weiteren Vorteil zur unternehmensinternen Diskussion mit Experten aus Logistik und IT. Für eine umfangreichere Auswertung und einen höheren Detaillierungsgrad der Vergleichskriterien wird auch ein Premium-Zugang angeboten. Die Online-Auswahl bietet eine hohe Transparenz zu funktionalen und non-funktionalen Aspekten von WMS und deren Anbietern.
Gerade vor dem Hintergrund, dass ein WMS laut WMS Marktreport Kompakt 2020 durchschnittlich zehn Jahre im Einsatz bleibt, ist eine anforderungsgerechte Auswahl eines passenden Anbieters eine hilfreiche Unterstützung für den Lagerbetreiber. Die WMS-Datenbank, auf der die „WMS Online Auswahl“ basiert, ist weltweit einzigartig und wird regelmäßig aktualisiert. Die teilnehmenden Anbieter und deren Softwareprodukte werden jährlich in einem nach DIN EN ISO 9001 zertifizierten Prozess vom „Team warehouse logistics“ validiert. Der Service ist über die Website des Expertenteams verfügbar. Darüber hinaus stehen die Fachkräfte des Fraunhofer-Instituts mit einem eigenen Beratungsangebot zur Verfügung. So können Lagerbetreiber bei der Aufnahme von Ist-Prozessen, der Spezifikation der Soll-Prozesse, Lastenhefterstellung, Ausschreibung und Angebotsbewertung sowie der weiteren Begleitung des Projektes bis zum Go-Live unterstützt werden.
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