Serverlandschaften können mit den Jahren unter verschiedenen Verantwortlichen und wechselndem Personal stetig wachsen und damit unübersichtlich werden.
Die Optimierung bestehender Cloud-Infrastrukturen sowie die Migration weiterer Workloads gehören für viele Unternehmen zu den wichtigsten Cloud-Initiativen. Der Blick in die Unternehmen zeigt aber, dass neben technischen Hürden oft die fehlende Transparenz den Migrationsprozess erschwert.
Über viele Jahre unter verschiedenen Verantwortlichen und wechselndem Personal gewachsen, werden Serverlandschaften schnell unübersichtlich. Bei Kundenprojekten von PwC Deutschland liegt die Quote ungenutzter Server bei 15 bis 20 Prozent. Wer diese Ressourcen ungeprüft in die Cloud migriert, riskiert nicht nur hohe Kosten, sondern auch unnötige Emissionen. Eine gezielte Server-Dekommissionierung schafft Abhilfe.
Bei einer Server-Dekommissionierung identifiziert die IT-Abteilung ungenutzte Server-Ressourcen und legt diese möglichst risikofrei still. Zu Beginn steht dabei eine Risikobewertung. Mittels Plausibilitätsprüfungen können Unternehmen im Voraus wichtige Daten zur Servernutzung ermitteln. Ratsam, denn ohne Dokumentation der konkreten Zusammenhänge zwischen Servern und geschäftsrelevanten Anwendungen treten schnell empfindliche Unterbrechungen auf. Zusätzlich sollten die Verantwortlichen die Liste geschäftskritischer Server und unternehmensinterner Wissensdatenbanken – falls vorhanden – mit den geplanten Schritten abstimmen.
Wollen Unternehmen für die Server-Dekommissionierung auf externe Kräfte zugreifen, sollten sie die eigene IT-Abteilung von Beginn an mit in die Kommunikation einbeziehen und über jeden Schritt informieren. Denn die IT-Experten bringen internes Wissen mit und können beispielsweise durch die Aktualisierung der Configuration Management Database (CMDB) zum Erfolg des Projekts beitragen. In der Datenbank sind wichtige Informationen zur Architektur der IT-Infrastruktur gesammelt. Das gibt Aufschluss über Chancen und Risiken der Server-Dekommissionierung.
Neben den bestehenden Daten sollten Unternehmen weitere Informationen zur Serverlandschaft erschließen – etwa mit sogenannten Scream-Tests. Das sind spezielle Trial-and-Error-Verfahren, die sich auf zwei Arten durchführen lassen. Beim Soft Approach starten die Verantwortlichen die Server zu passenden Betriebszeiten inkrementell neu oder frieren sie ein. Beim Hard Approach werden die Server für einen festgelegten Zeitraum ganz abgeschaltet. Das bedeutet ein höheres Risiko für Betriebsunterbrechungen, führt aber schneller zu Ergebnissen.
Einem sehr engen Monitoring folgend, sind beide Varianten dafür ausgelegt, bei einem „Scream“ die Systeme wieder schnell zum Laufen zu bringen. Entscheidender Faktor ist oft die Zeit: der Soft Approach bietet sich bei einem flexiblen Timing an, der Hard Approach bei hohem Zeitdruck.
Um die Risiken zu senken und nur die unbekannten Variablen dem Scream-Test zu unterziehen, setzen Experten spezielle Monitoring-Tools ein. Diese helfen u.a. dabei, Netzwerkprotokolle zu analysieren. Weil das aber zeit- und personalaufwendig sein kann, sollten Unternehmen aus Effizienzgründen entsprechende Dekommissionierungslösungen nutzen. Damit können Anwender große Mengen von Monitoring-Daten auf Basis von KI-Algorithmen automatisiert analysieren und die Serverstrukturen transparent aufschlüsseln.
Sind alle ungenutzten Systeme sicher identifiziert, kann der Abschaltungsprozess beginnen. Egal ob virtuelle Maschinen gelöscht oder Hardware-Komponenten entfernt werden müssen – wichtig ist eine prüfsichere und lückenlose Dokumentation des gesamten Prozesses. Nur so können Unternehmen etwaige Richtlinienverstöße transparent aufarbeiten.
Richtig umgestellt, können Unternehmen im Schnitt auf 15 bis 20 Prozent ihrer mitlaufenden IT-Infrastruktur erfolgreich verzichten. Das macht sich durch unmittelbare Kosteneinsparungen bemerkbar und erleichtert die Planung und Kalkulation von Cloud-Migrationsprojekten. Mindestens genauso wichtig: das Einsparen wertvoller Kilowattstunden. So hat jedes Unternehmen die Chance, mit einer gezielten Server-Dekommissionierung einen Schritt nachhaltiger zu werden.
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