Eine Systemimplementierung muss gründlich vorbereitet werden.
Die IT-Dienstleistungsbranche befindet sich im Umbruch: Die ohnehin schon wenig trennscharfen Grenzen zwischen Managementberatungen, Systemintegratoren und spezialisierten Softwareentwicklern werden zukünftig noch stärker aufweichen. Ein Grund dafür ist, dass die moderne IT nicht mehr nur Prozesse unterstützt, sondern zu einem wesentlichen Bestandteil von Produkten und Dienstleistungen geworden ist. Das wiederum erfordert eine viel stärkere Verbindung von Business und IT. Das Business muss sich vom Konsumenten der von der IT bereitgestellten Services zum Partner auf Augenhöhe wandeln. Was das für die Anforderungen an IT-Dienstleister bedeutet, zeigt das Beispiel der Digitalen Transformation nach SAP S/4Hana, dem neuen ERP-System von SAP.
Bei dem Umstieg auf S/4Hana handelt es sich nicht nur um einen Wechsel der Technologie, sondern um eine Transformation, die das gesamte Unternehmen betrifft. Mit dem Umstieg stellen viele Unternehmen auch ihre Prozess- und Systemlandschaft in Frage – um sich so auf die Umsetzung neuer Geschäftsmodelle vorzubereiten. „Composable Enterprise“ heißt der neueste Ansatz. Er beschreibt ein Unternehmen, dass modular aus Geschäftsfunktionen zusammengesetzt ist, die sich bei Veränderungen flexibel neu kombinieren lassen.
Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, eine Systemimplementierung gründlich vorzubereiten. Projekterfahrungen von Camelot Management Consultants bestätigen die Wichtigkeit einer Vorstudie, die die Ziele des Unternehmens definiert und daraus die Anforderungen an eine Systemlandschaft mit S/4Hana im Zentrum ableitet. Auf dieser Basis kann sinnvoll über die richtige Deployment-Variante und den Migrationsansatz entschieden werden. Diese Entscheidungen bilden die Grundlagen einer fundierten Roadmap für die Transformation.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 9/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Für Dienstleister bedeutet das, dass sie zwingend die Business- und IT-Perspektive zusammenbringen müssen. Aus Business-Sicht gilt es beispielsweise die folgenden Aspekte zu adressieren: Analyse der Unternehmensstrategie, Identifikation zu erwartender neuer Geschäftsmodelle, Modellierung der Zielprozesse, Beschreibung von monetären Benefits. Die Technologie-Perspektive umfasst Punkte wie die Definition strategischer Applikationen, die Reduktion von Systemkomplexität und Wartungsaufwänden sowie die Bebauung der Systemlandschaft beziehungsweise das Enterprise Application Management insgesamt.
Ein strategisch so bedeutsames Projekt wie die S/4 Hana-Transformation bedarf besonderer Methoden und Tools, die über das klassische Programm- und Projektmanagement hinausgehen. Egal ob Entscheider über Ressourcen, Prozess-/Teamverantwortlicher oder ausführende Kraft: Die Stakeholder sind erfolgsentscheidend für das Projekt. Daher sollte vor allem in puncto Change Management nichts dem Bauchgefühl überlassen werden. Transformation-Analytics-Kompetenzen und intelligente Tools helfen dabei, Veränderungsprozesse datenbasiert zu steuern. Das beginnt bei der systematischen Auswertung der Stimmung unter Stakeholdern. Aus den erhobenen Daten lassen sich gezielte Maßnahmen ableiten, um z.B. das Commitment der Stakeholder zu verbessern. Im weiteren Verlauf wird die Wirksamkeit der Maßnahmen ermittelt. Auf diese Weise lässt sich die Transformation so steuern, dass die Stakeholder die Veränderungen bestmöglich mittragen.
Zwar geht es bei S/4HANA um die Einführung eines ERP-Systems. Die sich daraus ergebenden Implikationen betreffen aber sämtliche Bereiche eines Unternehmens. Digitalisierung ist daher eine dauerhafte Haltung zu der Frage, wie das Unternehmen gestaltet werden soll. Die Integration von Management- und IT-Beratung bietet Dienstleistern die Chance, sich dauerhaft als Advisor und Sparringspartner zu positionieren – auf Augenhöhe nicht nur mit der IT, sondern auch mit den Business-Verantwortlichen, vom C-Level bis zum End-User.
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