Der zunehmende Einsatz identitätsbezogener Technologien ist u.a. eine Folge der durch die Pandemie angeschobenen Digitalen Transformation.
Nach Verfügbarkeit und Security ist nun die Identitätsprüfung an die Spitze der meistgenutzten Dienste für Anwendungen geklettert. Das zeigt der State of Application Strategy Report 2022 von F5.
Der zunehmende Einsatz identitätsbezogener Technologien ist auch eine Folge der durch Covid-19 beschleunigten Digitalen Transformation. Mehr als ein Viertel (26 Prozent) der Befragten haben in diesem Zusammenhang eine Lösung zur Abwehr von Credential Stuffing, also der Nutzung gestohlener Anmeldeinformationen, implementiert. 34 Prozent führten API Security Frameworks ein.
Angesichts des rasanten Anstiegs der digitalen Möglichkeiten für Unternehmen im Laufe der Pandemie haben also bereits viele ihre Verantwortung für den Schutz der Identität ernst genommen. Dies ist ein schnell voranschreitender Trend, der sich voraussichtlich weiter durchsetzen wird, da Unternehmen ihre Präsenz in der digitalen Wirtschaft zunehmend ausbauen.
Diese Verlagerung in Richtung Identität ist auch deshalb von Bedeutung, weil immer mehr Unternehmen Zero Trust als grundlegendes Sicherheitskonzept annehmen. Zero Trust wurde von 40 Prozent der Befragten als „spannendster“ Trend oder spannendste Technologie genannt.
Als architektonisches Modell konzentriert sich Zero Trust auf den Schutz von Anwendungen und Infrastrukturen durch die Entwicklung von Netzwerken mit sicheren Mikroperimetern und die Begrenzung von Risiken durch die Einschränkung von Benutzerrechten und -zugängen. Im Kern geht es bei Zero Trust um die einfache Frage: Wer sollte Zugang zu einer Ressource haben? Zur Beantwortung dieser Frage und Durchsetzung der sich daraus ergebenden Richtlinien im Kernnetzwerk, in der Cloud und am Edge bildet Identität die unverzichtbare Grundlage.
Das gilt auch für APIs, die eine immer bedeutendere Rolle bei der Entwicklung der digitalen Wirtschaft spielen. So kommen immer mehr APIs bei Automatisierung, Cloud-nativen Anwendungsarchitekturen, digitalen Ökosystemen und natürlich im Internet of Things (IoT) zum Einsatz. Der Schutz von APIs in einer digitalen Wirtschaft ist damit nicht nur ein technologisches, sondern auch ein geschäftliches Anliegen. Die steigende Bedeutung von APIs erfordert dabei, dass auch ihre „Nutzer“ genauer identifiziert werden müssen.
Insgesamt teilt die Studie die wichtigsten Schutzmaßnahmen in drei Kategorien ein:
Traditionell: Diese Maßnahmen leiten sich größtenteils von webbasierten Sicherheitstechnologien ab, die seit Jahren in Web Application Firewalls enthalten sind. Dazu gehören Ratenbegrenzung, OWASP Top Ten und Ver-/Entschlüsselung.
Modern: In den vergangenen Jahren haben sich Mechanismen zur Absicherung von APIs entwickelt. Hierzu zählen die Überprüfung von Daten zum Erkennen von Malware und bösartigen Inhalten und die identitätsbasierte Authentifizierung und Autorisierung.
Anpassungsfähig: Adaptive Maßnahmen verwenden Künstliche Intelligenz (KI) und Maschinelles Lernen (ML) für Verhaltensanalysen, um menschliche und nicht-menschliche Nutzer zu unterscheiden. Sie bilden die Basis zur Abwehr von Betrugsversuchen.
Der hohe Wert, den die Befragten der Studie adaptiven Methoden beimessen, ist nicht überraschend. Denn KI und ML kommen bereits häufig zur Unterstützung von Security-Diensten zum Einsatz. Angesichts des großen Datenvolumens und der Auswirkungen eines erfolgreichen Angriffs wenden sich Unternehmen fortschrittlichen adaptiven Sicherheitsmethoden zu. Diese ermöglichen einen umfassenden Security-Ansatz von der Infrastruktur über Anwendungen bis hin zu den Geschäftsprozessen.
Sowohl die Identitäts- als auch die Verhaltensanalyse bilden wichtige Bestandteile einer solchen umfassenden Sicherheitsstrategie. Inspektion ist nach wie vor von zentraler Bedeutung und bleibt eine schnelle und zuverlässige Methode zur Identifizierung bösartiger Inhalte. Viele Angriffe – insbesondere durch Malware und bösartige Inhalte – lassen sich durch eine Signatur identifizieren. Die Geschwindigkeit der Erkennung ist ebenso wichtig wie ihre Korrektheit, um kein False Positive zu erzeugen.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 10/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Aufgrund dieser Entwicklungen dürfte Identität auch in den kommenden Jahren an der Spitze bleiben. Hinzu kommen künftige Trends wie Web3, die ebenfalls einen starken Schwerpunkt auf die Identität legen. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass die Verlagerung der Sicherheitsmechanismen in Richtung Identitätsprüfung gerade erst beginnt.
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