Migration in die Cloud

Vorausschauende Planung ist das halbe Go-live

Unternehmen, die sich entscheiden, Daten und Prozesse in die Cloud zu migrieren, ­betreten Neuland und schaffen zugleich Umgebungen mit optimierter Flexibilität für Anwender. Doch worauf sollten Entscheider besonderes Augenmerk legen?

Mann mit Fernglas

Man sollte frühzeitig Klarheit hinsichtlich der Auswirkungen eines sogenannten Cloud Stacks auf die Migrierbarkeit einzelner Applikationen schaffen.

Die Entscheidung für eine Cloud beinhaltet immer ein neues Betriebsmodell. Daraus entstehen neben Fragen bezüglich der tech­nischen Migration auch neue Anforderungen an die Aufbau- und Ablauforganisation sowie an das Enablement der Mitarbeiter. Daher empfiehlt es sich laut Oracle, vier zentrale Aspekte bereits bei der Planung zugrunde zu legen.

Technologie: Für die technologische Basis ist eine Analyse des Applikationsportfolios unverzichtbar, damit die Applikationslandschaft möglichst konsistent gemäß den Anforderungen der Cloud und der laufenden Prozesse strukturiert werden kann.

Organisation: Änderungen in der bestehenden Organisation sollten sich in einem engen Rahmen halten. Allerdings ist der Aufbau eines „Operation Engineering“-Teams in vielen Fällen erforderlich. Darüber hinaus hat es sich als hilfreich erwiesen, Scrum Master auszubilden und in einem Pool zusammenzufassen.

Prozesse: Wichtig mit Blick auf die Betriebsprozesse ist insbesondere, dass die Management- und Monitoring-Tools der Cloud-Anbieter mit den Management-Systemen der bestehenden IT-Organisation verbunden werden können. Hier unterscheiden sich Cloud-Anbieter aufgrund der Architektur ihrer Lösungen drastisch.

Menschen: Der Übergang von ­Requests zu Self-Service erfordert ein Umdenken bei Betriebs- und Sicherheitsorganen. Beispielsweise werden aus Administratoren ­Architekten, die nicht mehr nur Tickets abarbeiten, sondern Um­gebungen designen. Damit geht ein Kulturwandel einher.

Bestimmte Fallstricke sind immer wieder anzutreffen und sollten besser im Vorfeld ausgeräumt werden. Dazu zählt etwa eine falsche Erwartung an die Einsetzbarkeit des Tool-Sets eines Cloud-Anbieters. Es empfiehlt sich, frühzeitig Klarheit hinsichtlich der Auswirkungen eines sogenannten Cloud Stacks auf die Migrierbarkeit einzelner Applikationen zu schaffen. Damit eng verbunden ist die Auswahl eines strategischen Partners vor dem Hintergrund des migrierbaren Portfolios. Zu vermeiden ist außerdem, dass der Aufwand für die Prozessintegration zu spät betrachtet und im Entscheidungs­prozess für einen Anbieter nicht ausreichend gewichtet wird.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 3/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Als effektive Unterstützung empfiehlt sich die Begleitung des Migrationsprojekts durch einen Cloud Engineer, der dem technischen Personal der Kunden zur Seite steht, Best Practices aus vorangegangenen Projekten mitbringt und etwaige Wissenslücken schließt. Weitere hilfreiche Faktoren sind etwa Tools, die eine Migration von Applikationen und Datenbanken beschleunigen, Blueprints, Automation-Frameworks sowie Code-Beispiele.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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