Identity and Access Management (IAM)

Wann lohnt sich IAM aus der Cloud?

Zu aktuell verfügbaren cloud-basierten Anwendungen gehört auch Identity and Access Management, kurz IAM-as-a-Service (IDaaS) – ein neuer Ansatz, um Unternehmen agiler zu gestalten und Betriebskosten zu senken, wie Kevin Cunningham, President und Gründer von Sailpoint Technologies, in einem Kurzinterview erklärt.

Kevin Cunningham, Sailpoint Technologies

Kevin Cunningham, President und Gründer von Sailpoint Technologies

Allerdings hinkt Identity and Access Management (IAM) in Form von Software as a Service (SaaS) in der Praxis anderen Softwarebereichen hinterher. Die Gründe liegen in Sicherheitsbedenken und der Komplexität, Anwendungen aus dem eigenen Rechenzentrum – also On-Premise – über Cloud-Infrastrukturen zu verwalten. Dennoch sollten Unternehmen die Vor- und Nachteile von On-Premise- oder IDaaS-Bereitstellungsmodellen abwägen: Denn die heute verfügbaren IDaaS-Lösungen sollen eine durchgängige Sicherheit, Verfügbarkeit, Skalierbarkeit und Leistungsfähigkeit bieten können.

Doch wann ist IDaaS die richtige Wahl? Hier gilt es zu entscheiden, in welche Kategorie des IDaaS-Spektrums das eigene Unternehmen gehört. Die Antworten auf drei Kernfragen können helfen, die zentralen Anforderungen zu definieren.

IT-DIRECTOR: Herr Cunningham, werden SaaS- oder Cloud-Technologien bereits in großem Umfang eingesetzt?
K. Cunningham:
Die Frage ist, wie ein Unternehmen aktuell mit SaaS-Anwendungen umgeht. Ist SaaS tatsächlich bereits eine Alternative zu On-Premise-Installationen? Lautet die Antwort „Ja“, dann könnte IDaaS eine Möglichkeit sein. Aber es gibt doch einige Organisationen, wo das nicht der Fall ist – etwa in regulierten Branchen. Wenn Unternehmen eine konservative Haltung zu SaaS haben oder derzeit mit kritischen Projekten ausgelastet ist, dürfte IDaaS nicht gerade eine ideale Wahl sein. Als Kernkomponente der zentralen Infrastruktur ist IAM kaum der optimale Ansatz, um das Eis für SaaS zu brechen.

IT-DIRECTOR: Was ist wichtiger: Bereitstellungs- und Betriebskosten zu senken oder eine Lösung präzise an die bestehenden Geschäftsprozesse anzupassen?
K. Cunningham:
Viele Unternehmen besitzen komplexe Infrastrukturen und Anwendungsszenarien. Daher bevorzugen sie den Betrieb einer spezifischen IAM-Lösung im eigenen Rechenzentrum, um das Management von Identitäten auf aktuelle Anforderungen auszurichten. Zwar bietet IDaaS unterschiedliche Möglichkeiten in der Konfiguration, erlaubt aber kaum das Maß an Komplexität und Spezifizierung, das für IAM-Projekte typisch ist. Es gilt daher realistisch einzuschätzen, ob der Kompromiss funktioniert – einfache Bereitstellung und langfristig geringere Betriebskosten gegenüber einer Lösung, die auf individuelle Bedürfnisse angepasst ist. Wenn ein Unternehmen bereit ist, bestehende Prozesse der Identitätssicherung im Hinblick auf einen mehr standardisierten Ansatz zu vereinheitlichen, könnte IDaaS ein guter Weg sein.

IT-DIRECTOR: Wird SaaS zur Unternehmensstrategie?
K. Cunningham:
Zweifellos bieten SaaS-Anwendungen einige Vorteile, die Vorständen und Geschäftsführern durchaus gefallen – wie etwa kurze Amortisationszeiten, einfacher Einsatz sowie geringere Betriebs- und Modernisierungskosten. Angesichts dieser breiten Palette an positiven Aspekten sind IT-Teams mehr und mehr aufgefordert, SaaS-Lösungen einzubeziehen, wenn sie neue Software evaluieren und beauftragen. Sobald dies auch für IAM gilt sollte sichergestellt sein, dass tatsächlich SaaS-Konzepte vorliegen, die als umfassende Lösung alle Anforderungen erfüllen. Denn viele der heute verfügbaren Optionen sind einfach nur ‘Hosted’-Versionen einer On-Premise-IAM-Lösung, die keineswegs die versprochenen Vorteile von SaaS bieten.

IAM ist für die Sicherheit in der Cloud und Compliance unverzichtbar, da sie zentral und ganzheitlich den Zugriff auf jegliche Unternehmensanwendung kontrollieren. Unabhängig davon, ob es sich um eine On-Premise- oder SaaS-Installation handelt: Nur ein lückenloser Ansatz kann für ein Unternehmen die nötigen Mechanismen schaffen, um auf kompromisslose Weise Werte zu schützen und Risiken zu kontrollieren.

©2026Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok