Wolfgang Kurz ist Experte im Bereich „Infrastruktur und Rechenzentrum“ und verantwortete bis 2019 den technischen Bereich bei Indevis.
Wird bald eine Superintelligenz die Weltherrschaft an sich reißen? Das ist aktuell doch eher unwahrscheinlich. Fest steht: KI wird uns eine essenzielle Hilfe sein, um die wirklich großen Probleme der Menschheit anzugehen. Experten gehen davon aus, dass etwa die Ernährung der Weltbevölkerung oder die Dekarbonisierung nur mit KI lösbar ist. Aber die Technologie ist eben auch manipulierbar.
Eine große Gefahr der KI lauert darin, die eigentliche Bedrohung, nämlich ihre Schutzlosigkeit, entweder zu ignorieren oder zu bagatellisieren. Doch der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Mit Neuem konfrontiert, tut er sich schwer. Wir sollten uns fragen: Steht in Zukunft der Kommerz oder das Wohl der Menschheit im Vordergrund? Kann ich Trainingsdaten zurückverfolgen? Wer hat die KI entwickelt und warum? Wer entwickelt sie weiter? Und vor allem: Wie ist sie geschützt und wer beschützt sie?
Wetterphänomene, Klimawandel, globale Ernährung – KI hat das Potenzial, entscheidend zur Lösung dieser Herausforderungen beizutragen. Doch es fehlt an unabhängigen Instanzen, die sie kontrollieren. Der Markt selbst ist dafür ungeeignet. Und die Politik? Ist mit der Situation überfordert. Das soll kein Vorwurf sein, in einer Demokratie kann das eben dauern. Trotzdem sollten unsere Politiker jetzt aufwachen und in Sachen „Cybersecurity“ insbesondere bei KI regulierend eingreifen. Denn es ist nicht fünf vor, sondern eigentlich schon weit nach zwölf.
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KI wird in naher Zukunft sicher nicht die Menschheit dominieren, doch es droht trotzdem Gefahr. Der Fokus auf Superintelligenzen darf uns nicht von etwas viel Näherliegendem ablenken: dem Missbrauch durch Hacker. Dieser Umstand sollte ein zentraler Gegenstand öffentlicher Sorge in Zusammenhang mit KI sein. Es wäre naiv zu glauben, dass sich mit deren Missbrauch niemand beschäftigt.
Bildquelle: Indevis