„KI und Automatisierungstechnologien helfen, die Komplexität der Identitäten und die sich verändernde Arbeitswelt in den Griff zu bekommen“, erklärt Christina Langfus.
Die Arbeitnehmerlandschaft hat sich massiv verändert. Belegschaften bestehen zunehmend aus externen Identitäten mit individuellen Zugriffsanforderungen, die sich kontinuierlich im Unternehmensnetzwerk an- und abmelden – und das oft unkontrolliert. Solche Praktiken können sich schnell als gefährlich erweisen, wie der jüngste Ausfall der Federal Aviation Administration (FAA) in den USA zeigt.
Trotz der Risiken setzt sich der Trend fort und immer mehr Festangestellte werden durch Freiberufler und externe Dienstleister ersetzt. Diese agieren oft unter dem Radar herkömmlicher Netzzugangskontrollen – sie werden „unsichtbar“. Der Mangel an Transparenz kann verheerende Auswirkungen auf das Geschäft haben, da die meisten Cyberangriffe auf kompromittierte Identitäten zurückzuführen sind. Um dem entgegenzuwirken, müssen Unternehmen alle Benutzerzugänge schützen und überwachen – sowohl von internen als auch externen Mitarbeitern.
Hierfür ist ein Umdenken im Management nötig. Aktuell gehen viele Unternehmen das Thema zu oberflächlich an. Sie spielen Cyberkriminellen direkt in die Hände, die ihr Portfolio auch mit KI stetig erweitern und neue Wege erschließen, um die Verteidigungsmaßnahmen der Unternehmen zu umgehen. Adäquate Gegenmaßnahmen auf dem neuesten Stand der Technik sind also ein Muss.
Die hybride Arbeitswelt von heute verkompliziert das Identitätsmanagement und die Gewährleistung der Sicherheit eines Unternehmens noch weiter. Der Wechsel von einer weitestgehenden Präsenz-Belegschaft vor Ort zu einem hybriden Mitarbeiterstamm erschwert es, standardisierte Prozesse zur Überprüfung von Zugriffsberechtigungen einzuhalten. Hinzu kommen maschinelle Identitäten wie Software-Bots, die einen weiteren potenziellen Angriffspunkt für Hacker darstellen. Alle diese „unsichtbaren“ Mitarbeiter zu identifizieren sowie Umfang, Zeitpunkt und Grund ihrer Zugriffe zu kennen, ist eine immense Herausforderung.
Es bedarf folglich einer Sicherheitsstrategie über mehrere Ebenen hinweg, die vollständige Transparenz aller Identitäten gewährleistet – unabhängig von ihren Eigenschaften und ihrem Status. Der Mensch kommt dabei ohne die Hilfe hochentwickelter und KI-gestützter Identitätssicherheitslösungen schnell an seine Grenzen. Diese haben erheblichen Einfluss darauf, wie Unternehmen die Vielzahl verschiedener Identitäten überwachen, verwalten, kontrollieren und sichern können.
Sie unterstützen die Automatisierung und Rationalisierung von Identitäts- und Entscheidungsfindungsprozessen – beispielsweise bei Zugriffsanfragen, Rollenmodellierung und Zugriffszertifizierung. Zudem gewähren sie jeder Identität nur so viel Zugang, wie zur Erfüllung ihrer Aufgabe erforderlich ist. Verdächtiges Verhalten lässt sich dadurch sofort erkennen. Kritische Identitätsentscheidungen werden deutlich beschleunigt, was sich positiv auf die Effizienz des Unternehmens auswirkt. Darüber hinaus lassen sich durch den geringeren IT-Administrationsaufwand sowie die Folgewirkungen der Maßnahmen auf die Produktivität und die Ausgaben für Cyberversicherungen zusätzlich Ressourcen schonen.
KI-basierte Identitätssicherheits-Tools werden menschliches Eingreifen nicht vollständig ersetzen. Jedoch unterstützen sie Sicherheitsteams immens bei ihrer Arbeit und ermöglichen es, proaktiv statt reaktiv zu handeln. Eine zwingend notwendige Hilfe, da auch Angreifer vermehrt Künstliche Intelligenz bei Cyberattacken einsetzen. KI und Automatisierungstechnologien helfen, die Komplexität der Identitäten und die sich verändernde Arbeitswelt in den Griff zu bekommen. Sie konsolidieren Intelligenz und Transparenz und gewährleisten einen umfassenden Überblick. Dank kontextbezogener Identitätsinformationen und proaktiver Intelligenz ermitteln sie schnell und zuverlässig, wer wann und warum Zugriff auf welche Bereiche haben sollte. So schließen KI-Tools die Identitätslücken, durch die Kriminelle zu schlüpfen versuchen.
Bildquelle: Sailpoint