Modulare USV-Systeme sind flexibel skalierbar. Durch eine effiziente Gesamtlastverteilung laufen die Anlagen mit hohem Wirkungsgrad.
Eine der größten Herausforderungen, mit denen sich die Manager von Rechenzentren (RZ) heutzutage konfrontiert sehen, ist zukunftssichere Skalierbarkeit. Wie prognostiziert man das zukünftige Nutzungsverhalten? Wie kann man die Technik an eine sich schnell verändernde und immer stärker vernetzte Welt anpassen? 5G-Netze sind fast schon Realität und werden eine neue Norm für Kommunikationsgeschwindigkeiten und Bandbreite etablieren. Sie könnten dem Internet der Dinge (IoT) dann endlich (neben WiFi) eine geeignete Kommunikationsinfrastruktur geben. Das würde die Vision von Milliarden von verbundenen Geräten erfüllen, deren Daten in cloud-fähigen Rechenzentren gespeichert sind.
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Mit dem Ausbau des Rechenzentrums ergeben sich Probleme im Zusammenhang mit den Energie- und Kältekapazitäten. Jede Erweiterung, die die Effizienz des Systems beeinflusst, muss optimiert werden. Die Ausfallsicherheit muss auch durch Redundanz gewährleistet sein, besonders wenn das RZ mit einer hohen Tier-Klassifizierung zertifiziert ist. Beim Ausbau des Strombedarfs ist vor allem darauf zu achten, die installierte USV-Leistung und die damit verbundenen Überbrückungsleistungen entsprechend zu skalieren.
USV-Systeme können entweder als zentrale Stromversorgungslösung in einem separaten Technikraum, als dezentrale Lösung zur Versorgung über lokale Verteiler installiert oder in freien Einheiten in den ServerSchrankreihen integriert werden. Kleinere USV-Anlagen finden direkt in den Server-Schränken selbst Platz. Wo und wie eine USV installiert wird, hängt oft von ihrer Größe und der zur Verfügung stehenden Grundfläche, der Kühlung und der elektrischen Infrastruktur ab.
Traditionell bieten die meisten USV-Hersteller nur unterbrechungsfreie Stromversorgungen in Monoblockbauweise an. Möchte man damit die Redundanz (N+1) oder die Gesamtleistung erhöhen oder sogar eine Kombination aus beidem realisieren, müssen weitere Einheiten dieser autonomen Systeme parallel hinzugeschaltet werden. Die Monoblock-USV bietet zwar Robustheit, jedoch keine einfachen Skalierungsmöglichkeiten, wenn neue Server-Kapazitäten online geschaltet oder durch Virtualisierung sogar reduziert werden. So kann nicht gewährleistet werden, dass Systeme dieser Bauweise immer am Effizienzmaximum arbeiten.
Mit einem Monoblock-USV-System gibt es lediglich zwei Möglichkeiten, dem Ausbau der IT-Infrastruktur zu begegnen: Zum einen kann von Anfang an eine überdimensionierte USV installiert werden, um für das prognostizierte Wachstum auch in Zukunft gerüstet zu sein. Alternativ kann man bereits eine zusätzliche USV für einen späteren Zeitpunkt mit einplanen. Bei dieser Variante müssen bei der Auslegung des ersten USV-Systems Faktoren wie die elektrische Verkabelung, die Kompatibilität sowie die Niederspannungsschaltanlage, die Unterverteilung und die Stellfläche berücksichtigt werden, damit die spätere Erweiterung problemlos installiert werden kann. Beide genannten Ansätze können sich als sehr kostspielig erweisen und zu einer geringeren Energieeffizienz führen. Das gilt insbesondere dann, wenn der zusätzliche Energiebedarf zu gering für die Auslastung der zweiten USV ist, da es dann zu einer Überproportionierung der USV kommt.
Modulare USV-Anlagen bieten einen kostengünstigeren und attraktiveren Weg der Nachrüstung. Die Grundlage dafür stellen spezielle USV-Systeme, in denen eine Anzahl von Modulen Platz findet. Diese enthalten die Ein- und Ausgangsanschlüsse, einen automatischen Umschalter sowie einen Wartungs-Bypass und ermöglichen die Ferndiagnose und Kommunikation mit der USV. Die Gesamtleistung ergibt sich aus der Anzahl der verbundenen Module bzw. Schränke.
Angenommen, man benötigt 20 kVA Leistung, so kann dann durch ein zusätzliches 10-kVA-Modul eine Redundanz für die gesamte USV aufgebaut werden. Erhöhen sich nun die Leistungsanforderungen über die 20 kVA hinaus, so kann einfach ein weiteres Modul installiert werden. Dies wird als vertikale Skalierung bezeichnet. Bei einer Monoblock-USV müsste man für Redundanz bereits ein zusätzliches USV-System hinzuschalten. Bei anschließender Erhöhung der Leistung wäre hier eine dritte USV notwendig (horizontale Erweiterung).
Bildquelle: AEG