Das modulare, standardisierte Rechenzentrum Rimatrix S in Containerform wurde während der Abschlussveranstaltung des Forschungsprojekts AC4DC präsentiert.
Hinsichtlich der Energieeffizienz im Rechenzentrum können die Betreiber jenseits von sparsamen Netzteilen und Grüne-IT-Maßnahmen bei Servern, Klimasystemen und Infrastruktur noch mehr Energie einsparen. Wie dies genau funktionieren kann, damit hat sich das Forschungsprojekt „AC4DC“ (Adaptive Computing for Green Data Centers) in den vergangenen drei Jahren beschäftigt. Dabei hat der IT-Spezialist Rittal das Forschungsprojekt als Konsortialführer geleitet und gemeinsam mit den weiteren fünf Partnern während einer Abschlussveranstaltung im Juni 2014 in Herborn die Ergebnisse präsentiert. Neben den Hessen hatten sich BTC IT Services, der Zweckverband Kommunale Datenverarbeitung (KDO) Oldenburg sowie Offis Institut für Informatik am Projekt beteiligt. Als wissenschaftliche Partner engagierten sich die Universität Paderborn sowie das Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit.
„Das Projekt AC4DC verfolgte einen ganzheitlichen Ansatz. Die Methoden zielten auf die Datenspeicher, Server, Applikationen und die physische Infrastruktur sowie die Klimatisierung in Rechenzentren ab“, erklärte Bernd Hanstein, Hauptabteilungsleiter Produktmanagement IT bei Rittal und Gesamtprojektleiter. Aber auch Arbeitsplatzrechner in angeschlossenen öffentlichen und privaten Verwaltungen waren in die Forschung einbezogen worden.
Mit drei Zielen ging AC4DC im Mai 2011 an den Start: Erstens ging es darum, Speicherplatz in Endgeräten (z.B. Desktoprechnern) als kostengünstigen Backup-Speicher zu nutzen. Zweitens sollte sich aus den Vor-Ort-Bedingungen der verschiedenen Rechenzentren ein dynamischer Referenzpreis pro Rechenleistung ergeben (Last- und Powermanagement). Und drittens sollten Umgebungsbedingungen wie Wind oder die Außentemperatur bei der Klimatisierung des Rechenzentrums helfen.
Der Schaffung einer neuartigen, dezentralen Datensicherung widmete sich die Uni Paderborn. Im Fokus stand dabei die Verwendung von ungenutztem Speicherplatz in Desktoprechnern. Um diesen effektiv zu nutzen, könnten dort Backup-Daten des Unternehmens vorgehalten werden. Kombiniert man dies mit einer Cloud-Backup-Lösung für die Sicherung von Datenservern könnte man die Wertschöpfung vorhandener Ressourcen weiter steigern. Gleichzeitig kann aufgrund dieser speziellen Backup-Lösung auf zusätzliche, dedizierte Backup-Hardware im Rechenzentrum verzichtet werden.
Dem Thema Last- und Powermanagement hatte sich Offis verschrieben. Durch eine effizientere Ausnutzung vorhandener Server und sämtlicher RZ-Kapazitäten soll der Energieverbrauch – auch standortübergreifend – weiter gesenkt werden können. Sollte ein Unternehmen z.B. mehrere RZ-Standorte in Deutschland betreiben, könnte die Hauptlast automatisiert auf den jeweils kühlsten RZ-Standort verlagert werden.
Rittal selbst nutzte die Forschungsresultate und Konzepte von AC4DC für die Entwicklung des modularen, standardisierten Rechenzentrum Rimatrix S, um eine geringe Power Usage Effectiveness (PUE) von bis zu 1,15 garantieren zu können. Die Lösung nutzt Daten aus allen Infrastrukturkomponenten, um den perfekten Betriebspunkt für die aktuelle Auslastung des Rechenzentrums zu finden.
Bildquelle: Rittal