HUK-Coburg beschleunigt Anwendungsentwicklung

Weniger Lasttestzyklen

Bereits während der Entwicklungsphasen nimmt die HUK-Coburg Versicherungsgruppe mittels der Lösung Compuware/Dynatrace eine Analyse der Lasttests vor.

  • HUK-Coburg

    Zentrale der HUK-Coburg Versicherungsgruppe am Bahnhofsplatz

  • Eugen Gretz, Abteilung Informatik, Test & Tuning Manager bei der HUK-Coburg

  • Verwaltungsgebäude der HUK-Coburg der Willi-Hussong-Straße

Zur seit 1933 bestehenden Unternehmensgruppe gehören zehn verschiedene Versicherer (Rechtschutz, Leben, Kranken, usw.). Zudem betreibt das Unternehmen mit HUK24 einen Online-Ableger, der günstigere Tarife anbietet. Bei der KfZ-Versicherungssparte waren Ende 2010 8,7 Mio. Fahrzeuge versichert, damit ist das Unternehmen der größte deutsche Autoversicherer. Insgesamt zählt man weit über neun Millionen Kunden.

Neben dem in der Versicherungsbranche üblichen Mainframe für das Kerngeschäft betreibt die HUK-Coburg u.a. zwölf IBM-Websphere-Server als Anwendungsserver. Auf diese greifen in Spitzenzeiten 5.000 Java-Thin-Clients zu. Ein .Net-Client, der den Außendienstmitarbeitern den Zugriff auch von unterwegs aus ermöglichen soll, ist in der Entwicklung.

Alle mit dem Programmieren von Anwendungen betrauten Entwickler sind angehalten, ihre Applikationen laufend hinsichtlich Stabilität und vor allem Performance zu testen. „Durch die ständig größer werdende Zahl an Entwicklungsprojekten stieg natürlich auch die Zahl der Lasttests in den letzten Jahren kontinuierlich“, berichtet Eugen Gretz, Test & Tuning Manager bei der HUK-Coburg. Üblicherweise kommt für diese Tests ein Tool zum Einsatz, das zuvor aufgezeichnete protokollbasierte Skripte auf den Servern ablaufen lässt und so eine Grundlast erzeugt.

„Bei diesen Lasttests sahen wir einen überproportionalen Anstieg der Antwortzeiten der Server ab einer bestimmten Zahl von gleichzeitigen Nutzern. Gleichzeitig hatten wir aber keinen Hinweis auf die Ursache dieses Phänomens“, so Gretz weiter. Den Entwicklern blieb demnach nichts anderes übrig, als sich bei der Fehlersuche auf ihr Bauchgefühl zu verlassen. Was letztlich dazu führte, dass jeder Test im Schnitt fünfmal wiederholt werden muss. Angesichts von Abständen von bis zu einer Woche zwischen zwei Tests eine sehr zeitraubende Angelegenheit.

Analyse aller Klickpfade

„Wir entschieden uns für einen Testlauf mit der Diagnosesoftware von Compuware/Dynatrace und wussten schnell, dass uns diese Lösung nach vorn bringen würde. Inzwischen analysiert die Lösung seit über zwei Jahren alle Klickpfade während des Testens und liefert wertvolle Einblicke“, erklärt der Test & Tuning Manager.

Die Compuware-Software liefert für jeden Einzelschritt einer jeden während der Lasttests ausgeführten Transaktion detaillierte Einblicke: Dauer zum Abarbeiten des Schritts, CPU-Auslastung, Länge der eingelegten Pausen und so weiter. „Durch diese Einzelheiten sahen wir beispielsweise sofort, dass eine Anwendung ein Speicherleck hat. Übersichtlich gelisteten Werte machten dies auf einen Blick klar“, so Gretz. Die Folge des Speicherlecks: Mit jedem Durchlauf der Transaktion steigt die Zahl der von der Applikation zu prüfenden Objekte. Daher die stetig höheren, nicht durch defekte Serverhardware bedingten Antwortzeiten.

„Ein weiteres häufig auftretendes Problem bei den Tests war die sehr hohe Antwortzeit der Clients. Während die Server beispielsweise die Transaktion „Akte schließen“ binnen 50 Millisekunden abarbeiteten, benötigten die Clients dazu 1,5 Sekunden“, so Gretz. Die Technik Compuware/Dynatrace namens Pure Path zeigt auf einen Blick, welche Schritte der Transaktion die größten Zeitfresser (Hotspots) sind. Automatisch filtert die Lösung die Methoden heraus, deren Bearbeitung die längste Zeit beanspruchen und gibt auf Wunsch auch gleich den hierfür verantwortlichen Quellcode mit aus.

„Die tiefgehende Anwendungstransaktions-Diagnosesoftware stellt für uns den Bezug her zwischen einem Problem wie einer unverhältnismäßig langen Antwortzeit und der für genau dieses Problem verantwortlichen Codezeile. Und dies passiert mit nur wenigen Mausklicks“, erklärt Gretz. Dank der exakten Angaben können die Entwickler präziser gebrieft werden.

Die Lösung macht alle Klickpfade während der Lasttests der HUK-Coburg-Entwickler sichtbar. Zudem leistet das Tool eine Hilfestellung durch die Anzeige des Speicherinhalts: Die Lösung zeigt den Entwicklern den zur jeweiligen Transaktion passenden Speicherbedarf grafisch an. So macht sich beispielsweise das erwähnte Speicherleck dadurch bemerkbar, dass der Speicherbedarf bei jedem Durchlauf ansteigt. Die Software lässt die Entwickler zudem die Speicherbelegungen verschiedener Transaktionen per Mausklick vergleichen und wiederum grafisch aufbereiten.

Für die Entwickler sind die gewonnenen Analysen wichtig: „Die Anzahl an notwendigen Wiederholungen von Lasttests konnte deutlich reduziert werden.“, sagt Gretz. Angesichts der Zeitspanne von bis zu sieben Werktagen zwischen zwei Durchläufen bedeutet das eine deutliche Zeitersparnis im Entwicklungsprozess. Überdies profitieren die Entwickler profitieren vom schnelleren Auffinden von Fehlern. Die Lösung gibt ihnen die Fehlerursache im Code zur Laufzeit aus und liefert dazu relevante Kontextinformationen wie die angesprochene Datenbank. So lassen sich problematische Codebestandteile zielsicher ausmachen und optimieren.

Nachdem sich das Compuware-Werkzeug für Testautomatisierung im Zusammenhang mit der Analyse der Lasttests innerhalb von zwei Jahren bewährt hat, starteten die Technikverantwortlichen einen Proof of Concept in der Produktionsumgebung des Online-Ablegers HUK24. Ergebnis: „Die Diagnosesoftware hat sich auch hier positiv bemerkbar gemacht. Es spricht also gar nichts dagegen, die Lösung auch für den Produktionsbetrieb von HUK24 einzusetzen“, sagt Eugen Gretz.


©2026Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok