Viele Unternehmen haben bislang gezögert, die elektronische Rechnungsstellung einzuführen.
Der Weg zur verpflichtenden elektronischen Rechnungsstellung – E-Invoicing – begann mit der Einführung der XRechnung. Unternehmen wurden verpflichtet, Rechnungen für öffentliche Auftraggeber – Business-to-Government-Transaktionen (B2G) – elektronisch zu versenden. Dies bedeutet, dass alle Unternehmen, die Waren oder Dienstleistungen für den öffentlichen Sektor bereitstellen, bestimmte E-Invoicing-Formate einhalten und ihre Rechnungen über verschiedene Rechnungsportale an Behörden übermitteln müssen.
Bereits im Koalitionsvertrag Ende 2021 angekündigt, wurde im April 2023 ein Diskussionspapier an Verbände mit ersten Entwürfen übermittelt. Am 17. April 2023 hat das Bundesministerium der Finanzen die Verpflichtung zur Nutzung der elektronischen Rechnung auch auf Business-to-Business-Transaktionen (B2B) vorgeschlagen. Während Details noch diskutiert werden, wird erwartet, dass die elektronische Rechnungsstellung bald integraler Bestandteil des Umsatzsteuerprozesses wird.
Der Geltungsbereich der neuen Regeln soll auch B2B-Rechnungen zwischen Unternehmen umfassen. Dies signalisiert den Wandel in der traditionellen Rechnungsstellungspraxis in Papierform. Die Priorität der Papierrechnung soll laut dem Entwurf ab dem 1. Januar 2025 entfallen. Viele Unternehmen zögerten noch, die elektronische Rechnungsstellung einzuführen. Mit den bevorstehenden Änderungen dürfte diese jedoch zur Verpflichtung für den Versand und Empfang von Rechnungen werden, angetrieben durch das Ziel der Behörden, papierbasierte Rechnungen zu reduzieren.
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Die Einführung eines bundesweiten digitalen Meldesystems zur Bekämpfung der Mehrwertsteuerhinterziehung ist derzeit noch nicht vorgesehen. Experten erwarten die Einführung eines solchen Systems in Einklang mit der Initiative VAT in The Digital Age (VIDA) der EU. Der Plan ist ab dem 1. Januar 2028 eine verpflichtende Meldung über nationale Plattformen an die zentrale EU-Datenbank „VIES“. Der Supply-Chain-Netzwerkanbieter Truecommerce ist Mitglied der European eInvoicing Service Providers Association (EESPA) und beteiligt sich z.B. aktiv an diesen Diskussionen.
Die E-Invoicing-Landschaft in Deutschland wird tiefgreifende Veränderungen erleben, insbesondere im Hinblick auf B2B-Transaktionen. Dieser Ansatz verbindet Deutschland mit vielen anderen europäischen Ländern, in denen die Anforderungen ebenfalls umgesetzt werden. Die Einführung einer verpflichtenden E-Rechnung für B2B-Transaktionen und die mögliche Einführung eines grenzüberschreitenden E-Reportings für Europa könnten in Zukunft durchaus als Maßstab für andere Länder dienen. Diese Entwicklung ist weltweit zu beobachten.
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