CISOs unter Druck

Wie die richtige Struktur Verantwortliche entlastet

Die Gefahr durch Cyberangriffe steigt und mit ihr der Druck, der auf CISOs lastet. Wer die Sicherheit seines Unternehmens nicht aufs Spiel setzen möchte, muss anfangen, sein Security-Personal zu entlasten.

Gestresster Mann vor Monitoren

Die Verantwortung der Sicherheitsexperten ist enorm – kein Wunder also, dass sich bei steigender Cyberkriminalität eine zunehmende mentale Belastung bei Chefs und Mitarbeitern bemerkbar macht.

Die Verantwortung der Sicherheitsexperten ist enorm. Zunehmende mentale Belastung der Chief Information Security Officers (CISOs) ist die Folge. Inzwischen verlässt sogar immer mehr Security-Fachpersonal das Feld, um dem Burnout zu entgehen.

Für Bosch Cybercompare liegt der Hauptgrund für die zunehmende Belastung im rasanten Wachstum des Security-Marktes der vergangenen Jahre. Das hat dazu geführt, dass der Cybersecurity-Markt ineffizient und intransparent geworden ist. Unzählige Hersteller bieten Sicherheitslösungen für Unternehmen jeglicher Größe an. Doch je mehr Tools im Einsatz sind, desto komplexer wird die Infrastruktur. Zwar haben die meisten dieser Produkte ihre Daseinsberechtigung – doch nicht jede Lösung entspricht den individuellen Anforderungen jedes Unternehmens. Es gilt also, Struktur und Übersicht ins Chaos der unzähligen Optionen zu bringen.

Ein einheitliches Regelwerk

Man sollte sich bewusst zunächst sein, dass es ohnehin keinen 100-prozentigen Schutz vor Cyberangriffen gibt. Das Pareto-Prinzip, auch 80-20-Prinzip genannt, kann jedoch bei der Orientierung helfen: Bereits mit 20 Prozent des Aufwandes können Unternehmen einen guten Schutz aufbauen. Nun sollten Unternehmen nicht unbedingt „nur“ 80 Prozent Sicherheit anpeilen, doch gerade zu Beginn und für kleinere Organisationen ist dies ein guter Richtwert. Security-Mitarbeitern kann so Druck von den Schultern genommen werden, da sie nun einfacher priorisieren können und nicht alles auf einmal auf sie einprasselt. Dafür sollte im ersten Schritt eine Bestandsaufnahme stattfinden.

Dabei hilft die Einführung eines Informationssicherheits-Management-Systems (ISMS). Dieses besteht aus einer Reihe von Vorgaben und Richtlinien, die sowohl einheitliche Standards für die Informationssicherheit festlegen als auch die Einhaltung von Compliance-Regeln gewährleisten. Ein ISMS funktioniert dabei auf drei Ebenen: Richtlinien, Prozesse und Prozeduren.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 4/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Richtlinien definieren organisationsweite Ziele für die Sicherheit. Prozesse wiederum sind die Schritte, die das Unternehmen durchführt, um diese Ziele zu realisieren. Auf der untersten Ebene stehen die Prozeduren, die konkrete Anweisungen beinhalten, wie bestimmte Aufgaben und Verfahren sicher durchgeführt werden können. Darüber hinaus setzt ein ISMS auch auf standardisierte Testverfahren und sorgt so dafür, dass CISOs die Sicherheit der eigenen Infrastruktur stets ohne großen Arbeitsaufwand im Blick behalten. Gleichzeitig dient das Regelwerk auch dazu, die Awareness der Mitarbeiter zu erhöhen und Sicherheitsrisiken im täglichen Ablauf zu minimieren.

Ordnung entlastet

Der beste Weg, um die eigenen Security-Mitarbeiter zu entlasten, ist die richtige Struktur. Dafür kann ein ISMS ein stabiles Grundgerüst bilden. Damit haben Sicherheitsverantwortliche eine Richtschnur, anhand derer sie bewerten können, welche Maßnahme auf die übergeordneten Ziele einzahlt und für die aktuelle Situation des Unternehmens passend ist. Sie haben also eine Basis, auf der sie ihr System und den Einkauf strukturiert aufbauen können und nicht mehr hilflos den rasanten Entwicklungen in Markt und Technologie ausgesetzt sind. Denn auf dieser Grundlage können sie passende Angebote einholen, die exakt auf die individuellen Anforderungen zugeschnitten sind. Externe Partner können dabei helfen, den Aufbau der eigenen Sicherheitsmaßnahmen und den Einkauf strukturiert und Schritt für Schritt anzugehen und das Security-Personal so noch weiter zu entlasten.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

©2026Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok