Beim Thema „Green IT“ schrecken Entscheider vor hohen Kosten zurück, doch das Dilemma lässt sich in der Praxis erfolgreich lösen.
Global wie auch in Deutschland produzieren wir Elektroschrott in einem besorgniserregenden Ausmaß. Der Druck zum Umdenken, vor allem bei Beschaffung und Nutzung von Hardware, wird längst auch in den IT-Abteilungen spürbar. Doch die Digitalisierung gibt weiter ein hohes Tempo vor. Nachhaltige IT-Nutzungsmodelle schließen die Wiederaufbereitung der Geräte mit ein und können hier einen entscheidenden Beitrag leisten.
Die herkömmliche Nutzungsdauer von Smartphones, Laptops und anderen IT-Geräten widerspricht nicht nur im privaten, sondern auch im unternehmerischen Kontext einem nachhaltigen Nutzungsverhalten. Denn zwei von drei ausgedienten IT-Geräten landen zu Gunsten eines Neukaufs in Schubladen und Abstellkammern. Dabei haben sie lediglich das Ende ihrer Nutzungsdauer, nicht etwa ihrer Lebensdauer erreicht. In der Regel werden diese Geräte dann durch neue und dabei häufig energieeffizientere Modellgenerationen ersetzt, was kurze Nutzungszyklen begünstigt. Nachhaltig ist dies allerdings nicht, da Unternehmens-IT nicht nur Emissionen erzeugt, sondern sich darüber hinaus auf den Ressourceneinsatz und die Anhäufung an Elektroschrott auswirkt. Während bereits 75 Prozent der Emissionen von IT-Hardware bei ihrer Produktion entstehen, stecken in nur einem Smartphone etwa 30 Metalle sowie seltene Erden. Allein in der EU soll die Nachfrage nach seltenen Erden bis 2030 sechsfach und bis 2050 siebenfach steigen.
Insbesondere Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ökologische Verantwortung zu übernehmen. Doch die Umsetzung einer klima- und ressourcenschonenden Transformation trifft bei Entscheidern auf Kostendruck: Knapp die Hälfte (48 Prozent) schreckt bei der Implementierung von Green IT vor hohen Kosten zurück. In der Praxis lässt sich das Dilemma allerdings erfolgreich lösen. Und zwar mit zirkulären Nutzungsmodellen für IT-Assets wie Leasing- oder Device-as-a-Service-Lösungen. Basieren diese Modelle auf der Kreislaufwirtschaft, lassen sich bis zu drei Drittel wertvoller Ressourcen einsparen. Denn den Unterschied macht die Wiederaufbereitung zurückgegebener Geräte, um ihre Nutzungsdauer zu verlängern und sie aus den Kellern der Unternehmen herauszuholen.
Bei CHG-Meridian beispielsweise bedeutet dies, die IT-Geräte nach abgeschlossener Nutzungsdauer in den firmeneigenen Technologiezentren zurückzunehmen. Der Prozess beginnt dabei schon beim Kunden selbst: Über gesicherte Transportprozesse gelangen die Assets in die Technologiezentren und werden nach Annahme standardisierten Qualitätskontrollen unterzogen. Im Fokus der Wiederaufbereitung stehen die sicheren ISO-zertifizierten Datenlöschungsprozesse, um die Geräte anschließend für eine Zweitnutzung fit zu machen. Nach erfolgreicher Löschung der Daten werden alle Assets dann genau geprüft und gemäß ihrem Zustand klassifiziert. Schließlich erfolgt die Wiederaufbereitung und Weitergabe in den Zweitmarkt bzw. das fachgerechte Recycling aussortierter Hardware. Dadurch konnten 2022 etwa 940.000 Geräte in einen zweiten Lebenszyklus geschickt werden. Das entspricht einer Quote von 96 Prozent.
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Die Abwicklung solcher Stückzahlen erfordert effiziente, präzise und nachhaltige Logistikprozesse, um auch hier den ökologischen Fußabdruck möglichst gering zu halten. Als Knotenpunkte im Kreislauf stellen die Technologiezentren sicher, dass große Mengen an noch leistungsfähiger, refurbishter IT-Hardware zügig in einen weiteren Nutzungszyklus geschickt werden können.
Das Umdenken hin zur nachhaltigen IT-Beschaffung wird nur über den Kreislauf gelingen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt dabei in zirkulären Nutzungsmodellen, denn von ihnen profitieren nicht nur die Umwelt, sondern auch Unternehmen, da Kosten- und Nachhaltigkeitsziele zeitgleich bedient werden können.
Bildquelle: CHG-Meridian