Die Pistenbetreiber sehen dank der übermittelten Daten, wo ihre Schneefahrzeuge unterwegs sind und wie sie eingesetzt werden.
Langlaufen, Skifahren oder Snowboarden: Die Begeisterung für den Wintersport ist groß. Allein in Deutschland sind jährlich weit über elf Millionen Wintersportler aktiv. Neben dem Schneevergnügen gilt der Wintertourismus darüber hinaus als wichtiger Wirtschaftsfaktor im Süden Deutschlands, aber auch in allen weiteren Alpenländern.
Im Mittelpunkt des Wintertourismus stehen vielerorts großflächige Skigebiete. Um den Gästen größtmöglichen Fahrspaß zu bieten, müssen Loipen und Pisten täglich mit optimalen Schneeverhältnissen vorbereitet sein. Dafür sorgen die roten Pistenbully von Kässbohrer. Das Unternehmen mit Hauptsitz im oberschwäbischen Laupheim hat sich auf Geländefahrzeuge beispielsweise für die Pisten- und Loipenpräparierung spezialisiert. Zu den bekanntesten Produkten gehören die Pistenbully. Mit über 610 PS meistern sie extreme Situationen – im Nebel, Schneetreiben oder im Dunkeln. Am Berg spielen sie ihre Stärken voll aus und schaffen es, selbst in Steilhänge mit einem Gefälle von bis zu 45 Grad wohlpräparierte Abfahrtspisten in den Schnee zu zaubern.
Allerdings sorgen Klima- und Energiekrise für immer schwierigere Rahmenbedingungen im Wintertourismus. Weniger Niederschläge und höhere Temperaturen zwingen viele Skigebiete dazu, auf technischen Schnee zu setzen. Doch die für die Beschneiungsanlagen notwendigen Mengen an Wasser und Energie führen zu steigenden Kosten. Darüber hinaus werden auch die Sportler immer anspruchsvoller. Sie erwarten perfekt präparierte Pisten und eine verlängerte Saison, die so früh wie möglich beginnt und bestenfalls erst weit nach Ostern endet.
Das Unternehmen kennt die aktuellen Herausforderungen seiner Kunden. Um sie bestmöglich zu unterstützen, werden die Produkte kontinuierlich weiterentwickelt. In den letzten Jahren entstanden dabei viele Innovationen mithilfe digitaler Technologien. Jüngstes Vorzeigeprojekt ist die Vernetzung der Pistenbully mit dem Internet of Things (IoT). Dafür ist standardmäßig eine SIM-Karte der Deutschen Telekom an Bord.
Dank digitaler Vernetzung kann der Anwender das Angebot für seine Kunden um Flottenmanagement, Monitoring oder Fernwartung erweitern. Zugleich sehen Pistenbetreiber anhand der übermittelten Daten, wo ihre Maschinen unterwegs sind und wie sie eingesetzt werden. Sie erkennen Unregelmäßigkeiten und können die Fahrrouten optimieren. Betriebsdaten und Verbräuche lassen sich vergleichen, Leerlaufzeiten auswerten und unnötige Fahrtwege vermeiden. So sparen die Betreiber nicht nur Kraftstoff, sondern setzen Personal und Fahrzeuge effizienter ein. Die Kunden konnten so ihre Betriebskosten für Beschneiung und Pistenpräparierung um bis zu 25 Prozent senken.
Die Übertragung von Fahrzeugdaten in Echtzeit sorgt außerdem dafür, dass sich Pisten mit einer Steigung von 120 Prozent besser präparieren lassen. Zum Hintergrund: Um die Pisten zügig vorzubereiten, sind häufig gleich mehrere Fahrzeuge auf einem Hang unterwegs. Ist dieser besonders steil und vereist, hängen die Pistenraupen zur Erhöhung der Traktion an bis zu 1.400 Meter langen Stahlseilen, die wiederum an Ankerhaken entlang der Strecke befestigt sind. Damit ein Fahrzeug nicht ins Seil eines anderen gerät, müssen die Fahrer stets die Position aller anderen Schneeraupen kennen. Über das Mobilfunknetz tauschen die Maschinen ihre genaue Position in Echtzeit untereinander aus. Daneben werden Objekte wie Beschneiungsanlagen, Schneischächte oder Skilifte angezeigt – und überall ausreichend Abstand eingehalten, was mögliche Unfallrisiken vermeidet.
Heutzutage versuchen Skipistenbetreiber die kostbare Ressource Schnee so gut wie möglich zu nutzen. Auch hier unterstützen digitale Lösungen von Kässbohrer und der Telekom. Ein auf dem Dach der Pistenbully installierter Lasersensor ermittelt dank der sogenannten LiDAR-Technologie (Light detection and ranging) permanent die Schneetiefe – 50 Meter voraus in Fahrtrichtung sowie rechts und links der befahrenen Abschnitte. Dank Übertragung über das Mobilfunknetz sehen die Fahrer die Daten unmittelbar auf ihren Monitoren. Eine solche Schneetiefenmessung hilft, Skipisten gleichmäßiger zu präparieren und Naturschnee effizienter zu nutzen. Die Betreiber vermeiden Doppelfahrten und müssen weniger technischen Schnee produzieren, wodurch sich weitere Kosten einsparen lassen.
Bei den Pistenbully sorgt das Mobilfunknetz für stabile Verbindungen und hohe Performance – auch in Grenzgebieten. Außerdem sind internationale Verbindungen möglich. Da das Netz des Anbieters und seiner Partner überall zuverlässige Datenübertragungen gewährleistet, kann Kässbohrer für seine Pistenbully nicht nur nationale Tarife, sondern auch internationales Roaming anbieten.
Kässbohrer AG
Branche: Fahrzeugbau
Gründungsjahr: 1994
Hauptsitz: Laupheim
Mitarbeiterzahl: ca. 650
Bildquelle: Kässbohrer