Auch Consumer-IoT-Produkte werden zur Zielscheibe von Hackerangriffen.
Immer mehr Endverbraucher nutzen Produkte mit IoT-Technologien. Viele sind dennoch verunsichert, denn auch von Vorfällen mit Sicherheitslücken hört man immer wieder. Wie können Unternehmen ihren Kunden das Thema „IT-Security“ messbar und vergleichbar aufzeigen? Gemeinsam mit den IT-Security-Experten von Sevenshift erläutert die Unternehmensberatung Mm1, welche Bedeutung einer Normung im Bereich der IT-Security für Consumer-IoT-Produkte zugerechnet werden kann.
Das Internet of Things (IoT) bzw. das Internet der Dinge folgt im Wesentlichen einer immer ähnlichen Systemarchitektur, indem sich Sensoren und Aktuatoren mit den Backend-Systemen verbinden. Dies erfolgt je nach Anwendung kabelgebunden oder kabellos. Die zugehörigen Frontends, also die Apps oder auch Webportale, kommunizieren über das Internet mit dem Backend oder aber auch direkt über drahtlose Verbindungen mit dem Sensor oder Aktuator.
Die exakte Architektur- und Technologieentscheidung ist je nach Gerät und Nutzer unterschiedlich. Zudem kommt die Gesamtarchitektur nicht unbedingt nur von einem Anbieter. Vielmehr sind die Systembausteine über mehrere Anbieter, wie IoT-Plattformen, Cloud-Anbieter, Kommunikationsnetzanbieter, etc., verteilt. Lediglich die Integration der einzelnen Bausteine und „das System vor Kunde“ liegen in der koordinativen Verantwortung des Lösungsanbieters.
Die Herausforderung ist also das Endprodukt, welches aus verschiedenen Systembausteinen besteht, hinsichtlich der Datennutzung abzusichern. Dies gelingt nur, wenn über das gesamte System ein Mindestmaß an Sicherheit gewährleistet ist. Wichtige Aspekte sind beispielsweise die Nutzung und Gestaltung von Passwörtern, das Firmware-Update-Prozedere oder die verwendeten Protokolle bei der Kommunikation und der Bewirtschaftung der Daten. Dabei sind die obersten Prämissen, dass Kunde und Betreiber keinen Schaden nehmen und die regulatorischen Rahmenbedingungen eingehalten werden.
Wie können solche Vorgaben in der heterogenen Welt des IoT vergleichbar und messbar gemacht werden? Mehrere Normungsorganisationen haben sich der Herausforderung angenommen, Vorgaben für die Anforderungen und Prüfverfahren hinsichtlich der IT-Security für Consumer-IoT-Produkte für alle zuvor genannten Aspekte zu definieren. Somit ist es nun in transparenter Weise möglich, auf der Basis von einheitlichen Richtlinien eine produktübergreifende Messbarkeit der IT-Security zu gewährleisten. Hierbei ist eine Differenzierung nach dem angestrebten Grad an Sicherheit bzw. den notwendigen Anforderungen je nach Anwendung wichtig, da die Anforderungen an die Sicherheit entsprechend des Verwendungszwecks variieren.
Basierend auf den Normen, mit denen Anforderungen an die IT-Security für Consumer-IoT-Geräte formuliert werden, wurden auch die dazugehörigen Testpläne etabliert. Mithilfe einheitlich definierter Anforderungen an die Sicherheit von Consumer-IoT-Geräten einerseits und den entsprechenden Prüfmethoden andererseits kann eine transparente und vergleichbare Aussage über den Grad der IT-Security für die genannten Produkte getroffen werden. Sind diese Normen als Industriestandard definiert und etabliert, werden Kunden diejenigen Produkte als vertrauenswürdig bewerten, wo die Anforderungen an die IT-Security eingehalten werden.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 1-2/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Das Internet of Things ist in sämtlichen Bereichen des Lebens längst Realität. Auch Consumer-IoT-Produkte werden zur Zielscheibe von Hackerangriffen. Durch standardisierte Anforderungen und Prüfmethoden der IT-Security kann in diesem heterogenen Umfeld umfassend und kostengünstig ein Mindestmaß an IT-Security gewährleistet werden. Davon profitiert die Produktqualität und es steigt das Vermarktungspotenzial dieser Produkte.
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