Innovation mit Risikopotential

Wie sicher sind WLAN-Netze?

Eine aktuelle Fortinet-Umfrage bestätigt die Zweifel vieler IT-Verantwortlicher hinsichtlich eines sicheren WLAN-Betriebs.

Balancierender Mann

Firmeninterne WLAN-Infrastrukturen werden von IT-Verantwortlichen als erhebliches Sicherheitsrisiko eingestuft.

Analog zur zunehmden Nutzung ­mobiler Endgeräte in Büro- und Produk­tionsumgebungen, steigt die Zahl firmeninterner WLAN-Infrastrukturen. Was den elektronische Datenzugriff für Mitarbeiter einfacher und flexibler macht, eröffnet jedoch auch Hackern neue Einfallstore und wird von immer mehr IT-Verantwortlichen als erhebliches Sicherheits­risiko eingestuft.

Generell schreitet die WLAN-Implementierung in Unternehmen kontinuierlich voran. War der Einsatz drahtloser Netzwerke in der Vergangenheit aufgrund technologischer Limitation noch häufig von Engpässen und langen Antwortzeiten gekennzeichnet, so versprechen neue WLAN-Standards wie der 2013 ratifizierte IEEE-802.11ac-Wave-1-Standard endlich die Funktionalität, die das Leistungspotential moderner Endgeräte erschließt. Eine in etwa dreimal höhere Übertragungsgeschwindigkeit im Vergleich zum bisherigen IEEE-802.11n-Standard ermöglicht heute den drahtlosen Zugriff auf datenintensive Anwendungen wie Multimedia-Applikationen oder Videokonferenzen. Und die Entwicklung geht weiter voran. Eventuell noch 2015, spätestens jedoch 2016 soll der IEEE-802.11ac-Wave-2-Standard mit neuen Funktionalitäten die drahtlosen Datenübertragung weiter beschleunigen.

Wie eine aktuelle Fortinet-Studie unter weltweit knapp 1.500 IT-Verantwortlichen belegt, betrachten viele von ihnen die steigende Zahl von WLAN-Infrastrukturen mit gemischten Gefühlen. Von den deutschen Studienteilnehmern stuften 60 Prozent drahtlose Netze als das größte Sicherheitsrisiko ihrer IT-Infrastrukturen ein. Die Liste der Gefahrenpotentiale wird hierzulande angeführt vom Verlust vertraulicher Unternehmens- und oder Kundendaten (45 Prozent), gefolgt von der Angst vor Industriespionage (32 Prozent). Auf den Plätzen folgen die Nichteinhaltung gesetzlicher Vorgaben (11 Prozent) sowie Dienstunterbrechungen und damit verbundene Imageschäden mit 5 Prozent.

Das Ergebnis ist nach Ansicht von Sicherheitsexperten nicht überraschend angesichts der Tatsache, dass ein Drittel der WLAN-Firmennetzwerke für Mitarbeiter in Deutschland nicht über die grundlegende Sicherheitsfunktion in Form einer Benutzerauthentifizierung verfügen. Für 19 Prozent der Firmen hierzulande sind Firewall-Funktionen und für 28 Prozent Antivirus-Funktionen derzeit nicht Bestandteil ihrer WLAN-Strategien. „Die Ergebnisse der Befragung weisen darauf hin, dass die Sicherheit von WLAN-Netzen trotz der steigenden Mobilität für Unternehmen bis jetzt schlichtweg keine Priorität hatte“, erklärt Christian Vogt, Regional Director Germany bei Fortinet. Mit kontinuierlichen, technisch immer versierteren Angriffen, die sich verstärkt auf mehrere Zugangspunkte richten, und der steigenden Verbreitung von Cloud-Lösungen sollten Unternehmen dieses Risiko seiner Ansicht nach allerdings nicht mehr länger ignorieren.

Dass Aufklärungsarbeit notwendig ist, um das Gefährdungsbewusstsein zu stärken, zeigen die Ergebnisse bei den Antworten nach zukünftigen Sicherheitsstrategien für WLAN-Netze. Demnach plant die Mehrheit der Studienteilnehmer ihre Aktivitäten auf die „klassischen“ Sicherheitsfunktionen wie Firewall und Authentifizierung zu konzentrieren. Nur 19 Prozent der befragten deutschen Unternehmen sehen einen weitergehenden Sicherheitsbedarf und legen Wert auf ergänzende Technologien wie Intrusion Prevention Systeme (IPS), Antivirusprogramme, Anwendungskontrollen und URL-Filter, um sich umfassend vor potentiellen Gefahren zu schützen.

Hinsichtlich des Managements von WLAN-Infrastrukturen, gewinnen Cloud-Lösungen an Bedeutung. Nur zwölf Prozent der Befragten würden sich bei einem solch kritischen Management nicht auf Cloud-Konzepte verlassen. Von den deutschen Teilnehmern, die bereit sind auf Cloud-Lösungen zu setzen, würden 70 Prozent eine private Cloud-Infrastruktur bevorzugen, während die restlichen 30 Prozent einen Anbieter von Managed Services mit dieser Aufgabe beauftragen würden.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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