Remote Access, Passwort-Regeln und gemeinsame Benutzerkonten

Wie simple Fehler die IT-Sicherheit gefährden

Der Global Security Report von Trustwave kommt zu dem Ergebnis, dass Unternehmen ihre IT-Sicherheitsarchitektur durch einfache Fehler untergraben. Sie setzen schwache Passwörter ein und vernachlässigen Schutzvorkehrungen beim Einsatz von Remote-Access-Lösungen.

Unternehmen untergraben ihre IT-Sicherheitsarchitektur, indem schwache Passwörter eingesetzt und Schutzvorkehrungen beim Einsatz von Remote-Access-Lösungen vernachlässigen werden.

Für die Studie wurden insgesamt 574 Sicherheitsverletzungen in 15 Ländern untersucht und Daten aus mehr als vier Millionen Netzwerkschwachstellenscans ausgewertet. Auch in den vorherigen Jahren waren unsichere Remote-Access-Verbindungen sowie schwache Passwörter die am häufigsten ausgenutzten Schwachstellen. Trustwave identifiziert beide Punkte als Ausgangspunkt für 56 Prozent aller Netzwerkeinbrüche. „Zu den weiteren 44 Prozent an ursächlichen Faktoren zählten schwache oder fehlende Zugriffskontrolle, nicht gepatchte Schwachstellen, Fehlkonfigurationen und Insiderangriffe“, schreiben die Autoren des IT-Sicherheitsreports 2015.

Kleine Ursache, große Wirkung

Noch ungünstiger stellt sich die Situation bei Point-of-Sale-Systemen dar. Wertet man die Untersuchungsergebnisse speziell für diesen Anwendungsfall aus, sind schwache Passwörter und unsichere Remote-Access-Verbindungen die Ursache für 94 Prozent der Einbrüche in Verkaufsterminals. Kleine, vermeidbare Fehler haben demnach große Auswirkungen auf die Gesamtsicherheit in Unternehmensnetzen.

Die meisten Organisationen mit mehreren Standorten nutzen Remote-Access-Lösungen um unterschiedliche Geschäftsanwender, Kunden und IT-Mitarbeiter produktiv zu unterstützen. Leider werden diese Tools von zu vielen Unternehmen auf unsichere Art eingesetzt, indem sie beispielsweise Best-Practice-Vorgaben für den Einsatz von Remote-Access-Lösungen vernachlässigen. Oder aber sie nutzen veraltete Fernzugriffslösungen.

Gefahr erkannt – Gefahr gebannt? Schon mit wenigen Schritten lassen sich diese beiden Einfallstore für Angreifer schließen. Legacy-Systeme wie VNC und RDP sollten durch moderne, einfach konfigurierbare Remote-Access-Lösungen ersetzt werden. Der beste Weg ist dabei, die eingesetzten Werkzeuge auf einer einheitlichen Plattform zu konsolidieren. Dieser Schritt ermöglicht ein zentrales Management und Monitoring aller internen und externen Fernzugriffe. Zugriffsversuche über nicht autorisierte Remote-Access-Systeme lassen sich auf diese Weise blocken und der Einsatz nicht erwünschter Tools im Firmennetz unterbinden. Für zusätzlichen Schutz sorgen Lösungen, die einen verschlüsselten Remote-Datenverkehr über die zentrale Firmen-Firewall ermöglichen.

Die richtige Passwortwahl

Ein wiederkehrendes Problem in vielen Unternehmen ist die Passwortsicherheit. Je komplexer und je länger die Zugangscodes sind, und je häufiger sie gewechselt werden, desto sicherer. Auch im aktuellen Sicherheitsreport verweisen die Experten darauf, dass die Komplexität der eingesetzten Passwörter nicht ausreiche. Die Verwendung simpler Begriffe als Passwort ist offenbar auch im geschäftlichen Umfeld zu verführerisch, wie die Top 5 der am häufigsten genutzten Passwörter zeigt: „Password1“, „Welcome1“, „P@ssword“, „Summer1!“ und „password“.

Darüber hinaus hängt ein wirkungsvolles Risikomanagement davon ab, wie ein Unternehmen mit privilegierten Benutzerrechten umgeht. Dazu zählen alle Benutzerkonten, die Zugriffsrechte auf sensible Systeme verschaffen. Insbesondere bei der Zusammenarbeit mit Drittanbietern ist eine granulare Steuerung, Überwachung und Verwaltung der Administratorrechte erforderlich. Sinnvoll ist es, die Zugriffe auf festgelegte Zeiten und spezifische Systeme zu beschränken. Teil des Sicherheitskonzeptes muss auch ein manipulationsfreier Auditierungsprozess sein, der eine genaue Analyse und Nachvollziehbarkeit der durchgeführten Aktivitäten gewährleistet. Das ist nur möglich, wenn jeder Nutzer über individuelle Zugriffsrechte statt gemeinsam genutzter Gruppenrechte verfügt. Zusätzliche Sicherheit bietet die Möglichkeit der Multi-Faktor-Authentifizierung, wie zum Beispiel über Smart Cards.

Der Sicherheitsreport dokumentiert, wie komplex die IT-Sicherheitslandschaft ist und welche Auswirkungen selbst einfache Ursachen haben können. Sicherheitslücken beim Fernzugriff und Passwortmanagement sind keine neuen Phänomene, aber sie stehen auf der Gefahrenliste immer noch ganz oben. Mit den genannten Maßnahmen lassen sich die beiden häufigsten Ursachen für Einbrüche in IT-Systeme beheben.


* Der Autor Elmar Albinger ist Vertriebsdirektor bei Bomgar


Bildquelle: Thinkstock/ iStock

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