Blickfang beim Händler: Die Kacheloptik von Windows 8
Die neue Windows-Oberfläche mit ihrer typischen Kacheloptik ist zumindest in den Anzeigen der PC-Hersteller und -Händler zu einem leicht wiedererkennbaren Sinnbild für das neue Windows geworden. Nach allen bisher bekannten Zahlen verbreitet sich Windows 8 recht gut und hat schon eine deutliche Marktposition erobert.
Zeit für ein Update? Bis vor kurzem hätte Microsoft diese Frage mit Nein beantwortet. Doch der Betriebssystemriese aus Seattle hat dazugelernt: Microsoft will in Zukunft regelmäßig Erweiterungen und Verbesserungen seines Windows als Update-Version ausliefern. Die erste Nachfolgeversion von Windows 8 mit dem Codenamen “Windows Blue” wirft bereits ihre langen Schatten voraus.
Vor ein paar Tagen tauchte auf obskuren polnischen Servern eine sehr frühe Preview von Windows Blue auf, die von einigen mutigen Leuten sofort getestet wurde. Gleichzeitig gab Microsoft bekannt, dass die mitgelieferten Apps für Mail, Kontakte und Termine in neuen Versionen über den Windows Store ausgeliefert werden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind dies bereits die entsprechenden Apps für sein Windows Blue sein.
Es ist also - mit aller Vorsicht - eine Vorschau auf die im Windows-8-Nachfolger verbesserten Funktionen möglich. Die Reaktion der Leute, die bereits einen Blick auf Windows Blue und App-Updates werfen konnten, lässt sich in einem Satz zusammenfassen: “Endlich ist Windows 8 so, wie wir uns das gewünscht haben.”
Microsoft hat sehr intensiv an der modernem Touch-Oberfläche gearbeitet, die vielen Benutzern von Windows 8 bei weitem nicht konfigurierbar genug war. Vor allem die Größe der Kacheln auf den beim Desktop-Einsatz üblichen Monitoren mit 24 oder gar 27 Zoll Diagonale wurde häufig kritisiert. Bei Windows Blue gibt es jetzt auch sehr kleine Kacheln, so dass große Displays besser ausgenutzt werden.
Außerdem ist die Anzeige von zwei Touch-Apps nebeneinander verbessert worden: Es gibt jetzt einen beweglichen Mittelbalken, mit dem die Breite der beiden Fensterbereiche verändert werden kann. Zudem ist es jetzt möglich, dass sich vier Apps den Bildschirm aufteilen. Hierbei ist allerdings keine Veränderung der Größe möglich.
Generell gibt es an der Touch-Oberfläche eine Vielzahl an Detailverbesserungen, die vor allem eine leichtere Personalisierung erlauben. Außerdem wurde die Charmsbar überarbeitet Und SkyDrive besitzt jetzt Funktionen zum automatischen Backup und Upload von Fotos.
Da es sich um eine sehr frühe Preview handelt, sind weitere Ergänzungen und neue Funktionen natürlich noch möglich. Doch insgesamt wirkt Windows Blue nicht wie eine vollständig erneuerte, sondern wie eine verbesserte Version - früher hieß so etwas “Service Pack”. Ähnliche Verbesserungen in den Details gibt es auch bei den jetzt via Store ausgelieferten Touch-Apps.
Die Mail-App kennt jetzt Markierungen und die entsprechenden Filter, die Kennzeichnung als Junk-Mail wie bei Outlook, Suche auf dem Server und das Bearbeiten von Ordnern. Außerdem ist der Mail-Editor deutlich verbessert worden. Jetzt fällt das Formatieren leichter und das Einfügen von bereits formatierten Textpassagen funktioniert besser.
Die Kontakte-App (“People”) ist ebenfalls verbessert worden. Der Nutzer kann mit ihr auf Facebook-Pinnwände schreiben. Das Aufnehmen eines Mail-Absenders in die Kontakte geht jetzt leichter von der Hand .Außerdem bietet die Kontakte-App häufiger genutzte Mailadressen in der Empfängerzeile einer Mail an.
Der Kalender ist optisch verbessert worden. Er besitzt nun eine Ansicht der Arbeitswoche und zeigt die aktuelle Zeit an. Die größte Veränderung geschah jedoch unter der Haube: Microsoft hat die Verknüpfung mit dem Google Kalender entfernt. Das heißt: Mit der neuen App können die Anwender von Windows 8 ihren Kalender nicht mehr mit Google synchronisieren.
Dieser ziemlich herbe Funktionsverlust hat damit zu tun, dass Google die Synchronisierung mit Exchange-Prozeduren nicht mehr für seinen Kalender anbietet. Leider unterstützt die Kalender-App von Windows 8 aber auch nicht die offene Schnittstelle CalDAV, die von Google zumindest für registrierte Entwickler noch angeboten wird. (Die für jede Anwendung zugängliche offene Schnittstelle wird von Google bald deaktiviert).
Allerdings klemmt Google die Unterstützung für Exchange Active Sync nicht sofort ab. Bis zum 31. Juli können sich Windows-Nutzer noch für ihren bestehenden Google Kalender mit der neuen App registrieren, indem sie einmal eine Synchronisation starten. Anschließend funktioniert die Synchronisation dauerhaft weiter. Ab dem einunddreißigsten Juli ist es allerdings nicht mehr möglich, sich neu zur Synchronisation bei Google anzumelden.
Bildquelle: Microsoft