Virtuelle Arbeitsräume

„Wir stehen am Beginn einer neuen Ära“

Im Interview wirft Andreas Kunz, Head of Marketing & PR Video Collaboration DACH bei Logitech, einen Blick auf virtuelle Arbeitsräume und erläutert, inwieweit sie die traditionelle Arbeitswelt revolutionieren.

Andreas Kunz, Logitech

Nach seinem Studium startete Andreas Kunz bei Unique Concept seinen beruflichen Werdegang.

ITD: Herr Kunz, welche Rolle spielt Ihrer Ansicht nach die physische Präsenz von Mitarbeitern für ein konstruktives Meeting?
Kunz: Die physische Anwesenheit in einem Raum hat uns die letzten Jahrzehnte begleitet, aber die heutigen technologischen Möglichkeiten bieten uns neue Wege der Zusammenarbeit. Dass sich die Meeting-Kultur auch in Deutschland nachhaltig verändert hat, ist längst kein Geheimnis mehr. Wenn wir uns die Zahlen unserer aktuell durchgeführten Studie ansehen, bestätigt sich der Trend hin zu weniger physischer Anwesenheit der Mitarbeiter für ein konstruktives Meeting. Die überwältigende Mehrheit der Befragten betrachtet die physische Anwesenheit nicht als den entscheidenden Faktor bei Meetings. Vielmehr legt sie Wert auf das Engagement der Teilnehmer, ein klar definiertes Thema und das Endergebnis des Meetings. Die physische Anwesenheit von Mitarbeitern kann für konstruktive Besprechungen zwar nach wie vor wichtig sein, da sie die direkte Kommunikation und den Aufbau von Beziehungen erleichtert. Business-Lösungen zeigen jedoch, dass mit den richtigen Tools auch virtuelle Meetings effektiv sein können.

ITD: Inwieweit sind virtuelle Arbeitsräume bereits dabei, die traditionelle Arbeitswelt zu revolutionieren?
Kunz: Jedes zweite Unternehmen gewährt seinen Mitarbeitern mittlerweile mindestens drei Tage pro Woche Homeoffice. Gerade vor diesem Hintergrund wird deutlich: Virtuelle Arbeitsräume sind die Zukunft und sind bereits dabei, die Arbeitswelt grundlegend zu verändern. Sie revolutionieren durch Flexibilität und Erreichbarkeit, ermöglichen es Teams, unabhängig von ihrem Standort zusammenzuarbeiten, und fördern so eine integrative Arbeitskultur. Unsere Studie zeigt deutlich den Wandel auf, den virtuelle Arbeitsräume in der modernen Arbeitswelt bewirken. Es zeichnet sich ab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten keine virtuellen Arbeitsräume nutzen, was die zunehmende Akzeptanz und Integration dieser Technologie in den Arbeitsalltag unterstreicht.

ITD: Welche Vorteile versprechen virtuelle Arbeitsräume hinsichtlich der Zusammenarbeit der Mitarbeiter?
Kunz: Das Potenzial von virtuellen Arbeitsräumen wird zwar nach wie vor nicht vollständig ausgeschöpft – dennoch besteht bereits heute ein breites Bewusstsein für die Vorteile hybrider Arbeitsformen: bessere Erreichbarkeit aller Mitarbeiter, Kosteneinsparungen (z.B. durch weniger benötigte Bürofläche) und höhere Flexibilität. Nahezu zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) sahen sogar eine Verbesserung in der Zusammenarbeit mit den Kollegen, seitdem sie auf virtuelle Arbeitsräume setzen. Demgegenüber gaben nur 6 Prozent der Befragten an, dass sich die Zusammenarbeit verschlechtert hat. Damit verdeutlicht die Befragung einmal mehr den Mehrwert hybrider Arbeitsumgebungen in New-Work-Modellen.

ITD: Welchen Verbesserungsbedarf gibt es bei der Durchführung virtueller Meetings? Was sind die größten Stolpersteine?
Kunz: Natürlich gibt es bei der Durchführung virtueller Meetings noch Verbesserungsbedarf. Den größten Stolperstein sehen wir in den technologischen Hürden bei der Nutzung, gefolgt von Sicherheitsbedenken und mangelndem Fachwissen. Hinsichtlich der Technologie gibt es einige zertifizierte Lösungen für Konferenzräume und Schreibtische, die helfen, diesen Stolperstein zu überwinden.

ITD: Welche Tools sind anno 2024 für ein erfolgreiches hybrides Arbeitsmodell unverzichtbar?
Kunz: Für ein erfolgreiches hybrides Arbeitsmodell sind Tools unverzichtbar, die eine reibungslose Kommunikation und Zusammenarbeit ermöglichen. In Zukunft werden vor allem Video-Collaboration, KI-Tools und Tools zum digitalen Projektmanagement noch stärker an Bedeutung gewinnen. Doch auch die Möglichkeit der Remote-Wartung und Steuerung der Geräte für die IT, sowohl im Office als auch im Homeoffice, ist unverzichtbar. Hierbei unterstützen Tools, die die Verwaltung von Konferenzräumen und Geräten für einzelne Arbeitsplätze erleichtern, da sie über eine einzige Plattform gesteuert werden. Zudem spielt Künstliche Intelligenz eine immer wichtigere Rolle bei der Automatisierung von Prozessen, der Personalisierung von Erfahrungen und der Analyse von Daten zur Steigerung der Produktivität.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 1-2/2024. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

ITD: Wie stehen die Führungsetagen deutscher Großunternehmen der sich verändernden Arbeits- und Meeting-Kultur gegenüber?
Kunz: Wir stehen am Beginn einer neuen Ära der Arbeit. Die Führungsetagen deutscher Großunternehmen stehen dem Wandel der Arbeits- und Meeting-Kultur überwiegend positiv gegenüber, da sie die Vorteile für Effizienz und Mitarbeiterzufriedenheit erkennen. Allerdings gibt es auch Herausforderungen bei der Umsetzung und dem Management dieser Veränderungen. Dennoch ist ein deutliches Umdenken in den Führungsetagen deutscher Unternehmen zu erkennen. Fast zwei von drei Unternehmen gaben in unserer Studie an, dass aktuelle Trends und Technologien strategische Entscheidungen und Geschäftsziele beeinflussen. So entscheidet vor allem die Geschäftsführung – aber immerhin in jedem fünften Unternehmen auch die IT-Abteilung – über die Anschaffung neuer technischer Lösungen.

Bildquelle: Logitech

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