Arbeit im Büro

„Wir testen uns immer noch regelmäßig“

Im Gespräch mit Jana Koske, Gründerin und Geschäftsführerin von Aflexio und zugleich Expertin für Produktionsplanungsprozesse sowie Themen rund um Personal und New Work

Jana Koske, Aflexio

Als leidenschaftliche Beraterin für Planungsprozesse begleitet Jana Koske seit vielen Jahren diverse Kunden bei ihren Projekten rund um das Thema „Supply-Chain-Planung“. Ihr Lebensmittelpunkt ist in Schleswig Holstein, ihr Arbeitsumfeld überall da, wo sie gebraucht wird.

ITD: Frau Koske, Unternehmen müssen auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter eingehen, um in Zeiten des Fachkräftemangels ihre Attraktivität als Arbeitgeber zu erhöhen und sich damit Wettbewerbsvorteile zu schaffen. Welche Bedürfnisse sind das genau?
Koske: Jeder Mitarbeiter ist anders und hat dadurch auch andere Bedürfnisse, bei uns ist das vornehmlich das Bedürfnis, sich mit seinen Kollegen persönlich auszutauschen, konzentriert arbeiten zu können, sich auf die Infrastruktur und das Arbeitsequipment verlassen zu können, genug Zeit und Kraft für die Dinge zu haben, die nicht zur Arbeit gehören.

ITD: Wie gestaltet sich aus Ihrer Sicht ein attraktives Arbeitsplatzkonzept in einem Großunternehmen?
Koske: Wir sind natürlich kein Großunternehmen, aber bei uns muss jeder im Team sich zu jederzeit unterstützt fühlen, auch was seinen physischen Arbeitsplatz angeht. Was brauche ich, um meine augenblickliche Aufgabe erfolgreich zu erfüllen? Ruhe, Kreativitätsimpulse, Austausch, Abgeschirmtheit, Flexibilität im Sinne von Work-Live-Balance etc.

ITD: Welche Herausforderungen müssen Unternehmen bei der Kombination aus Büro, Homeoffice und Offsite-Locations bewältigen?
Koske: Transparenz. Im Büro ist relativ sichtbar, wer wann da ist und wie vertieft jemand in seine Arbeit bzw. im Gespräch ist. Das ist nicht klar, wenn der derjenige im Homeoffice oder offsite ist. Das braucht klare Kommunikation und Regeln. Hier sind sicher auch die unterschiedlichen Arbeitszeiten ein Thema und asynchrones Arbeiten muss möglich sein.

ITD: Welche technischen Grundlagen sind hier Voraussetzung? Welche Rolle spielen z.B. Collaboration-Tools bei solchen Workspace-Kombinationen?
Koske: Jeder Mitarbeiter wird von uns mit entsprechender Hardware ausgestattet. Handys, Laptops, Noice-cancelling-Kopfhörer und Webcams gehören immer dazu. Wir nutzen intern die Microsoft-Teams-Umgebung sehr intensiv und überlegen zurzeit, welche Software wir für virtuelle Kaffeeecken nutzen können, um ad hoc Pausen mit anderen verbringen zu können.

ITD: Worauf sollte bei der Auswahl entsprechender Tools geachtet werden?
Koske: Dass die Tools integrativ und einfach zu nutzen sind – die Hürde muss niedrig sein, sonst fehlt die Akzeptanz.

ITD: Inwieweit bereiten sich Unternehmen und ihre Mitarbeiter bereits auf die Ungewissheit vor, die der kommende Winter bereithält – Stichworte „hohe Energiepreise“ und „steigende Infektionsraten“?
Koske: Egal, was kommt, es trifft uns nicht unerwartet, da alle Modelle genutzt werden und es keine Rolle spielt, wie die prozentuale Verteilung aussieht.

ITD: Von wo aus werden Arbeitnehmer die nächsten Wochen und Monate wohl bevorzugt arbeiten – vom Homeoffice aus, um möglichst Kontakte und damit Infektionsrisiken zu vermeiden, oder vom Büro aus, um daheim Heizkosten zu sparen?
Koske: Es wird beide Typen geben und egal wie – wir unterstützen jegliche Vorlieben.

ITD: Wie können wiederum Unternehmen eine produktive Arbeitsumgebung sicherstellen, die infektionssicher und zugleich nachhaltig, sprich energiesparend, ist?
Koske: Wir testen uns z.B. immer noch regelmäßig (2 x pro Woche), wenn wir ins Büro kommen. Das möchten unsere Mitarbeiter so, um sich sicher zu fühlen. Energiesparend kann für uns auch bedeuten, nicht ins Büro zu fahren (also mit dem Auto). Wir fördern zusätzlich alternative Mobilitätsmöglichkeiten. Zu Hause ohne Strom und Heizung zu arbeiten, ist nicht möglich, aber ich glaube auch nicht, dass das der große Hebel sein wird, um Zufriedenheit zu generieren.

Bildquelle: Aflexio

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