Neue Klasse von IoT-Geräten

„Wir treiben Standards voran“

Im Interview geht Kayla M. Myrhow, Senior Product Marketing Manager bei Bluetooth SIG, auf das Zusammenspiel von Ambient IoT und Bluetooth ein.

Kayla M. Myrhows, Bluetooth SIG

Kayla M. Myrhows Schwerpunkte sind zusammen­hängende Netzwerke wie MacOS/iOS sowie Virtualisierung, Wi-Fi-Sicherheit und Bluetooth-Ökosysteme.

ITD: Frau Myrhow, welche Rolle spielt Bluetooth Low Energy (LE) bei der Entwicklung eines nachhaltigen Ambient Internet of Things (IoT)?
Myrhow: Ambient Internet of Things (IoT) meint eine neue Klasse von IoT-Geräten, die in erster Linie durch die Nutzung von Umgebungsenergie aus Funkwellen, Licht, Bewegung, Wärme oder einer anderen brauchbaren Umgebungsenergiequelle betrieben werden. Die Bluetooth-Technologie, insbesondere Bluetooth LE, spielt eine entscheidende Rolle bei der Ausgestaltung der entstehenden Ambient-IoT-Landschaft. Die große Bandbreite an Funktionen von Blue­tooth LE macht es zur bevorzugten Wahl für Ambient-IoT-Anwendungen. Die Rolle der Bluetooth SIG innerhalb des Ökosystems unterstützt ebenfalls die kontinuierliche Weiterentwicklung der entsprechenden Technologie und fördert eine Entwicklergemeinschaft, die sich auf stromsparende IoT-Lösungen konzentriert.

ITD: Wie sieht eine Implementierungsarchitektur für Ambient IoT aus?
Myrhow: Bluetooth LE bietet vielseitige Implementierungs­optionen von Punkt zu Punkt, über Mesh bis zu Broad­cast-Topologien. Darüber hinaus ermöglicht die Bluetooth-Technologie verschiedene Verbindungsmethoden, darunter internetbasierte, Gateway-vermittelte oder Peer-to-Peer-Konfigurationen. Für Ambient-IoT-Anwendungsfälle gibt es verschiedene Implementierungsansätze. Diese lassen sich so immer auf die spezifischen Benutzeranforderungen und Einsatzumgebungen zuschneiden. Durch die Nutzung der flexiblen Topologien von Bluetooth LE können Lösungsanbieter Ambient-IoT-Lösungen so anpassen, dass sie sich nahtlos in jeden Anwendungsfall und jede Umgebung einfügen.

ITD: Was sind die Vorteile des Bluetooth-Ökosystems für das Ambient Internet of Things?
Myrhow:
Entscheidend für den Markt ist der langfristige Support, den das Ökosystem bietet. Zusätzlich gewährleistet es eine dauerhafte Feldfunktionalität ohne eine häufige Wartung oder einen häufigen Geräteaustausch. Und die Technologie erlaubt die einfache Entwicklung von Funktionen, die auf die Anforderungen von Ambient IoT zugeschnitten sind: Dazu zählen u.a. Sensorik, Standortverfolgung, Identifizierung und Steuerung. Wir treiben Standards und Interoperabilität dabei kontinuierlich voran und tragen so zur nahtlosen Integration und Wartung von Ambient-IoT-Geräten bei. Diese Bemühungen verringern die Abhängigkeit von proprietären Lösungen und einzelnen Anbietern.

ITD: Welche bestehenden und neuen IoT-Anwendungsfälle gibt es?
Myrhow:
Anwendungen für eine drahtlose Kommunikation, die sich autark aus Umgebungsenergie speist, können in existierende und neu entstehende IoT-Szenarien in verschiedenen vertikalen Märkten integriert werden. Die höchsten Akzeptanzraten werden jedoch bei Anwendungen erwartet, die sich durch geringe Komplexität und Funktionalität, Erschwinglichkeit, vollständige Autonomie, geringe Abhängigkeit von unterstützenden Geräten und kontrollierte Energieumgebungen auszeichnen. Obwohl das Potenzial für Anwendungsfälle sehr groß ist, gehen wir und ABI Research davon aus, dass sich viele Implementierungen kurzfristig auf die Verfolgung und Überwachung der Lieferkette konzentrieren, die sich von der Herstellung bis zur Nachverkaufsphase erstreckt.

Bildquelle: Bluetooth SIG

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