Startup-Romantik. Die Realität ist oft anders, auch bei Aleph Alpha
Erst einmal eine gute Nachricht zum KI-Startup Aleph Alpha, die in den letzten Wochen selten geworden ist: Das Unternehmen und sein Gründer Jonas Andrulis haben Baden-Württemberg als erstes Bundesland überzeugt, sein Sprachmodell zur Verwaltungsbeschleunigung einzusetzen. Ab Mitte August wird die KI-Assistenz F13 in den Behörden eingeführt.
Erste Kunden und neue Investoren
Die Technologie wurde gemeinsam von Aleph Alpha und dem Innovationslabor "Innolab" entwickelt und hilft bei der Recherche in Landtagsdrucksachen, Pressemitteilungen und Gesetzestexten. Sie basiert auf Aleph Alphas Sprachmodellen, die Texte und Bilder interpretieren und den Inhalt zusammenfassen können. Ein zentraler Aspekt ist die „Erklärbarkeit“, die Transparenz über die Quellen der Aussagen bietet und somit vor Fehlinformationen schützt.
Für das Startup kommt diese Meldung zur rechten Zeit, und sie wird flankiert von einer weiteren interessanten Neuigkeit: Das Startup und der Innovation Park Artificial Intelligence (Ipai) vertiefen ihre Zusammenarbeit. Das im Dezember 2023 gegründete Gemeinschaftsunternehmen Aleph Alpha Research wird langfristig mit 300 Millionen Euro ausgestattet
Mit dem Geld soll es die anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung generativer Künstlicher Intelligenz (KI) vorantreiben. Das Unternehmen forscht und entwickelt den Angaben zufolge an großen Sprachmodellen und Anwendungsumgebungen mit dem Ziel, vertrauenswürdige, zugängliche, transparente und erklärbare KI zu nutzen.
Kritik an der Unternehmenspolitik
Das Unternehmen hat gute Nachrichten wie diese auch dringend nötig, denn zuletzt gab es einiges an Irritation und Kritik. So wurden in verschiedenen Medienberichten Nutzer der Sprachmodelle von Aleph Alpha zitiert, die mit den Leistungen nicht zufrieden sind und es hinter GPT & Co. einordnen - es fehle die Weiterentwicklung.
Zudem gibt es Kritiker der 500-Millionen-Finanzierung, die wenigstens der Zahl nach zu den größten Finanzierungsrunden in der europäischen KI-Szene gehört. Der Digitalexperte, Berater und Blogger Thomas Knüver hat auf Indiskretion Ehrensache kritisiert, dass Aleph Alpha übertriebene (womöglich falsche) Informationen veröffentlicht hat. Statt der verkündeten 500 Millionen Euro sollen es nur 100 Millionen Euro gewesen sein.
Doch laut dem KI-Briefing vom Handelsblatt kämen 300 Millionen Euro von einer Stiftung des Lidl-Gründers Dieter Schwarz. Das klingt nach der oben erwähnten Finanzausstattung des IPAI-Joint-Ventures, denn dieselbe Stiftung ist auch Hauptfinanzier des Innovationsparks. Das wirkt nicht transparent, passt aber zur diskreten und undurchsichtigen Welt der Stiftungen und Family Offices von großen deutschen Familienunternehmen.
Wenig Umsatz, hohe Verluste, entweichende Manager
Ein weiterer Kritikpunkt: Aleph Alpha erzielte nur geringen Umsatz im Vergleich zu den Verlusten. Im Jahr 2023 betrug der Umsatz knapp eine Million Euro, während der Verlust über 18 Millionen Euro lag. Diese Diskrepanz wirft Fragen zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit des Unternehmens auf.
Zudem haben mehrere Manager haben das Unternehmen verlassen, was auf mögliche interne Probleme hinweist. Die Abgänge könnten auf Unzufriedenheit mit der Unternehmensstrategie oder den Arbeitsbedingungen zurückzuführen sein und stellen die Fähigkeit des Unternehmens infrage, Top-Talente zu halten.
Trotz dieser Probleme will Jonas Andrulis Aleph Alpha zu einem führenden KI-Unternehmen in Europa machen. Aleph Alpha plant nun, sich auf spezifische Anwendungen zu konzentrieren, statt direkt mit großen US-Konkurrenten zu konkurrieren.
Quellen: Business Insider, Capital, Indiskretion Ehrensache, Manager Magazin, Zeit Online
(Verfasst mit Hilfe von KI.)
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