Die App-Ökonomie wächst.
Fast fünf Millionen Arbeitsplätze und 63 Milliarden Euro Umsatz bis 2018 - nach einer aktuellen Studie ist die App-Branche der am schnellsten wachsende Wirtschaftszweig im europäischen Raum. Der Großteil dieses prognostizierten Wirtschaftswachstums wird allerdings nicht in den Appstores der verschiedenen Anbieter gemacht, sondern durch Aufträge und Projekte in der Entwicklung interner und öffentlicher Apps für Unternehmen.
Der Bericht "Sizing the EU App Economy" wurde von Gigaom Research für die Initiative "Startup Europe" erstellt, einer von EU-Kommissarin Neelie Kroes unterstützten Aktion im Rahmen der Digitalen Agenda. Für die Studie wurden Apps-Entwickler unter anderem nach ihrer Einschätzung der Marktentwicklung und ihren Erfahrungen befragt.
Die Studie sieht große wirtschaftliche Chancen für Startups und Unternehmen, die sich im Bereich der Auftragsentwicklung engagieren. Vor allem hier gibt es Chancen für Nachwuchskräfte auf gut bezahlte Jobs mit Entwicklungsmöglichkeiten.
Eine weitere interessante Entwicklung für den Arbeitsmarkt: App-Entwicklung sorgt für Folgejobs in Marketing und Support. Die Studie geht davon aus, dass bis 2018 auch in diesen Bereichen zahlreiche Arbeitsplätze entstehen. So sollen zu den gut 2,8 Millionen Entwicklern etwa zwei Millionen weitere Arbeitsplätze kommen.
Doch technische Engpässe könnten den Boom der Appökonomie vorzeitig stoppen. Ein Viertel der in der Studie befragten Entwickler fordern einen raschen Ausbau des LTE-Netzes in Europa. Sie kritisierten zudem die mangelnde Interoperabilität zwischen Plattformen wie Android, iOS und Facebook sowie die vollkommene Abhängigkeit von amerikanischen Großkonzernen - was Auswirkungen auf die Einnahmen habe.
Doch es sind nicht nur technische Mängel, die viele Entwickler skeptisch machen. Eine häufig genannte Hürde ist der Mangel an Entwicklern, der unter anderem auch an der Sogkraft der US-Unternehmen liegt. Da der Arbeitsmarkt der Appökonomie global ist, konkurrieren auch Startups direkt mit den sehr gut zahlenden US-Riesen.
Die EU-Kommission möchte diesen Schwierigkeiten mit unterschiedlichen Maßnahmen in einer Digitalen Agenda entgegentreten. Unter anderem will sie die Attraktivität der Arbeit verbessern, zusammen mit der Industrie Fortbildungsmaßnahmen entwickeln und die Anerkennung von Abschlüssen im Ausland verbessern. Zudem sollen bereits Schüler an das Programmieren herangeführt werden.
Bildquelle: Tony Hegewald / pixelio.de
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