Logistik

Wohin die Reise gehen muss

Dank fünf aktueller Lösungsansätze können große Unternehmen mehr Nachhaltigkeit in ihre Logistikprozesse bringen und wettbewerbsfähig bleiben.

Koffer und Hut

Fünf Lösungsansätze zeigen auf, wohin die Reise in Sachen „Logistik“ zukünftig gehen muss.

Zeitslots gegen Wartezeiten bei der Lkw-Entladung: Die Weiterverarbeitung oder der Verkauf von Produkten erfordern einen Transport von A nach B, häufig durch Lkw. Kommen aber mehrere Lkw gleichzeitig an, entstehen leicht Wartezeiten. Mitunter geraten ganze Lieferketten ins Stocken, auch weil eingeplante Lkw noch nicht wieder verfügbar sind. Die Lösung: Fahrer buchen für die Entladung am Zielort zuerst online ein Zeitfenster – so bleibt die Lieferkette im Fluss. Ein weiterer Ansatz: mehr Warentransport auf der Schiene. Züge stehen nicht im Stau und ihre Entladung ist besser planbar.

Ship-from-Store als nachhaltiges Lieferkonzept: Großunternehmen verschicken ihre Produkte oft aus einem zentralen Warenlager. Auch Retouren laufen meist erst in dieses Lager zurück, statt sofort in die entsprechende Abteilung zu gehen. Dieser Hin- und Hertransport verursacht klimaschädliche Abgase. Ship-from-Store ist hier eine etablierte Lösung. Online-Bestellungen werden dabei direkt von einer nahegelegenen Filiale aus versandt. Gleichzeitig kann eine größere Filiale als zusätzliches Lager fungieren.

Automatisierung manueller Prozesse: In der Logistik gibt es etliche Automatisierungsmöglichkeiten, durch die Prozesse und Workflows effektiver und nachhaltiger werden. Ein Beispiel: das Behälter-Management beim Recycling alter Smartphones. Wird die Recyclingkiste für Kunden stets zu festgelegten Zeitpunkten entleert, ist sie vielleicht noch halbleer – ein unnötiger CO2-Ausstoß beim Transport. Ist der Behälter aber mit einem Füllstandsensor versehen, meldet dieser das Erreichen eines Gewichtgrenzwerts an eine Cloud-Logistikplattform, die automatisch die Abholung der Kiste veranlasst – zum optimalen Zeitpunkt.

Nachhaltigkeitswettbewerb gegen Kundenretouren: Einige Kunden bestellen Produkte gern zur Ansicht, weil sie diese jederzeit zurückschicken können. All diese Retouren führen allerdings zu einem erheblichen CO2-Ausstoß. Die Lösung: Über ein virtuelles CO2-Punktekonto für Bestellungen können regionale Kundengruppen miteinander konkurrieren. Für jede Bestellung gibt es CO2-Punkte, während bei jeder Retoure Punkte abgezogen werden. Aufgrund dieses Nachhaltigkeitswettbewerbs zwischen den Regionen werden Kunden ihre Retouren besser abwägen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 5/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Digitale Lieferscheine: Um den Transport von Waren revisionssicher nachzuverfolgen, gibt es etliche Belege wie Fracht- und Lieferscheine, die in Papierform natürliche Ressourcen verbrauchen. Und unterschriebene Lieferscheine sind zum Verlader zurückzutransportieren: noch mehr CO2-Verbrauch. Rechtliche Restriktionen verhindern es aktuell noch, alle Belege zu digitalisieren. Aber nichts spricht gegen den digitalen Lieferschein. In die Cloud geladen ist er für alle Beteiligten – Spediteure, Kunden und Behörden – jederzeit abruf- und einsehbar. Auch Lieferstatus-Updates sind so stets transparent, für jeden Beförderungsschritt.

Nachhaltige Prozesse in der Logistik sind eine Herausforderung, aber auch eine Chance. Wer sie ergreift, wird daran wachsen. Die Lösungsansätze von Arvato zeigen, wohin die Reise gehen kann – und muss.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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