Datacenter verbrauchen mehr Strom als eine Metropole wie Berlin.
Schon heute verbrauchen deutsche Datacenter mehr Strom als eine Metropole wie Berlin mit knapp vier Millionen Einwohnern. Etwa 16 Milliarden Kilowattstunden sind es – pro Jahr. Alternative und günstige Bezugsquellen liegen da im ureigenen Interesse eines jeden Rechenzentrums (RZ).
Was sie antreibt, ist nicht zuletzt das im Koalitionsvertrag verankerte Ziel der Bundesregierung, Rechenzentren bis 2027 klimaneutral zu machen. Ein ambitioniertes Unterfangen, wenn man bedenkt, dass ihr jährlicher Energiebedarf tendenziell noch um 3,5 bis 5 Prozent steigen wird. Was der Zielerreichung bisher fehlte, waren einheitliche Standards, um Nachhaltigkeit und Energieeffizienz jedes Anbieters erkennbar zu machen.
Der TÜV Rheinland hat nun einen solchen unabhängigen Standard für nachhaltige RZ erarbeitet und zum Jahresende 2022 ins Leben gerufen. „Sustainable Data Center“ ist das erste umfassende Zertifikat, das deutschlandweit den klimaneutralen Betrieb von RZ testiert. Die Nachhaltigkeitszertifizierung ist für Rechenzentren ein unabhängiger Nachweis, dass sie die gesetzlichen Anforderungen in Bezug auf Energieeffizienz, Ressourcenschonung und CO2-Ausstoß erfüllen. Der Betreiber erhält einen Überblick über den Ist-Zustand seiner Hardware-Effektivität, Energieeffizienz der IT-Komponenten, Elektro- und Klimatechnik, Nutzung von Abwärme und Wasser sowie des CO2-Managements. Zudem zeigt die Zertifizierung Maßnahmen auf, mit denen die Nachhaltigkeitsstrategie des jeweiligen RZ fortlaufend optimiert werden kann.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 1-2/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Das neue Gütesiegel vereinfacht zukünftig aber auch Unternehmen die Wahl ihres Rechenzentrums. Zu wissen, wer die gesetzlichen Vorgaben der Nachhaltigkeit und Klimaneutralität erfüllt und dauerhaft einhält, wird zu einem immer wichtigeren Auswahlkriterium.
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