Das SaaS- oder Cloud-Modell ist dabei, den Softwaremarkt zu revolutionieren; bereits jetzt wächst dieser Markt fast fünf Mal schneller als der gesamte, traditionelle Softwaremarkt. Im Jahr 2015 werden laut IDC rund 24 Prozent aller Softwareneukäufe service-orientierte Software sein und SaaS wird weltweit einen Anteil von 13,1 Prozent an den Ausgaben für Software haben. Der zunehmende Bedarf entsteht sowohl durch Unternehmen, die intern aufrüsten, als auch durch Neueinsteiger, die cloud-basierte Applikationen als Langzeitstrategie ansehen.
Einer der unmittelbar spürbaren Vorteile für den SaaS-Nutzer ist die Übertragung des eigentlichen Speicherorts und der Verantwortlichkeit auf den Provider, so dass der interne IT-Aufwand des Unternehmens reduziert wird. Statt das Produkt zu installieren, kauft der Kunde das Zugriffsrecht für einen bestimmten Zeitraum auf extern installierten Softwareressourcen. So kann der Kunde ständig evaluieren, ob er die Software auch weiterhin nutzen möchte. Die Preisgestaltung ist je nach Service und Absprache mit dem Provider sehr genau definierbar.
Ein überzeugendes Argument für die Cloud ist außerdem die unmittelbare Bereitstellung der Lösung. Um mit diesen „Online“-Geschwindigkeiten mitzuhalten, benötigen Softwarehersteller, die Cloud-Services anbieten, daher ein automatisiertes Aktivierungssystem, gekoppelt mit einer automatisierten Rechnungsstellung. Auch den Software-Anbietern eröffnen sich mit SaaS neue Geschäftsoptionen. Sie können mehr Kunden erreichen und mehr Flexibilität bei der Nutzung der Software bieten. Zusätzlich können erstmals Marketingaktivitäten zugeschaltet werden. Der Kunde erhält z.B. eine Meldung bei Ablauf einer Lizenz und einen entsprechenden Vorschlag zum Upgrade. Die Applikationen werden durch den Softwarehersteller via Cloud verwaltet und daher ist es möglich, die Wartung der Software ausschließlich auf die derzeit aktuelle Version zu konzentrieren.
Mit SaaS-basierter Softwarelizenzierung und der Berechtigungsverwaltung können Softwarehersteller gleichzeitig die Herausforderungen, die sich bei der Nutzung von On-Device-Software ergeben, bewältigen: Verlust der Kontrolle durch Virtualisierung, kein Rückkanal für Nutzungsdatenerfassung sowie Plattformabhängigkeit bei unterschiedlichsten mobilen Plattformen sind Problemfelder, die in der Cloud gar nicht erst auftreten. Da der Anteil der Einnahmen durch SaaS laut IDC bald bei 43 Prozent der Gesamteinnahmen liegen wird, müssen sich auch die Softwarehersteller darauf einstellen und ihre langfristigen Planungen anpassen. Dazu gehört eine neue Herangehensweise an die Lizenzierung von Applikationen, denn bisherige Lizenzierungsmodelle reichen für die Cloud nicht mehr aus. Unterstützung erhalten die Softwarehersteller durch Anbieter wie Safenet, die Softwarelizenzierungs- und Monetarisierungslösungen so weiterentwickelt haben, dass sie den Anforderungen beim Wechsel in die Cloud entsprechen.
Viele Software-Anbieter arbeiten noch per Handeingabe, um ihre Lösung für einen Kunden bereitzustellen und Zugangsberechtigungen zu administrieren oder sogar um die Rechnungsstellung zu initiieren. Das wird in der Cloud jedoch nur anfangs funktionieren, da bei zunehmender Nachfrage die durch manuelle Tätigkeiten ausufernden Betriebskosten linear zunehmen. Außerdem wurden früher die SaaS-Applikationen nach Nutzer und pro Monat lizenziert und die meisten SaaS-Anbieter wollten möglichst viele Abonnenten gewinnen, um die monatlichen Einnahmeraten so schnell wie möglich zu steigern. In dieser Phase hoffte man auf einen stetigen Erweiterungsbedarf bei den Kunden und im Markt. Der Zugang pro Nutzer und Zeiteinheit ist jedoch nicht für jede Anwendung ideal.
Andere Modelle wie der rollenbasierte Zugriff, ressourcenbasierte Abrechnungsmodelle oder die wertorientierte Preisbildung stellen flexible Optionen bereit, sind allerdings komplexer in der Verwaltung. Gleichzeitig sehen sich heute viele Cloud-Anbieter der ersten Tage vor der Herausforderung, diese zusätzlichen Lizenzmodelle in ihre Anwendung zu integrieren. Da bei der Erstentwicklung wegen des Zeitdrucks die Lizenzierung im Quellcode fast immer „fest verdrahtet“ wird, sind Anpassungen so zeitaufwendig, dass zusätzliche Funktionalitäten nicht rechtzeitig entwickelt werden können, da die Entwicklungsressourcen gebunden sind. Eine flexible Lizenzierungsarchitektur ermöglicht hingegen die Anpassung der Abrechnungsmodelle durch Parametrisierung, so dass neue Preisstrukturen schnell in den Markt gebracht werden können. Die Herausforderung für SaaS-Anbieter besteht darin, auf ihre Kunden zugeschnittene Lizenzmodelle zu entwickeln und gleichzeitig den Entwicklungs- und Betriebsaufwand in Grenzen zu halten.
Bezüglich der Lizenzmodelle stellt sich zum einen die Frage, welche physischen Ressourcen die Software in einer virtualisierten Cloud-Umgebung benötigt. Zum anderen, wie die Anbieter dem Bedarf an verbrauchsbasierten Modellen begegnen, die es den Kunden erlauben, nur für die tatsächliche Nutzung zu bezahlen. Viele Software-Anbieter haben noch nicht die notwendigen Voraussetzungen wie Richtlinien, Prozesse oder die technischen Hilfsmittel, die für wirkliche Cloud-Preismodelle dazugehören – die Kunden allerdings ebenso wenig.
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