Modern Workspace

Zusammenarbeit ist die beste Medizin

Um ein attraktives digitales Arbeitsumfeld zu schaffen, setzte das Pharmaunternehmen Daiichi Sankyo Europe auf den IT-Dienst­leister Experis. Im Interview berichten Andreas Becker von Daiichi Sankyo Europe und ­Dieter Weißhaar von Experis, wie das Projekt umgesetzt wurde.

  • Use Case bei Daiichi Sankyo Europe

    Das Pharmaunternehmen Daiichi Sankyo investierte in die Schaffung einer moderen und digitalen Arbeitsumgebung für seine Mitarbeiter. ((Bildquelle: Daiichi Sankyo Europe))

  • Dieter Weißhaar, Experis

    Dieter Weißhaar, Experis ((Bildquelle: Experis))

  • Andreas Becker, Daiichi Sankyo Europe

    Andreas Becker, Daiichi Sankyo ((Bildquelle: Daiichi Sankyo Europe))

ITD: Herr Becker, welche Ziele verfolgte Daiichi Sankyo Europe mit der Modernisierung der UCC-Lösung und inwiefern spielte
der zeitliche Rahmen eine Rolle bei der Umsetzung des Projekts?
Andreas Becker:
Schon vor der Pandemie haben wir die Weichen dafür gestellt, dass unsere Mitarbeiter einen modernen digitalen ­Arbeitsplatz erhalten. Damit treiben wir nicht nur die Digitalisierung unserer ­Geschäftsprozesse an, sondern bieten unseren Mitarbeitern auch ein attraktives, mobiles Arbeitsumfeld. Als innovatives Unternehmen stehen wir im Wettbewerb um die besten Talente und hier ist der ­mobile digitale Arbeitsplatz ein wesent­licher Faktor. In der Pandemie waren wir gerade mitten im Rollout und dadurch sehr gut gerüstet für die Arbeit aus dem Homeoffice.

ITD: Welche spezifischen Herausforderungen gab es bei der Umsetzung und in­wieweit waren kundenseitig Mitarbeiter eingebunden?
Becker:
Unsere Applikationslandschaft ist über die letzten Jahre stark gewachsen. Die Herausforderung lag in der Umstellung einer signifikant hohen Anzahl an Applikationen auf die neusten Versionen und der Kompatibilität einer einheitlichen Infrastruktur, die eine Automatisierung erst möglich macht. Wir haben aus den Fachabteilungen Key User in alle ­Phasen eingebunden – vom Design über Implementierung bis zum Rollout. Dabei haben wir die Gelegenheit genutzt, auch Prozesse und Applikationen zu überarbeiten, neu zu implementieren oder abzuschalten. Die konstante Rückmeldung der Key User erlaubte uns eine agile Anpassung der Umsetzung und damit eine höhere Kundenzufriedenheit.

ITD: Wie wichtig ist es generell, bei solchen Projekten die Nutzer einzubinden, und was droht, wenn man dabei die User ­Experience (UX) außer Acht lässt?
Becker:
Ständiges User Feedback ist wichtig, da selbst die beste Planung lokale oder ­internationale Anforderungen und Besonderheiten übersehen kann. Eine durchgehende Einbindung der Fachabteilungen über Key User verbessert dieses Feedback und regelmäßige Kommunikation an die betroffenen User. Ohne die Einbindung der User und ihrer Erfahrungen in den Prozessen bekommen diese am Ende eines Projekts ein fertiges Ergebnis, welches möglicherweise nicht zu ihrer Arbeitsweise passt. Damit ist die Akzeptanz gefährdet.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 7-8/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

ITD: Herr Weißhaar, welche Ergebnisse konnten Sie im Rahmen des Projekts erzielen? Welches Feedback haben Sie bisher vom Kunden bekommen?
Dieter Weißhaar:
Wir haben über die einheitliche euro­päische Infrastruktur eine höhere Automatisierung im Software-Management erreicht, eine deutlich ver­besserte Kollaboration und damit Produktivität über moderne Tools inklusive der virtuellen Telefonie über das ganze Unternehmen und eine Reduktion der Wartungs- und Betriebsaufwände. Daiichi Sankyo Europe hat mit uns sehr professionell und vertrauensvoll zusammengearbeitet und Lösungen zu Aufgabenstellungen gefunden. Wir haben jederzeit auf Augenhöhe konstruktiv miteinander das Projekt zum Erfolg gebracht.

ITD: Die Auslagerung von IT-Services an externe Dienstleister ist eine sensible Angelegenheit. Weshalb lohnt es sich dennoch, gerade z. B. in den Bereichen Workplace und Cloud-Infrastruktur, auf professionelle Anbieter zu setzen?
Weißhaar:
Die Auslagerung von IT-Infrastruktur und Lösungen, die nicht im Kerngeschäft einen Wettbewerbsunterschied ausmachen, ist für Unternehmen gewinnbringend, da gute Dienstleister auf umfangreiche Erfahrungen aus vielen Projekten zurückgreifen können und somit Projektrisiken minimieren. Zudem ist immer wieder Spezialexpertise gefordert, z. B. bei der Umsetzung virtueller Telefonie und Einbindung in die Tool-Landschaft, die eine IT-Abteilung in dem Umfang nicht vorhalten kann. Weiterhin erfordern umfangreiche Transformationsprojekte auch eine größere Mannschaft, die in der IT-Abteilung nicht zur Verfügung steht. Am Ende ist es wichtig, sich einen Dienstleister zu suchen, der zum Unternehmen passt, dem man vertraut und mit dem man auf Augenhöhe arbeiten kann, dies haben wir in diesem Projekt vorbildlich gelebt.

ITD: Welche Rolle wird aus Ihrer Sicht ein durchgängiges Modern-Workspace-Konzept in Zukunft spielen? Haben die vergangenen Monate hier einen echten Mentalitätswandel hervor­gerufen?
Weißhaar:
Aus unserer Sicht werden wir nach Covid nicht in den Status vor der Pandemie zurückkehren. Die Digitalisierung hat die Wertschöpfungskette revolutioniert. Unternehmen müssen sich schon länger dem War for Talents stellen. Die Krise hat dies noch beschleunigt. Laut der Studie zum Fachkräftemangel, die die Manpowergroup seit 13 Jahren weltweit durchführt, hat sich der Kampf um qualifizierte Talente im letzten Jahrzehnt verdoppelt. In Deutschland berichten sogar 82 Prozent der befragten Arbeitgeber von Schwierigkeiten, Stellen mit geeigneten Bewerbern zu besetzen. Umso wichtiger ist es für Unternehmen, jetzt moderne Arbeitsbedingungen zu schaffen, um neue Fachkräfte zu finden und zu binden. Fachkräfte fordern mehr Flexibilität und eine bessere Work-Life-Balance. Mit einem neuen digitalen Arbeitsplatzmodell lässt sich die Produktivität von Mitarbeitern erhöhen. Bereits jetzt haben Unternehmen und Arbeitnehmer die Vorteile mobilen Arbeitens erkannt, die Büroflächen reduziert, die unnötigen Arbeitswegezeiten eingespart und werden in ein Hybridmodel wechseln. Natürlich geht Arbeit zurück in die Büros, soziale Kontakte sind wichtig für gutes Zusammenarbeiten, aber eben nur ein Teil.

Daiichi Sankyo Europe ...
... ist ein globales Pharmaunternehmen mit Sitz in Japan, das in mehr als
20 Ländern weltweit vertreten ist. In Europa gehen die Wurzeln des Unternehmens zurück in die 1980er-Jahre. Heute sind rund 2.000 Mitarbeiter in
13 Ländern für den Konzern tätig.

 

 

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