Zetvisions-Geschäftsführerin Monika Pürsing: „Master Data Excellence ist bereits Bestandteil unserer Veranstaltungen.“ ((Bildquelle: Zetvisions))
KPMG-Partner Jan Richter: „Die Bündelung der Kompetenzen unserer Unternehmen und so die Möglichkeit einen End-to-End-Service für die Master Data Excellence anbieten zu können, macht unsere Partnerschaft besonders.“ ((Bildquelle: KPMG))
ITD: Frau Pürsing, Herr Richter, wann und vor welchem Hintergrund haben Zetvisions und KPMG eine Partnerschaft ins Leben gerufen?
Monika Pürsing: Wir haben bereits eine gemeinsame erfolgreiche Historie in der Projektarbeit und bei Expertengesprächen rund um das Thema „Stammdatenmanagement“. Ende 2020 sind wir dann in die Gespräche gegangen, diese Zusammenarbeit zu vertiefen und auf eine strategische Stufe zu stellen. Seit Februar 2021 ist die Partnerschaft nun im Bereich „Master Data Excellence“ (MDE) offiziell und formal etabliert worden.
Jan Richter: Unsere Partnerschaft gründet auf der gemeinsamen Beobachtung, dass mit Blick auf die Erfordernisse der Digitalen Transformation Daten und ihre Qualität mehr und mehr ins Zentrum des unternehmerischen Interesses rücken. In vielen Unternehmen erfüllen die meisten Daten jedoch nicht die Anforderungen, um die Herausforderungen der Digitalen Transformation zu meistern.
Pürsing: Diesbezüglich passgenaue Werkzeuge und Lösungen zur Verfügung zu stellen, ist der Ansatzpunkt für die wegweisende Zusammenarbeit. Die Partnerschaft mit KPMG passt zu unserer Strategie und zur forcierten Weiterentwicklung von Zetvisions sowie unserer Software-Lösungen. Gemeinsam können wir nun im Stammdatenmanagement das vollständige Leistungsspektrum von der Stammdateninitiative über die Software bis zur Data Governance anbieten.
Richter: Eine wesentliche Voraussetzung für das Gelingen von Digitalisierungsinitiativen ist eine hohe Daten- und Stammdatenqualität. Wir freuen uns, gemeinsam mit Zetvisions hierzu nicht nur die organisatorischen, sondern auch technologischen Rahmenbedingungen zu schaffen.
ITD: Was steckt konkret hinter dem gemeinsamen Schlagwort „Master Data Excellence“?
Richter: Master Data Excellence beschreibt einen bewährten, ganzheitlichen Ansatz und besteht aus den folgenden fünf Dimensionen: Vision, Strategie und Metrik; Data Governance; Data Model; Prozesse; technologische Infrastruktur. Der Weg zur Master Data Excellence führt strukturiert über fünf Phasen, die aufeinander aufbauen. Phase 1: Ist-Bewertung des Datenmanagements und Reifegradbestimmung sowie Quantifizierung des Unternehmensnutzens einer Master Data Excellence. Phase 2: Design eines individuellen Zielbildes für Master Data Excellence sowie Ableitung der MDE-Strategie. Phase 3: Entwicklung eines Zielbetriebsmodells für alle relevanten Master-Data-Excellence-Dimensionen. Phase 4: Implementierung des Betriebsmodells sowie der notwendigen Tools zur Master Data Excellence insbesondere der Stammdatenmanagement-Lösung „Spot“. Phase 5: Laufendes Monitoring der Datenqualität und Prozessperformance mit entsprechendem Cockpit in „Spot“ zur kontinuierlichen Verbesserung.
ITD: Welche Branchen bzw. Unternehmen stehen als Anwender in Ihrem Fokus?
Pürsing: Wir haben keinen Branchenfokus für unser Offering definiert. Im Prinzip richten wir uns an Unternehmen vom Mittelstand bis zu Großkonzernen. Im Fokus stehen alle Unternehmen, die sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen müssen. Das kann durch New Businesses wie digitale Services der Fall sein, die nur mit guten Stammdaten auch wirklich sinnvoll angeboten werden können. Ob man von Predictive Maintenance spricht oder noch weiter geht bis zur Data Driven Company – im Zentrum stehen die Stammdaten. Es hilft nichts, wenn z.B. ein Windrad meldet, dass es bald gewartet werden muss, aber man nicht identifizieren kann, wo dieses nun tatsächlich im Einsatz ist bzw. steht.
ITD: Inwieweit haben Unternehmen anno 2021 ihre Daten tatsächlich im Griff?
Pürsing: Wir sehen hier ein zweigeteiltes Bild: Auf der einen Seite steigt die Bedeutung des Themas „Stammdaten- und Datenqualität“ als kritischer Erfolgsfaktor natürlich aufgrund einer Vielzahl von unternehmensweiten Digitalisierungsinitiativen. Verbunden damit sind oftmals auch die erforderlichen Budgets und die entsprechende Aufmerksamkeit. Auf der anderen Seite sehen wir beispielsweise aktuell bei vielen SAP-S/4Hana-Transformationen, dass der Reifegrad des Stammdatenmanagements oftmals die Anforderungen nicht erfüllt und es somit zu Projektverzögerungen kommt oder auch der erhoffte Nutzen dieser Umstellung hinter den Erwartungen zurückbleibt.
Richter: Erschwerend kommt hinzu, dass der Zustand, „die Daten im Griff zu haben“, kein stabiler ist. Neue Anforderungen an das Stammdatenmanagement, sei es aufgrund neuer Regulatorik oder aufgrund neuer Anwendungsfälle durch innovative Geschäftsmodelle, machen in der Folge ein kontinuierliches Beschäftigen mit dem Thema erforderlich. Diese Herausforderung adressieren wir mit unserem bewährten MDE-Ansatz, indem wir ein umfassendes Betriebsmodell mit klar definierter und allokierter Governance organisatorisch, und damit nachhaltig, verankern. Dadurch lassen sich die Daten nicht nur im Griff halten, sondern der Mehrwert für das Business und die Pflegeprozesse können aktiv bis zum nachvollziehbaren GuV-Effekt gesteuert werden.
ITD: Warum sollten sich Unternehmen mit Ihrem gemeinsamen Angebot beschäftigen? Wovon profitieren sie?
Richter: Unternehmen sollten sich mit unserem gemeinsamen Angebot beschäftigen, da wir das gesamte Spektrum der Master Data Excellence abdecken. Wir bieten für jede Phase die passende Unterstützung und insbesondere die notwendige Expertise, so dass ein Unternehmen nicht mit einer Vielzahl von Dienstleistern agieren muss. So können die Unternehmen von der breiten Erfahrung aus einer Vielzahl von Projekten profitieren und in den Genuss von Best Practices kommen.
Pürsing: Gerade auch Unternehmen, die sich mit der Migration zu S/4Hana beschäftigen, sollten sich an uns wenden. Die Konvertierung eines bestehenden ERP-Systems (Brownfield-Ansatz) setzt eine hohe Stammdatenqualität voraus und bedarf beispielsweise hinsichtlich der Integration von Kunden- und Lieferantenstammdaten aufgrund veränderter SAP-Datenmodelle (bisher: „Debitor“ und „Kreditor“; künftig: „Geschäftspartner“) entsprechender Anpassungen. Mithilfe des im Rahmen der Zusammenarbeit eingesetzten Software-Tools können Unternehmen die für S/4Hana zwingend erforderliche Datenumstellung für Kunden und Lieferanten schon jetzt vornehmen. Sie können also das neue Datenmodell bereits nutzen – gleichzeitig aber auch das alte beibehalten, solange es noch gebraucht wird.
ITD: Wie bringen sich Zetvisions und KPMG jeweils in die Partnerschaft ein? Wer macht was?
Richter: KPMG bringt als Business-Transformationsberater cross-funktionales Know-how entlang der gesamten Wertschöpfungskette in die (Stamm-)Datenstrategieentwicklung bis zur operativen Umsetzung und nachhaltigen organisatorischen Verankerung ein.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 6/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Pürsing: Zetvisions bietet die entsprechende Stammdatenmanagement-Software Spot, die SAP-basierte Multi-Domain-Lösung. Kunden profitieren von der Kombination eines großen Beratungsunternehmens und einem mittelständischen agilen Software-Unternehmen. Ausgehend von der Analyse, Definition und Implementierung der Prozesse über die Einrichtung des Software-Tools bis hin zum folgenden Change Management sowie zu den Richtlinien für die Planung, Kontrolle und Bereitstellung von Daten (Data Governance) liefern wir einen lückenlosen End-to-end-Service für das Stammdatenmanagement.
ITD: Was macht die Partnerschaft Ihrer Ansicht nach besonders?
Richter: Die Bündelung der Kompetenzen unserer Unternehmen und so die Möglichkeit einen End-to-End-Service für die Master Data Excellence anbieten zu können, macht unsere Partnerschaft besonders. Je nach Kundensituation können wir passgenau agieren, nicht jeder benötigt unser volles Leistungsspektrum. Die breite branchenunabhängige Erfahrung sowohl in Bezug auf die Beratung als auch den Einsatz der Zetvisions-Software sind hier hervorzuheben.
ITD: Wie wird die Partnerschaft nach außen transparent kommuniziert?
Pürsing: Die Kommunikation erfolgt über verschiedene Wege. Neben der Nennung auf den jeweiligen Partnerseiten im Internetauftritt wird sie auch in den Vertriebspräsentationen dargestellt und gezielt vorgestellt. Master Data Excellence ist bereits Bestandteil unserer Veranstaltungen und daneben planen wir eine Webinar-Reihe für das zweite Halbjahr 2021, in der wir unseren gemeinsamen Ansatz vorstellen.
ITD: Gibt es schon Resonanz auf Ihr gemeinsames Offering aus dem Markt?
Pürsing: Ja, wir erfahren durchweg positive Resonanz. Bestes Beispiel ist unsere gemeinsame Veranstaltung Zetkon 2021 für Stammdatenmanagement. Das Feedback war überwältigend und unser Offering und insbesondere unser Ansatz der Master Data Excellence, und der von uns dargestellte Weg dorthin, weckte starkes Interesse. Die Teilnehmer fanden sich hier im Vorgehen und den angesprochenen Themen absolut wieder. Dies und viele weitere Kundentermine bestätigen uns, dass Master Data Excellence der richtige Ansatz ist.