Communities und Social Media

Auf der Suche nach IT-Fachkräften

Im Interview erläutert Bernd Kraft, Geschäftsführer der Jobbörse Monster, dass sich IT-Fachkräfte heute zunehmend in Fach-Communities und Social Media finden lassen.

Bernd Kraft, Monster

Bernd Kraft, Geschäftsführer der Jobbörse Monster

IT-DIRECTOR: Herr Kraft, wo bzw. auf welche Weise finden IT-Verantwortliche heutzutage passende IT-Fachkräfte für Ihre Abteilung? Welche Rolle spielen dabei soziale Netzwerke und soziale Medien?
B. Kraft:
Die Suche nach IT-Fachkräften findet heute zunehmend in Fach-Communities und Social Media statt. Denn diese Zielgruppe ist häufig selbst nicht aktiv auf der Suche, muss also mit Maßnahmen, die unter den Begriff des Active Sourcing fallen, vom Unternehmen angesprochen und umworben werden. Bestimmte Werkzeuge, beispielsweise von uns, helfen dabei, indem sie für die Recruiter das Web und Fach-Communities nach den potentiellen Kandidaten durchsuchen und eine Ansprache ermöglichen.

IT-DIRECTOR: Was hat sich beim Recruiting von IT-Fachkräften in den vergangenen Jahren verändert? Wie kann man insbesondere die jüngere Generation für sich gewinnen?
B. Kraft:
Die Erwartungshaltung von Berufseinsteigern, aber auch von allen Arbeitnehmern wandelt sich stark. Unsere Studie Bewerbungspraxis 2015 unter mehr als 7.000 Stellensuchenden hat gezeigt, dass heute Themen wie Betriebslima, flexible Arbeitszeiten und auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf die Top-Kategorien für die Unternehmensattraktivität aus 2004 (z.B. Gehalt) abgelöst haben. Speziell im wettbewerbsintensiven IT-Bereich müssen Unternehmen unserer Erfahrung nach v.a. auf Augenhöhe mit Kandidaten kommunizieren, die richtige Arbeitsumgebung (moderne Technik) schaffen und Entwicklungsperspektiven aufzeigen.

IT-DIRECTOR: Wenn man die passenden IT-Fachkräfte gefunden hat – mit welchen Vergünstigungen bzw. „Schmankerln“ lassen sich diese langfristig ans eigene Unternehmen binden?
B. Kraft:
Es geht nur bedingt um Schmankerl, die Wirkung verpufft zu schnell – oder anders formuliert, wegen des Obstkorbs ist noch keiner beim Unternehmen geblieben. Was IT-Fachkräfte möchten, ist mit ihrer Expertise ernst genommen zu werden und das richtige Arbeitsumfeld zu haben, um Projekte erfolgreich nach vorne zu bringen.

IT-DIRECTOR: Inwieweit stellt das Abwandern von IT-Experten ins „gelobte“ Silicon Valley ein Problem für hiesige IT-Verantwortliche dar?
B. Kraft:
Der Wettbewerb um IT-Experten ist vorhanden und für viele Arbeitnehmer ist der Aufenthalt im Ausland ein wichtiger Teil der eigenen Karriereplanung. Dies sollten IT-Verantwortliche hierzulande reflektieren und überlegen, welche Möglichkeiten sie haben, Fachkräfte langfristig und auch über „Pausen“ hinweg ans eigene Unternehmen zu binden. Dies erfordert allerdings eine funktionierende Employer-Branding-Strategie und eine langfristige Personalplanung, die in vielen Unternehmen so eben nicht vorhanden ist.

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