Energieeffiziente Drucker

CO₂-Emissionen im Output-Management senken

Im Interview erläutert Reinhold Schlierkamp, Geschäftsführer Kyocera Document Solutions Deutschland GmbH, inwieweit Managed Print und Managed Document Services die Produktivität von Unternehmens steigern können und wie sich die CO₂-Emissionen im Laufe eines Druckerlebens reduzieren lassen.

Reinhold Schlierkamp, Kyocera

Reinhold Schlierkamp, Geschäftsführer Kyocera Document Solutions Deutschland GmbH

IT-DIRECTOR: Herr Schlierkamp, „Managed Print Services (MPS)“ werden bereits seit längerem angeboten. Wie schätzen Sie aktuell deren Verbreitung bei Großkunden bzw. in mittelständischen Unternehmen ein?
R. Schlierkamp:
Laut der IDC-Studie „Print und Document Management in Deutschland 2014“ betreiben aktuell 37 Prozent der befragten deutschen Unternehmen ihre Druckerumgebung mittels Print Management. Hier liegt immer noch viel Potential für Anwenderunternehmen brach, das jetzt auch mittelständische Betriebe für sich entdecken.

IT-DIRECTOR: Was veranlasst die Verantwortlichen heutzutage konkret dazu, auf MPS zu setzen?
R. Schlierkamp:
Managed Print Services bzw. Managed Document Services sind ein wirksamer Hebel, um die direkten Druck- und Betriebskosten zu senken. Alltägliche Abläufe – wie etwa der Eingang und die Bearbeitung von Rechnungen – können deutlich schneller, sicherer und kosteneffizienter ablaufen. Um das Einsparpotential an einem Praxisbeispiel zu verdeutlichen: Der Rhein-Kreis Neuss erzielte durch die Optimierung seiner Dokumentenprozesse mit Systemen und Lösungen gemeinsam mit uns eine Kostensenkung von 70.000 Euro im Jahr.

IT-DIRECTOR: Welche wirtschaftlichen und technologischen Gründe sprechen vor allem für die Nutzung von Managed Print Services?
R. Schlierkamp:
Egal ob Rechnungseingang, Bestellprozess oder die Abstimmung eines Vermarktungskonzepts: Die meisten Abläufe in einem Unternehmen sind dokumentenbasiert. Dementsprechend groß ist hier das Potential, diese Workflows durch den Einsatz von Hardware, Software in Verbindung mit Services kostengünstiger und effizienter zu gestalten. Managed Print sowie Managed Document Services zahlen somit ganzheitlich auf die Produktivität des Unternehmens ein, da Ausfallzeiten reduziert werden und auch die eigene IT-Administration entlastet wird. Es gibt also eine Reihe von Vorteilen, warum dieses Thema für Unternehmen jeder Größe interessant ist.

IT-DIRECTOR: Wie wichtig sind den IT-Verantwortlichen im Rahmen von Output-Projekten generell verschiedene Umweltaspekte, z.B. die Energieeffizienz oder Toner-Emissionen der Geräte?
R. Schlierkamp:
Umweltschutz ist bei den meisten Unternehmen schon immer ein großes Thema gewesen, das in den letzten Jahren an Relevanz gewonnen hat. Bei Ausschreibungen wird daher immer auch nach den Umwelteigenschaften von Systemen oder Lösungen gefragt. Nichtsdestotrotz: Bei der Optimierung von Dokumentenprozessen entscheidet die Balance zwischen Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz. Wenn sich die Investitionen in eine neue Systeminfrastruktur lohnen soll, muss die Effizienz nachhaltiger Produkte natürlich besser sein als die von Bestandsgeräten. Wir kommen dem vor allem mit unseren ressourcenschonenden Ecosys-Druckern und Multifunktionssystemen nach. Im Gegensatz zu anderen Modellen fällt bei diesen Systemen lediglich Toner als Verbrauchsmaterial an. Ferner haben wir im Rahmen unseres Print-Green-Programms sämtlichen in Deutschland vertriebenen Toner klimaneutral gestellt, um die Umweltbilanz unserer Endkunden zu verbessern.

IT-DIRECTOR: Auf welche Zertifizierungen oder Gütesiegel sollte man in diesem Umfeld besonders achten?
R. Schlierkamp:
Neben dem wohl bekanntesten Umweltzeichen, dem Blauen Engel, gibt auch der Energy-Star-Aufschluss über die Umwelteigenschaften eines Systems. Ferner lohnt sich ein Blick auf die Tec-Werte, die den Energieverbrauch des jeweiligen Systems angeben.

IT-DIRECTOR: Wie wichtig ist die Reduzierung von CO₂-Emissionen für Sie als Hersteller? Welche Wege haben Sie hier eingeschlagen?
R. Schlierkamp:
Dieses Thema ist nicht nur uns sehr wichtig, sondern auch den Mitarbeitern in den Unternehmen: Laut einer Umfrage, die wir gemeinsam mit dem Statistikportal Destatis umgesetzt haben, glaubt knapp ein Drittel der in deutschen Büros arbeitenden Mitarbeiter, dass ihre Unternehmen nicht ausreichend auf umweltfreundliche Maßnahmen am Arbeitsplatz achtet. Mit dem Print-Green-Programm bieten wir Endkunden daher nicht nur die Möglichkeit, sämtliche CO-Emissionen, die im Laufe eines Druckerlebens durch Produktion, Gebrauch und Entsorgung anfallen zu kompensieren, sondern bieten seit Mai 2013 auch unseren Toner klimaneutral an. So konnte bereits eine CO-Ersparnis von knapp 43.000 Tonnen erzielt werden – dies entspricht in etwa der Menge um 8.772 olympische Schwimmbecken zu füllen.

IT-DIRECTOR: Mit der zunehmenden Verbreitung mobiler Endgeräte wird das Drucken von unterwegs für die Nutzer immer wichtiger. Welche praktikablen Methoden und Technologien existieren hierfür im Moment?
R. Schlierkamp:
Das mobile Drucken ist eng verknüpft mit dem Thema Sicherheit. Beide Anforderungen in Einklang zu bringen ist herausfordernd: So möchte man zum einen natürlich die eigene Server- bzw. IT-Landschaft vor Zugriffen von außen möglichst gut schützen, zum anderen aber den Zugang durch mobile Endgeräte und somit flexibles Arbeiten ermöglichen. Da die Ausgangsituation bzw. die Anforderungen in den einzelnen Unternehmen hier individuell sind, ist es wichtig, zunächst ein entsprechendes Ist- bzw. Soll-Profil der Dokumentenprozesse zu erstellen. Auf Basis dieser Analyse erarbeiten wir dann im Schulterschluss mit unseren Partnern und der IT-Abteilung des Endkunden ein Optimierungskonzept, dass auch den Einsatz entsprechender Mobile- und Cloud-Lösungen umfassen kann.

IT-DIRECTOR: Wie haben Sie als Hersteller die mobile Thematik gelöst – welche Lösungen bieten Sie speziell hierfür an?
R. Schlierkamp:
Wir bieten hier eine Reihe von Lösungen an, mit denen wir die unterschiedlichsten Anforderungen an mobile Dokumentenprozesse erfüllen können. Welche Lösung aus unserem Portfolio aber für das jeweilige Unternehmen geeignet ist, eruieren wir mit unserer Prozessanalyse. In diesem Rahmen schauen wir, wie wir die Dokumentenprozesse im Unternehmen flexibler und effizienter gestalten lassen. Es geht also nicht darum, einfach eine Lösung zu installieren – vielmehr müssen die Anforderungen der einzelnen Abteilungen an die jeweiligen Workflows in ein Optimierungskonzept einfließen, damit dieses auch wirklich eine Verbesserung bringt.

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