Deutschlandweiter Boom

Colocation-Rechenzentren sind gefragt

Ein aktueller Anbietervergleich von ISG verzeichnet eine steigende Nachfrage nach Colocation-Services weit über den Knotenpunkt Frankfurt hinaus.

Blick ins Rechenzentrum

Colocation-Rechenzentren boomen in allen größeren deutschen Wirtschaftsräumen

Die Nachfrage nach Flächen in Colocation-Rechenzentren zieht weiter an. Dies stellt eine aktuelle Studie des Marktforschungsunternehmens ISG Information Services Group (ISG) fest. Die Umfrage unterstreicht, dass der Colocation-Boom längst über die Region rund um den Internet-Austauschknoten De-Cix in Frankfurt hinausgeht und mittlerweile alle größeren Wirtschaftsräume in Deutschland erfasst hat. Neben dem Colocation-Markt beleuchtet der neue Report drei weitere Marktsegmente: Managed Services, Managed Hosting sowie Managed Container as a Service.

Edge Computing als Treiber

In Frankfurt betreiben laut ISG aktuell 35 Colocation-Anbieter 65 Rechenzentren und bieten eine Fläche von insgesamt 600.000 Quadratmetern. Hinzu kommen rund 125 Colocation-Rechenzentren in weiteren deutschen Ballungszentren oder großen Wirtschaftsräumen. „Räumliche Nähe zu den Rechenzentren wünschen sich nicht nur Mittelständler, sondern auch viele Großkunden“, sagt Barbara Florschütz, Geschäftsführerin und Partner bei der ISG DACH. „Zudem spielt mittlerweile auch Edge Computing für Anwendungen im Internet of Things eine größere Rolle.“ Die dabei vor Ort anfallenden großen Datenmengen benötigten geringe Latenzzeiten von unter fünf Millisekunden. „Ein entferntes Cloud-Rechenzentrum mit Antwortzeiten von rund 70 Millisekunden kann eine solche Performance nicht bieten“, so Florschütz.

Der Colocation-Boom wird laut dem Anbietervergleich kundenseitig nicht nur von Unternehmen aller Größeklassen getragen, sondern auch von Service-Providern, Integratoren und Carriern. Diese installieren ihr Netzwerk in den Colocation-Zentren, um über „Meet me Rooms“ schnell Direktverbindungen bereitstellen zu können. Auch bilden Colocation-Rechenzentren oft das Rückgrat von hybriden Cloud-Lösungen.

Die Erhebung untersuchte im Marktsegment „Colocation Services“ die Fähigkeiten von 24 Providern. Der Anbietervergleich führt Cyros One, E-Shelter, Equinix, Interxion, Itenos, Plusserver, QSC und Telehouse als führend auf.

Managed Services:

Die Nachfrage nach Managed (Cloud) Services hat sich der Studie zufolge sowohl bei mittelständischen als auch bei Großunternehmen dramatisch erhöht. Die Umsatzzuwächse der Anbieter sind hier sprunghaft gestiegen und bewegen sich oft im zweistelligen Bereich. Zunehmend binden die Service-Provider auch Public Clouds in ihr Leistungsspektrum mit ein und richten ihre Services immer mehr branchenspezifisch aus.

Managed Hosting:

Mittelständische Unternehmen entscheiden sich den Analysten zufolge in der Regel für Managed-Hosting-Angebote auf Augenhöhe und in Reichweite. So müssen die Dienstleister in Deutsch kommunizieren und die Spezifika des hiesigen Marktes kennen. Dies gilt laut Studie noch einmal verstärkt, wenn wertvolle und geschäftskritische Informationen mit inbegriffen sind.Generell folgt die Auswahl des Managed-Hosting-Anbieters einfachen Regeln. Kunden suchen nach wie vor nach günstigen Preisen sowie transparenten und zugleich standardisierten, aber dennoch individualisierbaren Vertragsmodellen. Die Anbieter bauen dabei ihre Rechenzentrumsimmobilien mehr und mehr ab. Stattdessen bieten sie Managed Services auf Basis von Partnerschaften mit Betreibern von Colocation-Rechenzentren an.

Managed Container as a Service:

Der Anbietermarkt-für Managed Container as a Service steht erst am Anfang, was Service Level Agreements (SLAs), Servicebeschreibungen, Preise und vor allem die Ausrichtung des jeweiligen Angebots angeht. Die Studie förderte zutage, dass es allen voran globale Service-Provider sind, die Container als Managed Service anbieten – zumeist im Kontext mit agiler Software-Entwicklung und DevOps. Zudem sind bislang sind nur wenige Anbieter Kubernetes-zertifiziert. Eine weitere Gruppe von Hosting-Providern betrachtet und vermarktet Container eher aus Infrastrukturperspektive. Applikationsmodernisierung, -entwicklung oder auch -migration spielen für sie eine untergeordnete Rolle. Diese Anbieter fokussieren meist auf Projekte, die Container als günstige und schnelle Variante des hardware-abstrahierten Hostings sehen. Reine Kosten- und Performance-Vorteile durch den Container-Betrieb stehen im Mittelpunkt.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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