Die wahre Kraft der Cloud

Das moderne Büro ist Software

Laut des aktuellen Cloud-Monitors vom Branchenverband Bitkom setzen 66 Prozent aller deutschen Organisationen auf Cloud Computing. Zudem planen 21 Prozent den Einsatz in naher Zukunft. Im Jahrestrend erkennt man, dass sich die Wolkentechnologie immer weiter durchsetzt.

Cloud-Services sind das bestimmende Element der IT-Welt von heute.

Cloud-Services sind das bestimmende Element der IT-Welt von heute.

Gerade hierzulande sind IT-Entscheidungsträger bei der Adaption neuer Technologien kritisch und wägen genau ab, ob und welche Cloud-Technologie sich für ihr Unternehmen lohnt. Wenn umfassende Analysen positive Ergebnisse zeigen, werden Projekte aber mit Nachdruck umgesetzt. Dies erklärt die verspätete, aber stetige Nachfrage nach der Cloud. Es ist aber überraschend, dass viele Organisationen dabei das volle Potential ihrer Möglichkeiten nach der Migration nicht abrufen. So sind zwar wichtige Assets aus der Datenwolke abrufbar, die Gedankenwelt in den Köpfen des eigenen Unternehmens stecken aber immer noch in der IT-Welt von gestern.

Natürlich ist eine grundlegende Umstellung der IT-Infrastruktur anstrengend und zeitaufwendig. Damit nicht genug muss gleichzeitig auch eine Umstellung von anderen IT-Prozessen folgen. In diesem Zusammenhang sprechen Analysten von dem sogenannten „Software Power Business“, bei dem Programmcode in jede nur erdenkliche Form gebracht wird und an jeden möglichen Zweck angepasst werden kann.

Generell bedeuten Cloud-Services, dass man für Unternehmenszwecke nahezu unbegrenzte Rechen- und Speicherleistung in Sekundenschnelle abrufen kann. Der Endpunkt dient rein als Schnittstelle und ist nicht länger Träger des Workloads. Entscheidend sind zudem nicht mehr die Leistungsdaten des Geräts, sondern die Kompatibilität und die Fähigkeit, neue Apps und Services richtig zu integrieren und schnell auszurollen. Genau hier sind Firmen oft noch nicht im digitalen Zeitalter angekommen.

In vielen Organisationen sind IT-Abteilungen überlastet, da immer mehr Endpunkte verwaltet werden müssen. Dies geschieht häufig in manuellen Prozessen und unterschiedlichen Systemen. Die Folge sind Datensilos und ineffiziente Arbeitsprozesse. Vorgänge können oft nicht richtig zwischen Teams abgestimmt werden und Tools erlauben keinen Austausch von Intelligence. Es fehlt an einem Grundgerüst, auf dessen Basis ein digitales Ökosystem aufgebaut werden kann.

Offen für alle Endpunkte

Der Begriff des digitalen Ökosystems bedeutet Unabhängigkeit vom Endpunkt. Es geht um den Übergang in das Software-Zeitalter. Egal, ob im Büro, vom Smartphone aus oder möglicherweise sogar von einem Internet-of-Things-Device: Überall schafft eine einheitliche Plattform eine Grundlage zur Interaktion und gleichzeitig sicheren Zugriff auf Unternehmensressourcen. Dies stellt keine Zukunftsvision dar, insbesondere wenn man bedenkt, dass smarte Geräte in Büros, Industrieanlagen oder im Gesundheitswesen schon jetzt Teil von Firmennetzwerken sind – nur sind sie eben nicht ausreichend integriert, um ihr Potential voll abzurufen.

Wichtig ist, dass durch eine einheitliche Software-Plattform in allen Bereichen bestehende Einschränkungen aufgelöst werden. Bring Your Own Device (BYOD) ist dabei nur ein Szenario, denn auch wenn Organisationen PC, Laptop und Mobilgeräte als Firmen-Devices für ihre Angestellten zur Verfügung stellen, kommt es immer wieder zu Kompatibilitätsproblemen und fehlender Compliance. Obwohl dies häufig auftritt, handelt es sich dabei nicht um unausgereifte Technologie, sondern häufig um eine falsche Herangehensweise der Unternehmen selbst.

Die Verwurzelung im Hardware-Zeitalter sollte mit der Migration in die Wolke überwunden werden. Die wichtigsten Grundlagen sind in den meisten Firmen bereits geschaffen, man versäumt lediglich die geeignete Umsetzung auf der Zielgeraden. Dadurch werden mögliche Spielräume der Digitalisierung durch kurze Lebenszyklen der Produkte, ineffizientes Management, komplizierte Sicherheits-Policies und manuelle Wartungsprozesse eingeschränkt.

Die Vorteile der Always-on-Welt

Lange Zeit haben wenige Betriebssystemhersteller den Markt dominiert, deren Angebot an überproportionierten Office Suites mit starren Lizenzsystemen nicht mehr zeitgemäß ist. Häufig wird an Systemen festgehalten, bei denen Hard- und Software aneinander gebunden sind. Rein software-basierte Ansätze erlauben dagegen die Integration von flexiblen Dienstleistungsangeboten.

Mit einer software-basierten Plattform lassen sich zusätzliche Services nach Bedarf on- und wieder offboarden. Je nach Anwendungsfall ändern sich hier die Anforderungen und können granular für jeden Nutzer oder jedes Device angepasst werden. Skalierbare Rechenleistung aus der Cloud ist nur nutzbar, wenn IT-Abteilungen Endpunkte, Arbeitsplätze und Nutzer-Accounts genau so flexibel verwalten können.

Darüber hinaus kann man schnell auf neue Anforderung reagieren. Hier sind Sicherheit und Datenschutz gute Beispiele: Viele Organisationen kämpfen seit dem 25. Mai mit der Umsetzung der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Je nach Branche kommen durch das IT-Sicherheitsgesetz oder andere, bestehende Vorgaben weitere Herausforderungen hinzu.

Es scheint nicht mehr zeitgemäß, einzelne Tools mit starren Lizenzen zu kaufen und mühsam zu implementieren. Die Anzahl der Endpunkte und nötigen Personalressourcen wächst zu schnell. Herausforderungen lassen sich im Bereich IT so nicht mehr länger meisten. Durch eine passende Software-Plattform können hingegen alle Prozesse zentral und effizient gesteuert werden – egal, ob Compliance, Sicherheit oder Umstellung von Programmen und Systemen.

Letztlich braucht es einen Paradigmenwechsel. Viele Führungskräfte zeigen einen Hang zu Cloud-Technologien, übersehen aber oft, dass digitale Innovation auch ein Umdenken in anderen Bereichen braucht. Gerade beim Thema Endpunktmanagement und IT-Sicherheit werden einheitliche Lösungen benötigt, die IT-Abteilungen entlasten und Mitarbeiter alle Vorteile der Always-on-Welt zur Verfügung stellt. Unternehmen brauchen ein digitales Ökosystem, dass nicht nur IT-Infrastruktur, sondern alle Segmente der IT umfasst. Speziell beim Thema Endpunkte besteht hier Handlungsbedarf.

* Der Autor Jörg Kurowski ist Vice President Sales Germany bei Igel.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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