Blockchain und DSGVO im Einklang

Datenhoheit für die Nutzer

Blockchain-Lösungen waren aufgrund ihrer unveränderbaren Natur bisher nur schwer mit DSGVO-relevanten Prozessen zu vereinen. Eine neue Digital-Identity-Plattform soll das ändern.

Datenhoheit für die Nutzer

Mit der Lösung sollen Verbraucher Vorgänge wie Zahlungen, oder Vertragsänderungen mit einem einfachen Klick durchführen können.

Die Einführung der DSGVO hatte für die Geschäftswelt einen erheblichen Mehraufwand zur Folge, besonders problematisch war die neue Verordnung aber für Unternehmen, die von den Möglichkeiten der Blockchain-Technologie profitieren wollen. Schließlich basieren Blockchains auf unveränderlichen Informationen, die zudem dezentral abgespeichert sind. Somit schien das Recht auf die Löschung personenbezogener Daten, das in der DSGVO festgehalten wird, nicht ohne Weiteres mit der Technologie vereinbar zu sein. Inzwischen hat ein deutsches Unternehmen eine Lösung entwickelt, die es Unternehmen ermöglicht, ihren Kunden die Hoheit über ihre persönlichen Daten zu geben. Die Plattform für dezentrales und gleichzeitig datenschutzkonformes Identitätsmanagement kann von Unternehmen für eigene Produkte und Lösungen eingesetzt werden. Entwickelt wurde das Ganze von dem Software- und Beratungsunternehmen Cocus. 

Modularer Ansatz für individuelle Anforderungen

Laut der Datenschutz-Grundverordnung liegt ein Personenbezug dann vor, wenn die Informationen in Verbindung zu einer Person stehen und im weitesten Sinne eine Aussage zu dieser Person enthalten. Informationen ohne jeden Bezug zu einer natürlichen Person bzw. ohne eine Aussage über diese unterliegen somit nicht der DSGVO. Dem Softwareunternehmen aus Eschborn ist es nun gelungen, die Prozesse der Anwendung so zu entwickeln, dass die gewünschte Funktionalität erreicht wurde, doch dabei keinerlei Daten mit direktem Personenbezug in der Blockchain abgelegt bzw. verarbeitet werden. Durch den modularen Ansatz der Ownid-Plattform als Softwarebaukasten hätten Unternehmen die Möglichkeit, Usern eine individuelle Zusammenstellung von Funktionalitäten zur Verfügung zu stellen. So könnten Verbraucher Vorgänge wie Check-ins, Zahlungen, Altersverifikationen, Vertragsänderungen oder auch personalisierte Service-Angebote mit einem einfachen Klick durchführen. Bei der Datenabfrage soll der Nutzer selbst entscheiden können, welche Informationen er wem bereitstellen möchte. Zudem könne er diese Berechtigung jederzeit wieder entziehen – genau wie die DSGVO es verlangt.

Anderthalb Jahre, nachdem die neue Datenschutz-Grundverordnung in Kraft getreten ist, gibt es somit jetzt eine erste deutsche DSGVO-zertifizierte Blockchain-Lösung für personenbezogene Daten und digitale Identitäten. 

Bildquelle: GettyImages/iStock/GettyImagesPlus

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