Tech-Markt

Effizienz aus der Cloud

Nicht jede Branche ist von Krisensituationen gleichermaßen betroffen. Doch gehen Kunden insolvent und können offene Rechnungen nicht begleichen, führt dies schnell zum Dominoeffekt. Wichtig ist es gerade in solchen Zeiten, sich abzusichern – mit ganzheitlichem Kredit- und Liquiditätsmanagement, das sich über die Cloud auch aus dem Homeoffice bedienen lässt.

Effizienz aus der Cloud

Erfüllt ein Kunde seine Forderung nicht, belastet das auch die ­eigene Liquidität unmittelbar.

Krisen wie die derzeitige Pandemie erwischen Unternehmen in der Regel eiskalt. In einer aktuellen Umfrage vom März 2020 gaben zwei Drittel der befragten Unternehmen an, sich sehr große oder große Sorgen über die eigene wirtschaftliche Entwicklung aufgrund von Corona zu machen. Nicht nur, dass die Produktion, Auftrags- oder Verkaufszahlen gefährdet sind: Selbst wenn die eigene Branche eigentlich von den Einschränkungen nicht direkt betroffen wäre, so ist man doch von fristgerechten Zahlungen der Kunden und Lieferanten abhängig. Können sie aber offene Forderungen nicht fristgerecht erfüllen – droht ihnen gar die Insolvenz –, kann es für das eigene Unternehmen zum Dominoeffekt kommen. Jegliche Art der Kreditgebung birgt ein Kreditrisiko. Erfüllt ein Kunde seine Forderung nicht, belastet das auch die eigene Liquidität unmittelbar.

Zu verhindern, dass es zu Zahlungsausfällen kommt, steht kaum in der Macht eines Unternehmens. Bestimmt wäre es auf den ersten Blick die sicherste Variante, immer auf eine sofortige Zahlung zu bestehen. Doch förderlich für die Kundenbindung ist dieses Verfahren nicht. Gewährt man seinen Kunden und Partnern also die Möglichkeit, auf Rechnung zu zahlen, ist es von Bedeutung, ein umfängliches Kredit- und Liquiditätsmanagement zu integrieren. Dieses sollte die wichtigsten Prozesse wie die Bonitätsprüfung, das Mahnwesen und die Verwaltung der Forderungsausfälle beinhalten. Setzt man dabei auf digitale Lösungen, die die Prozesse automatisieren, spart dies zwar Zeit, Ressourcen und in der Konsequenz auch Geld, doch Automatisierung macht Prozesse nicht immer effizienter. Ein Fehler, der häufig begangen wird, ist, dass viele Bereiche gleichzeitig digitalisiert werden, ohne aber miteinander vernetzt zu sein. Die Folge: Je nach Bereich werden unterschiedliche IT-Systeme eingesetzt. Diese Medienbrüche entlasten das Personal nicht, sondern erhöhen vielmehr die Ineffizienz und Fehleranfälligkeit.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 10/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Immer häufiger greifen Unternehmen deshalb auf Software-as-a-Service-Anwendungen (SaaS) zurück, die ein ganzheitliches Kredit- und Liquiditätsmanagement in -einer Plattform zur Verfügung stellen. Diese ermöglichen Unternehmen eine umfassende, zentralisierte Lösung für die moderne Abwicklung des kompletten Finanzprozesses, auf die sie ganz einfach über die Cloud zugreifen können. Ein Beispiel dafür ist die SaaS-Software von Bilendo. Angefangen bei der Bonitäts- oder Kreditwürdigkeitsprüfung eines Kunden über alle Teilschritte wie die Verwaltung offener Posten bis zur Kon-trolle der Zahlungseingänge können alle Vorgänge auf einer remote zugänglichen Plattform abgewickelt werden. Selbst das Mahnwesen und Inkasso lassen sich darin abbilden. Die Cloud-Lösung bietet die Möglichkeit, sich im Fall von Zahlungsausfällen abzusichern. 
Je nach Bedarf kann ein Unter-nehmen eine unerfüllte Forderung entweder versichern oder an einen Factor weiterverkaufen. 

Entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung des Kreditmanagements ist außerdem, dass eine solche Plattform die Kommunikation zwischen den verschiedenen Abteilungen verbessert, selbst wenn die Mitarbeiter nicht am selben Ort arbeiten. Ein häufiges Problem beim Kredit- und Liquiditätsmanagement besteht nämlich darin, dass die Absprachen zwischen Buchhaltung und Vertrieb nicht ausreichend sind. Der Vertrieb mit zum Teil direktem Kundenkontakt ist eher dazu geneigt, ein Auge zuzudrücken oder gerade bei einem langjährigen Bestandskunden Sondervereinbarungen über das Zahlungsziel zu treffen. Erhält dieser Kunde plötzlich trotzdem eine Mahnung, liegt das daran, dass die Informationen nicht bei der Buchhaltung angekommen sind. Eine Finanz-Software sollte deshalb ein Disputemanagement integrieren, das betroffene Abteilungen über ausstehende Zahlungen informiert und ihnen mit wenigen Klicks ermöglicht, diese zu beurteilen. So sieht beispielsweise ein Vertriebsmitarbeiter regelmäßig die Zahlungsverzögerungen seiner Kunden ein und kann mit wenig Aufwand die Buchhaltung darüber in Kenntnis setzen, wie mit der offenen Forderung umzugehen ist. Dadurch wird trotz einer Automatisierung der Prozesse eine Individualisierung nach Kunden ermöglicht. Das sorgt nicht nur für hohe Kundenzufriedenheit, sondern macht das Kredit- und Liquiditätsmanagement effizient. So können sich Unternehmen auch in Krisenzeiten absichern und für nachhaltige Kundenbindung sorgen. 

Bildquelle: Getty Images/iStock/Getty Images Plus

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