Teure Einigung

Equifax: Halbe Milliarde Euro für Datenleck

Der Cyberangriff auf den Finanzdienstleister Equifax gehört zu den spektakulärsten IT-Sicherheitsvorfällen der letzten Jahre. Nun wurden die Konsequenzen für das Unternehmen bekannt gegeben.

Ein Richter verliest das Urteil

Equifax hat sich mit den Behörden geeinigt.

Die Federal Trade Commsission (FTC) hat bekanntgegeben, dass Equifax nach seinem Datenskandal im Jahr 2017 dazu bereit ist, im Rahmen einer globalen Einigung mindestens 575 Millionen US-Dollar zu zahlen. Dem Kreditrating-Unternehmen wird vorgeworfen, die persönlichen Daten seiner Kunden nicht ausreichend gesichert zu haben. Das führte zu einem massiven Datendiebstahl, von dem 147 Millionen Verbraucher betroffen waren. Besonders problematisch: neben Namen, Adressen und Geburtsdaten sind auch die Sozialversicherung-Nummern in die Hände der Angreifer gelangt. Die ist in den Vereinigten Staaten ein wichtiges Identitätsmerkmal, das oft in der geschäftlichen oder behördlichen Korrespondenz verwendet wird.

Alleine 300 Millionen US-Dollar sollen nun in einen Fonds fließen, der den Betroffenen Dienste zur Kreditüberwachung bereitstellt. Aus den gleichen Mitteln sollen zudem Kunden entschädigt werden, die die kostenpflichtigen Dienste von Equifax in Anspruch genommen haben. Sollten die Zahlungen nicht reichen, muss das Unternehmen den Fonds um weitere 125 Millionen US-Dollar aufstocken. Darüber hinaus sollen die betroffenen Kunden in den nächsten sieben Jahren sechs kostenlose Kreditberichte erhalten. Weitere 175 US-Dollar gehen an 48 Bundesstaaten, den District of Columbia und Puerto Rico. Zu guter Letzt erfolgt noch eine Strafzahlung 100 Millionen US-Dollar an das Consumer Financial Protection Bureau.

„Unternehmen, die von personenbezogenen Daten profitieren, tragen eine zusätzliche Verantwortung für den Schutz und die Sicherheit dieser Daten", ließ Joe Simons, Vorsitzender der FTC, zur Einigung verlautbaren. Equifax habe es versäumt, grundlegende Maßnahmen zu ergreifen, die den Vorfall verhindern hätten können. Der damalige CEO Richard Smith ist im Zuge des Skandals zurückgetreten.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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