Jobmotor Big Data

Fachkräftemangel: Datenanalytiker sind gefragt

Big Data ist auch auf dem Arbeitsmarkt ein Thema. Gefragt sind vor allem Datenanalytiker, die in Unternehmen bei der Auswertung von bereits vorhandenen Infos helfen.

Big Data, Big Hype - das Thema wird seit Jahren euphorisch diskutiert. Die Idealvorstellung lautet “Heute schon erfahren, was morgen zum Trend wird.” Im Moment sind Business Intelligence und Business Analytics von solchen magischen Künsten noch weit entfernt.

Der Alltag sieht ernüchternd aus. Meist geht es um Data Mining, also das Entdecken von Auffälligkeiten in heterogenen Daten. Dabei werden vorwiegend die im Unternehmen bereits vorhandenen Daten untersucht.

Hier gilt wie häufig: Weniger ist mehr. Wie der Business Insider schon vor einiger Zeit festgestellt hat, nutzt selbst Facebook im Grunde kein Big Data, sondern mittelgroße Datenbanken, um das Anwenderverhalten zu erfassen.

Doch trotzdem sind das keine leichten Aufgaben, die sich vom Admin nebenher erledigen lassen. Zur Zeit sind in vielen Unternehmen Leute gefragt, die Daten auswerten und vor allen Dingen bewerten können. Dadurch entstehen langsam neue Berufsbilder, meinen Analysten, zum Beispiel von Gartner, IDC oder der Experton Group.

Neue Berufsbilder

In den Prognosen ist von bis zu 4.4 Millionen neuen Jobs bis 2016 die Rede. Die weltweite Nachfrage nach Big Data-Lösungen steige derzeit um ein gutes Drittel pro Jahr. So sollen rund um die Auswertung und Visualisierung von großen Datenmassen eine ganze Reihe neuer Berufsbilder entstehen.

  • Der Data Scientist erforscht, analysiert und interpretiert Rohdaten mit statistischen und mathematischen Methoden. Er hat das breiteste Berufsbild mit einer Querschnittsausbildung, die Mathematik, Statistik, Informatik und Medien mit Expertise in verschiedenen Branchen wie etwa Verkehr, Medizin, Lebensmittel oder Medien verknüpft.

  • Der Data Artist ist ein Experte für die Visualisierung von Daten. Er besitzt also in erster Linie Kenntnisse in Grafikdesign, Psychologie und Kommunikation.

  • Der Data Architect ist ein spezialisierter Data Scientist, der Datenmodelle festlegt, über den Einsatz von Werkzeugen und Verfahren entscheidet und die Datenquellen auswählt.

  • Eine Reihe von IT-Jobs wird sich in Zukunft stärker zu Positionen als “Dateningenieur” entwickeln. Es wird dabei weniger um den Betrieb von IT-Systemen gehen als vielmehr darum, Big Data-Anwendungen durch Auswahl, Konfiguration und Betrieb von speziellen Appliances zu unterstützen.

Genau dazu passende Ausbildungen gibt es zur Zeit noch nicht. In diesem Segment der IT-Jobs haben also auch noch Quereinsteiger gute Chancen. Außerdem dürften promovierte Mathematiker und Physiker mit soliden Kenntnissen in der Software-Entwicklung geradezu ideal für die meisten Jobs als Datenanalytiker sein. Doch es bilden sich schon die ersten spezialisierten Studiengänge für diese Experten.

So gibt es an der Uni Konstanz Bachelor- und Master-Studiengänge für Information Engineering. Auch andere Universitäten bieten entsprechende Studiengänge an, zum Beispiel die TU Dortmund oder die Universität Magdeburg. Wer aus der Praxis kommt und sich weiterbilden will, findet zum Beispiel beim Fraunhofer IAIS die passenden Schulungen.

Bildquelle: Evi Hartmann / pixelio.de

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