Anwenderkonferenz von Infor in Paris

Klare Cloud-Strategie

Vom 2. bis 4. November 2015 fand das Inforum, die internationale Anwenderkonferenz des Software-Anbieters Infor, in Paris statt. Im Mittelpunkt stand dabei dessen Cloud-Strategie – und was sich die Kunden davon versprechen können.

  • Wolken

    Über reine Cloud-Szenarien hinaus werden bei Infor hybride Anwendungsszenarien unterstützt.

  • Charles Phillips, Infor

    CEO Charles Phillips sieht sich mit der Übernahme von GT ­Nexus gut aufgestellt.

  • Andreas Anand, Infor

    Andreas Anand, Vice President Consulting Services: „Wir unterstützen hybride Umgebungen.“

  • Stephan Scholl, Infor

    Präsident Stephan Scholl stellte spezielle Cloud-Migrationspfade des Anbieters vor.

Rund 1.750 Teilnehmer kamen in die französische Hauptstadt, um sich über die neuen Entwicklungen des Anbieters zu informieren und sich mit anderen Kunden sowie Partnern auszutauschen. So erwartete die Teilnehmer denn auch eine Fülle an Neuigkeiten zur Produktpalette sowie zur strategischen Ausrichtung der US-Amerikaner. Bereits Infor-Präsident Stephan Scholl betonte in seiner Auftaktrede das klare Bekenntnis des An­bieters zur Cloud. Hier sei man mit der eigenen Cloud Suite bestens aufgestellt, was auch die rund 45 Millionen Nutzer verschiedener Branchen belegen, die inzwischen mit den Cloud-Lösungen und -Modulen von Infor arbeiten.

Um ­weiteren Bestandskunden – etwa von den ERP-Systemen Baan, ­Movex, M3 oder Infor LN – den Weg in die Wolke zu ebnen, hat man spezielle Migrationspfade für einen einfachen Umstieg in die Wolke ­realisiert. Hinter diesem ­sogenannten Programm „Lift & Shift“ verbirgt sich laut Scholl die Modernisierung in drei Phasen: Die bestehenden ERP-Systeme werden mitsamt individueller Anpassungen auf eine Software-as-a-Service-Plattform gehoben („Lift“) und von dem Anbieter betreut sowie betrieben.

Dieser erste Schritt kann in vier bis sechs Wochen abgeschlossen werden. In der zweiten Phase, die zwischen zwei und 24 Monaten dauern kann, erfolgt die Modernisierung der ERP-Lösung in der Cloud durch Einsatz der neuen Produktgeneration der US-Amerikaner. Dabei erarbeite man gemeinsam mit den Kunden einen sanften „Shift“ auf die aktuellen Releases, um anschließend vollends auf die passende Cloud Suite und damit auf einen echten Cloud-Betrieb umzusteigen. In ­diesem Zusammenhang verwies Scholl hinsichtlich Datenschutz und Sicherheit auf die enge Pro­vider-Partnerschaft mit Amazon Web Services. Die Kooperation soll garantieren, dass Kundendaten in Rechenzentren in Deutschland und Irland vorgehalten werden und den europäischen Rechtsraum somit nicht verlassen.

Über reine Cloud-Szenarien hinaus werden hybride Anwendungsszenarien unterstützt. Laut Andreas Anand, Vice President Infor Consulting Services Europe, biete man den Kunden dabei verschie­dene Optionen. „Sie können wie just beschrieben ein neues ERP-System komplett in der Cloud ­aufsetzen oder das bisherige ERP mit speziellen Cloud-Services ­unterstützen“, so Anand. Nicht ­zuletzt könnten die Kunden auch weiterhin ausschließlich auf „on premise“ setzen.

Allein die Applikationsebene zu betrachten, wäre strategisch jedoch zu kurz gegriffen. So hat man laut CEO Charles Phillips mit der offenen Architektur „Infor XI“ auch eine ­flexible „Platform as a Service“ in petto. Auf deren Basis sei die Einbindung von Open-Source-Lösungen ebenso möglich wie die mobiler Apps oder von Bezahlverfahren im E-Commerce.

Nicht vergessen sollte man die Rolle der Plattform als Analytics-Lösung. „Die Software-Plattform beinhaltet eigene Analysekomponenten und unterfüttert quasi als Software-Layer alle darüber liegenden Applikationen mit intelligenten Datenauswertungen. Sie ermöglicht die automatisierte Anbindung verschiedener Anwendungen und liefert stets alle zur Auswertung benötigten Daten“, betonte Andreas Anand. Die Analysen selbst lassen sich dabei flexibel gestalten – etwa für die Unternehmenssuche, das Monitoring von Maschinen bzw. der IT oder klassisches Con-trolling. Zudem soll die Lösung sämtliche Arten von Daten verarbeiten können.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 12/2015. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Nicht zuletzt kam Charles Phillips auf eine der jüngsten Akquisitionen des Unternehmens zu sprechen. So hat man im August 2015 mit GT Nexus einen ausgewiesenen Experten für Logistik und Supply Chain Management übernommen, womit man u. a. die eigene Position gegenüber Mitbewerbern wie Oracle oder SAP stärken möchten.

Bildquelle "Wolken": Thinkstock/iStock

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