Bildungsstudie

Nachhilfe bei der Digitalisierung

Eine repräsentative Studie untersucht, wie Bildungseinrichtungen bei Homeschooling und E-Learning abschneiden.

Schüler bei den Hausaufgaben

Den abrupten Übergang zu Homeschooling und E-Learning konnten viele Bildungseinrichtungen nur mit Mühe meistern.

Das Jahr 2020 dürfte als Ausnahmejahr an deutschen Schulen und Universitäten in die Geschichte eingehen. Der verordnete Lockdown machte vielen Lehrenden klar, dass in Sachen Digitalisierung noch viel zu tun ist. Die Teilnehmer einer neuen Studie von Jamf vergaben ihren Bildungseinrichtungen Schulnoten dafür, wie diese die aktuellen digitalen Herausforderungen meistern. Für die Studie wurden 989 Deutsche ab 18 Jahren, die eine Lehrtätigkeit im Bildungswesen ausüben, befragt. Die Befragung fand während der coronabedingten Zwangspause des Präsenzunterrichts statt.

Der Studieninitiator bat um ein erstes Fazit und stellte die Frage: „Wäre Digitalisierung ein Unterrichtsfach, welche Schulnote würde ihre Bildungseinrichtung am Ende dieses Schuljahres oder Semesters erhalten?“ 29 Prozent der Befragten würden Ihre Einrichtung mit Note 1 oder 2 bewerten. Die Top Note 1 erhalten nur neun von 100 Einrichtungen. 15 Prozent stellen die Note 5 oder 6 aus.

Mangelnde technische Ausstattung erschwert Fernunterricht

Den abrupten Übergang zu Homeschooling und E-Learning konnten viele Bildungseinrichtungen nur mit Mühe meistern. Die fünf schwerwiegendsten Gründe dafür sehen die Studienteilnehmer in folgenden Punkten (Mehrfachantworten waren möglich): Fehlende technische Ausstattung (49 Prozent), fehlendes digitales Know-how der Lehrerschaft/Dozierenden (41 Prozent), fehlendes digitales Know-how der Schülerschaft/Studierenden bzw. deren Eltern (jeweils 33 Prozent), Unsicherheit in Bezug auf die Datenschutzgrundverordnung in der neuen Fernunterrichtssituation (28 Prozent) und bürokratische Hürden (22 Prozent).

Entsprechend sind drei Viertel der Befragten (76 Prozent) dafür, dass Bildungseinrichtungen allen Schülern und Lehrbeauftragten digitale Geräte zur Verfügung stellen sollten. 78 Prozent halten mehr Schulungen und eine bessere Vorbereitung der Lehrkräfte auf digitale Formate für notwendig. Und 80 von 100 Studienteilnehmern sagen, Bildungseinrichtungen brauchen einen Breitband-Internetzugang, um digitalen Unterricht gewährleisten zu können.

Eine wichtige Alternative für den Präsenzunterricht sind Videokonferenzen. Nur 11 Prozent der Studienteilnehmer vergaben ihrer Bildungseinrichtung die Schulnote 1 für das Einrichten von Videokonferenzen. Werden die einzelnen Schultypen betrachtet, schneiden Haupt- und Realschulen unter 10 Prozent sogar noch etwas schlechter ab. Besonders gut wurden Gymnasien (16 Prozent) und Universitäten (17 Prozent) bewertet.

Weniger Tablets als Notebooks im Einsatz

Bei den Arbeitsmitteln, die laut Umfrage für den digitalen Unterricht als sinnvoll erachtet werden, setzt sich mit 51 Prozent knapp das Notebook durch, gefolgt vom Tablet mit 49 Prozent. Den dritten Platz belegen stationäre PCs mit 28 Prozent. Obwohl im Umgang als weniger hilfreich erachtet, werden diese am häufigsten einsetzt: 39 Prozent der Bildungseinrichtungen nutzen stationäre PCs, Tablets sind gegenwärtig nur zu 17 Prozent im Einsatz.

Sinnvolle Softwarelösungen für den digitalen Unterricht sehen 45 Prozent der Befragten in spezieller Unterrichtssoftware, in Gerätemanagement-Software (37 Prozent) sowie IT-Security-Software (37 Prozent). Bereits im Einsatz sind solche Lösungen allerdings noch selten: Nur 16 Prozent der Befragten geben an, dass ihre Einrichtung tatsächlich eine Unterrichtssoftware, wie etwa Microsoft Classroom oder Apple Classroom, nutzt. Immerhin 19 Prozent haben eine Gerätemanagement-Software und 21 Prozent eine IT-Security Software im Einsatz. Den Bildungseinrichtungen wird wenig Kompetenz bei aktuellen Cybersicherheitsbedrohungen und in der IT-Administration generell zugetraut: Jeweils 29 Prozent der Befragten stellen ihrer Einrichtung hierfür Note 4 oder schlechter aus.

Bildquelle: Getty Images/iStock/Getty Images Plus

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