Die Rolle von IT-Dienstleistern

Seite an Seite in die digitale Welt

Im Interview erklärt Johannes Bischof, Geschäftsführer der Konica Minolta Business Solutions Deutschland GmbH, worauf es bei der Umsetzung von Digitalprojekten in der Industrie besonders ankommt und welche Rolle IT-Dienstleister dabei spielen.

  • Johannes Bischof, Konica Minolta Business Solutions

    Johannes Bischof, Konica Minolta Business Solutions: „Berater stülpen ihren Kunden oftmals Strukturen oder Lösungen über, die entweder nicht zur Firma passen oder mit denen die betroffenen Mitarbeiter nicht umgehen können.“

  • Johannes Bischof, Konica Minolta Business Solutions

    „In unseren Produktionssystemen für kommerzielle Drucker sichern wir die Qualität mittels Künstlicher Intelligenz ab“, so Johannes Bischof, Konica Minolta Business Solutions.

  • Johannes Bischof, Konica Minolta Business Solutions

    Johannes Bischof, Konica Minolta Business Solutions: „Waren Administratoren früher allein dafür zuständig, die Systeme am Laufen zu halten, müssen sie sich heute auch um Cybersicherheit und die Einhaltung von Compliance-Vorgaben kümmern.“

  • Johannes Bischof, Konica Minolta Business Solutions

    „Bei der Entwicklung unserer Augmented-Reality-Brille haben wir großes Augenmerk auf Tragekomfort, Robustheit und Leistungsfähigkeit gelegt“, sagt Johannes Bischof, Konica Minolta Business Solutions.

IT-DIRECTOR: Herr Bischof, immer mehr Unternehmen beschäftigen sich mit der Digitalisierung. Auf welche Projekte kommt es an?
J. Bischof:
Bei der Digitalisierung geht es ähnlich wie bei der Einführung der Dampfmaschine oder des Automobils um eine Basistechnologie, ohne die Firmen zukünftig nicht mehr überleben können. IT ist seit langem der Lebensnerv der Industrie, Wirtschaft und öffentlichen Verwaltung.

Allerdings existieren in den Unternehmen noch große Unterschiede, was die Durchdringung und den Nutzungsgrad anbelangt. Hier geht es darum, alle Prozesse umfänglich digital abbilden zu können – angefangen bei den (End-)Kundendaten und -beziehungen bis hin zu den Rechnern der Mitarbeiter. Ein gelungenes Beispiel für die Digitalisierung stellt Online-Banking dar. Damit können die Kunden zum einen rund um die Uhr ihre Finanzangelegenheiten abwickeln und die Banken zum anderen ihren Verwaltungsaufwand reduzieren.

IT-DIRECTOR: Gibt es weniger gelungene Beispiele?
J. Bischof:
Vielleicht ein Beispiel aus dem nahen Ausland: In Österreich wurde als Erweiterung der eCard vor Kurzem die digitale Gesundheitskarte eingeführt. Darauf ist unter anderem die Medikation von Patienten abgespeichert, sodass die Ärzte Wechselwirkungen zwischen einzelnen Medikamenten im Blick behalten können. Aus Datenschutzgründen werden jedoch keine Diagnosen auf der Karte gespeichert. Allerdings lässt sich anhand der Medikation auf mögliche Krankheiten rückschließen, sodass der Datenschutz für den Patienten doch nicht gegeben ist.

IT-DIRECTOR: Wie sollte ein digitaler Wandel generell in die Unternehmensstrategie eingebunden werden?
J. Bischof:
Im Rahmen eines stringenten Digitalisierungskonzepts müssen die Verantwortlichen sinnvolle Projekte entlang der Wertschöpfungskette aufspüren. Allerdings sollte dieses Unterfangen nicht darin münden, dass Unternehmensberatern Tausende von Euro in den Rachen geworfen werden, getreu dem Motto „mach mich digital“. Vielmehr sollten die Anreize zur Digitalisierung aus den jeweiligen Unternehmen selbst kommen.

IT-DIRECTOR: Können Sie dies näher erläutern?
J. Bischof:
Die Verantwortlichen sollten zunächst einmal mit kleineren Projekten anfangen. Im nächsten Schritt sollten sie Nägel mit Köpfen machen und konstruktive Ansätze vorantreiben. Die Problematik mit Beratungshäusern: Deren Consultants stülpen den Kunden oftmals Strukturen oder Lösungen über, die entweder nicht zur Firma passen oder mit denen die betroffenen Mitarbeiter nicht umgehen können.

IT-DIRECTOR: Aus welchen weiteren Gründen können Digitalprojekte scheitern?
J. Bischof:
Nicht selten haben die Verantwortlichen mit fehlenden IT-Fachkräften zu kämpfen. Dies beginnt bei Systemadministratoren oder -architekten und endet bei fähigen Führungskräften, die das Potenzial der Digitalisierung vollständig abschätzen können.

IT-DIRECTOR: Was raten Sie an dieser Stelle?
J. Bischof:
Wissen aufbauen. Aus diesem Grund etablieren immer mehr Unternehmen eigene Digitallabore, um Know-how aufzubauen und erfolgreiche Projekte umsetzen zu können.

Außerdem sollten die Verantwortlichen stets alle Mitarbeiter in ihre Digitalisierungsvorhaben einbinden. So setzen wir in der Konica-Minolta-Akademie auf spezielle Workshops und Trainings, um die eigene Digitalisierungsstrategie voranzutreiben und alle Mitarbeiter digital „fit“ zu machen. Mit diesem Angebot sprechen wir alle Generationen an – angefangen bei den Auszubildenden bis zu den über 55-Jährigen. Seit Kurzem bieten wir diese Weiterbildungsservices auch für externe Kunden an.

IT-DIRECTOR: Benötigen „Digital Natives“ überhaupt solche Schulungen?
J. Bischof:
Auf jeden Fall. Denn sie können zwar mit Apps oder sozialen Medien umgehen, verstehen die technologischen Hintergründe und die damit verbundenen Zusammenhänge etwa hinsichtlich Cybersicherheit und Datenschutz jedoch kaum. Die meisten können weder programmieren noch wissen sie über gängige Software-Architekturen Bescheid. Der Begriff „Digital Natives“ bedeutet häufig nur, dass die Mitarbeiter der Digitalisierung offen gegenüberstehen und keine Scheu besitzen, sich mit Neuem auseinanderzusetzen.

IT-DIRECTOR: Welche Digitalprojekte werden seitens Ihrer Kunden aktuell am meisten nachgefragt?
J. Bischof:
Wir stemmen in der digitalen Fertigung regelmäßig Pilotprojekte. Hierbei erarbeiten wir als Dienstleister gemeinsam mit den Verantwortlichen mögliche Potenziale der Digitalisierung. Nicht selten lassen sich erste Vorhaben mit Standardprodukten realisieren, was die Kosten überschaubar macht. Unsere Experten nehmen die Produktion unter die Lupe und ermitteln Stellen, an denen mit wenig Aufwand und Kosten ein erfolgreiches Digitalprojekt gestartet werden kann. Dabei lassen sich bereits mit einem zweitägigen Beratungsaufwand und einem Budget von rund 25.000 Euro konkrete Machbarkeitsstudien bzw. Reifegradanalysen erstellen und die Umsetzung eines Proof of Concept realisieren.

IT-DIRECTOR: Die Industrie 4.0 scheint für Konica Minolta große Bedeutung zu besitzen
J. Bischof:
Genau, die digitale Fertigung ist mittlerweile ein sehr wichtiges Standbein für uns. Dabei setzen wir uns mit der Thematik sowohl aus Dienstleister- als auch Herstellersicht auseinander.

IT-DIRECTOR: Was bedeutet das genau?
J. Bischof:
Unser Konzern ist ein produzierendes Unternehmen. Wir betreiben weltweit mehr als 30 Produktionsstätten und wissen daher genau, wie man die diskrete Fertigung zukunftsfähig macht. So arbeitet eine Konica Minolta Fabrikationsstätte in Malaysia bereits hochautomatisiert.

In der Fertigung setzen wir auf moderne Industrie-4.0-Architekturen, die wir auch für Kundenprojekte nutzen können. Dabei bauen wir auf eigens entwickelte Sensorik, Software-Pakete oder Internet-of-Things-Komponenten (IoT). Zur Bündelung dieses Know-hows haben wir vor rund anderthalb Jahren in Darmstadt ein Zentrum für die „Digitalisierung in der Fertigung“ aufgebaut. Ein Team aus Japan, das sich intensiv mit dieser Thematik beschäftigt, berichtet ebenfalls nach Darmstadt.

IT-DIRECTOR: Worauf kommt es in der digitalen Fabrik besonders an?
J. Bischof:
Die Fertigungsstraßen bauen auf vernetzten Maschinen auf, wobei gilt: Jede Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Für die Verantwortlichen ist es daher von Vorteil zu wissen, welche Maschinenkomponenten zu welchem Zeitpunkt ausfallen könnten. Wichtig sind an dieser Stelle die vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance) und die Einhaltung der definierten Qualitätsstandards.

IT-DIRECTOR: Können Sie ein Beispiel aus der Praxis beschreiben?
J. Bischof:
Wir bieten eine breite Produktpalette rund um die optische Oberflächenkontrolle an. Auf Basis dessen haben wir Spezialkameras an Industriemaschinen installiert, die die Oberflächen der fertiggestellten Produkte nach Unebenheiten oder Fehlern absuchen. Dabei fließt unsere langjährige Erfahrung in der Optik und der digitalen Bildverarbeitung ins industrielle Umfeld ein.

IT-DIRECTOR: Gibt es weitere Anwendungsszenarien rund um das Internet der Dinge?
J. Bischof:
Bei einem Kunden brannte alle drei Monate der Motor einer Maschine durch. Deshalb prüften die Mitarbeiter vor Ort manuell bis zu drei Mal täglich die Umgebungstemperaturen der Maschine, was äußerst umständlich war. Wir konnten dieses Problem mit der Installation von Temperatursensoren, entsprechenden Alarmierungsfunktionen und Dashboards lösen.

Ein anderes Beispiel: Bei einem Kunden liefen drei Fertigungslinien parallel. Nach der Einführung einer IoT-basierten Steuerung konnte er nicht nur seine Produktivität um 40 Prozent steigern, sondern auch eine Fertigungslinie schließen, da sich die Verfügbarkeit der beiden anderen Linien deutlich erhöht hatte. Dennoch wurde die dritte Fertigungslinie nicht abgebaut, vielmehr wird diese bei Bedarf als Not- oder Reservelösung eingesetzt. Denkbar wäre deren Nutzung zudem für die Herstellung komplett neuer Produkte.

IT-DIRECTOR: Ist Deutschland führend bei Industrie 4.0?
J. Bischof:
In unseren Augen ist Deutschland noch längst kein Industrie-4.0-Land, da nur ein geringer Teil der Produktionsstätten mit digitalen Strukturen durchdrungen sind. Das heißt im Klartext: Es wird viel über Industrie 4.0 geredet, aber noch viel zu wenig getan.

IT-DIRECTOR: Woran scheitern Industrie-4.0-Projekte? Liegt es an der fehlenden Standardisierung?
J. Bischof:
Nein, fehlende Standards stellen kein Problem dar. Zwar unterscheiden sich heutige Industrieanlagen noch in vielen Dingen, sodass es Industrie 4.0 nicht aus der „Steckdose“ gibt. Aber gute Übersetzungswerkzeuge und Integrations-Software können fehlende Standards bei der Projektumsetzung kompensieren.

Momentan scheitern viele Vorhaben eher daran, dass die Verantwortlichen den ersten Schritt nicht wagen. Sie glauben, die „Digitalisierung nach dem Lehrbuch“ sei viel zu aufwendig, da sie alle Firmenbereiche und die Einbindung sämtlicher Software-Systeme zeitgleich betrachten wollen. Dass solche Mammutprojekte nicht einfach zu stemmen sind, liegt auf der Hand. Von daher sollten sich die Verantwortlichen besser auf einen Bereich wie etwa den Shopfloor konzentrieren.

IT-DIRECTOR: Wie sehen Sie die Verbindung von Industrie 4.0 mit Künstlicher Intelligenz (KI)?
J. Bischof:
Dazu vielleicht ein Beispiel: Im Shopfloor lässt sich anhand der Betriebsgeräusche erkennen, ob eine Maschine reibungslos funktioniert oder ein Ausfall unmittelbar bevorsteht. Mit geeigneten IoT-Sensoren können diese Geräusche aufgenommen und mit einem Künstliche-Intelligenz-Tool (KI) ausgewertet werden. Als Ergebnis zeigt die Software den Funktionsstatus der jeweiligen Maschine an.

IT-DIRECTOR: Was lässt sich aus der Geräuschkulisse herausfiltern?
J. Bischof:
Die Sensoren bemerken, in welchem Teil der Maschine sich ein Defekt ankündigt oder ob Sägeblätter oder Meißel stumpf werden. Mittels Machine Learning entwickelt sich das Tool selbstständig weiter und erkennt einzelne Nuancen immer besser bzw. kann Nebengeräusche effektiver ausblenden.

IT-DIRECTOR: In welchen weiteren Bereichen nutzen Sie Machine Learning und Künstliche Intelligenz?
J. Bischof:
Die Technologien spielen in allen Geschäftsbereichen eine wichtige Rolle und sind seit längerem in unseren Druckern und Multifunktionssystemen integriert. In unseren Produktionssystemen für kommerzielle Drucker sichern wir die Qualität mittels KI ab.

IT-DIRECTOR: Welchen Stellenwert besitzt die Sicherheit in der Industrie 4.0?
J. Bischof:
Nehmen wir eine Anwendung direkt aus der Fertigung: Sämtliche Roboter sind kritisch für die physische Sicherheit. Es gibt Maschinen mit Schwenkarmen, in deren Nähe sich keine Personen aufhalten dürfen. Aus diesem Grund sind diese Anlagen von Käfigen umschlossen. Speziell hierfür haben wir eine auf Laserradarsystemen basierende Sensorik entwickelt. Damit können wir die Schwenkbereiche von Robotern derart absichern, dass sie sofort innehalten, sollte ihnen jemand zu nahekommen.

Darüber hinaus besitzt die Datensicherheit in Form durchdachter Sicherheitskonzepte einen hohen Stellenwert. Wie jeder Endpunkt mit einer eigenen IP-Adresse müssen alle IoT-Devices, Kameras und Roboter entsprechend geschützt werden. Wir beschäftigen ein eigenes Team für Cybersicherheit und betreiben globale Security Operations Center. Hier bauen wir vorrangig auf Partnerlösungen auf und entwickeln keine eigene Software.

IT-DIRECTOR: Wer zählt zu Ihren Partnern?
J. Bischof:
Mit der Software des Anbieters Bitdefender sichern wir beispielsweise unsere multifunktionalen Systeme ab, darunter die USB-Schnittstellen und das Scannen bzw. Weiterleiten von Dokumenten. Die Software ist standardmäßig in allen Modellen integriert, sodass sich diese als sichere IP-basierte Endpunkte betreiben lassen. Sophos ist ein weiterer wichtiger Partner, mit dem wir vor allem das Sicherheitskonzept von Workplace Hub, einer IT-Lösung speziell für mittelständische Unternehmen, realisieren.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Darüber hinaus setzen wir CRM- und ERP-Projekte bei unseren Kunden um, darunter Lösungen mit Microsoft Dynamics NAV. Überdies bemerken wir derzeit eine erhöhte Nachfrage nach Infor-Installationen, die wir ebenfalls bedienen können. Gerade für Fertigungs- und Produktionsbetriebe besitzt diese ERP-Software mehrere Vorteile, so zum Beispiel eine sehr flexible Lizensierung.

IT-DIRECTOR: Über Industriethemen hinaus gilt Konica Minolta seit jeher als Spezialist für Digital Workplaces. Was macht modernes Arbeiten heutzutage aus?
J. Bischof:
Die Nutzer greifen zunehmend von unterwegs auf Anwendungen zu. Daraus ergibt sich, dass immer mehr digital und immer weniger papierbasierend gearbeitet wird. Vor diesem Hintergrund stellt „Office 4.0“ ein sehr wichtiges Thema für uns dar. Dabei haben wir nicht nur eine eigene Plattform für die Zusammenarbeit von Teams, sondern mit dem „Workplace Hub“ auch ein gemanagtes Mini-Rechenzentrum entwickelt. Dieses eignet sich sowohl für die Nutzung von unterwegs als auch im Büroumfeld und bietet Tools für Desksharing und Meetings. Die Lösung ähnelt einem IT-Container, der z.B. Cybersicherheit, Backup, Systemmanagement und den WLAN-Zugang beinhaltet. Dabei übernimmt Konica Minolta den Remote-Betrieb der Lösungen und kann sie in bestehende IT-Umgebungen integrieren.

IT-DIRECTOR: Welcher Grundgedanke steckt dahinter?
J. Bischof:
In vielen Unternehmen fehlen heutzutage die Kapazitäten und das Know-how, moderne Arbeitsplätze zu installieren, zu verwalten und stets auf dem neuesten Stand zu halten. Mit unseren Lösungen wollen wir die Verantwortlichen dabei entlasten.

IT-DIRECTOR: Warum fehlen so wichtige Ressourcen?
J. Bischof:
Das IT-Wissen hat sich innerhalb der letzten fünf Jahre massiv verändert. Waren Administratoren früher allein dafür zuständig, die Systeme am Laufen zu halten, müssen sie sich heute auch um Cybersicherheit und die Einhaltung von Compliance-Vorgaben kümmern. Das heißt, sie benötigen ein deutlich erweitertes Wissensspektrum und müssen dieses auch in der gesamten Breite und Tiefe up to date halten. Aus diesem Grund setzen die Unternehmen zunehmend auch auf externe Dienstleister und deren Experten. In der Praxis werden daher Cloud-Lösungen immer wichtiger, bei denen das Management an solche externen Spezialisten ausgelagert wird. Auch Konica Minolta bietet dazu verschiedene Varianten an, angefangen beim klassischen IT Services Outsourcing bis zu voll gemanagten Cloud-Lösungen mit allen hybriden Zwischenstufen.

IT-DIRECTOR: Können Sie ein Beispiel für einen Cloud-Service beschreiben?
J. Bischof:
Für die Nutzung unseres „Workplace as a Service“ müssen die Kunden keine Anfangsinvestitionen tätigen. Bei der hybriden Cloud-Version realisieren wir das Backup entweder in der Cloud oder auf On-Premises-Servern. Neben der Software installieren wir die benötigte Hardware bei den Kunden, wobei sie auch dafür nur eine monatliche Gebühr bezahlen. Das System wird um die Hardware-Wartung ergänzt und wir integrieren vorhandene Systeme wie die Finanzbuchhaltung oder Warenwirtschaft. Konica Minolta besitzt eigene Rechenzentren, in denen wir solche Lösungen für unsere Kunden betreiben.

IT-DIRECTOR: Wurde die „Workplace of the Future“ Lösung Workplace Hub in Europa entwickelt?
J. Bischof:
Generell handelt es sich bei unserem Workplace Hub um ein weltweites Angebot, das in unserem europäischen Business Innovation Center entwickelt wurde.

Zwar sitzt unsere Entwicklungsabteilung mit einigen Tausend Mitarbeitern zentral in Japan, allerdings fehlt diesen oftmals der Einblick in lokale Märkte. Aus diesem Grund haben wir spezielle Innovationszentren, darunter in Europa, im Silicon Valley und in Shanghai ins Leben gerufen. Gemeinsam mit den Kunden entwickeln wir in Think Tanks praxisgerechte Lösungen.

IT-DIRECTOR: Welche weiteren Produkte entstammen dem europäischen Innovationszentrum?
J. Bischof:
Die industrietauglichen Smart Glasses „AIRe Lens“. Sie eignen sich für alle Tätigkeiten, bei denen Mitarbeiter freie Hände brauchen. Dabei kann es sowohl um Lager- und Logistikprozesse als auch um die Montage oder Wartung komplexer Anlagen gehen. Über die smarte Brille erhalten die Servicemitarbeiter die Anweisungen für jeden einzelnen Handgriff. Über eine eingebaute Kamera können zudem internationale Spezialisten den Mitarbeitern bei ihrer Tätigkeit „über die Schulter“ schauen und Hilfestellungen geben. So lässt sich auch die Qualitätssicherung erheblich verbessern.

IT-DIRECTOR: Worauf kam es bei der Entwicklung der Smart Glasses an?
J. Bischof:
Auf Tragekomfort, Robustheit und Leistungsfähigkeit, da die Mitarbeiter ein leichtes, aber dennoch effektives Gerät brauchen. Auch müssen sich Schutzbrillen oder optische Brillen integrieren lassen, weshalb das Gestell der AIRe Lens entsprechend gestaltet sein muss.

Ein weiteres Argument, das für die Augmented-Reality-Brille (AR) spricht: Wir haben die leistungsfähige CPU nicht ins Brillengestell eingebaut, sondern die Mitarbeiter tragen die Recheneinheit als Clip am Gürtel. Der Akku der Brille hält sehr lange, sodass die Nutzung über einen kompletten Acht-Stunden-Tag möglich ist. Nicht zuletzt haben wir für die Pick-Arbeitsplätze im Lager auch einen Barcode-Scanner integriert.

IT-DIRECTOR: Aktuell spricht alle Welt von Nachhaltigkeit. Was bedeutet dies für die Entwicklung Ihrer Systeme?
J. Bischof:
Der Anteil nachhaltiger Produkte macht rund 64 Prozent unseres gesamten Sortiments aus. Dabei bestehen die Kunststoffteile der neuen Produktlinien vielfach aus Recyclingmaterialien. Dies ist nicht immer einfach umzusetzen, da das Material vor der Wiederverwendung zunächst granuliert werden muss. Auch sind die recycelten Rohstoffe im Einkauf deutlich teurer als originale Rohstoffe.

Trotzdem sieht unsere 2015 festgelegte Ökovision vor, dass wir unsere CO2-Emissionen um bis zu 80 Prozent senken wollen. Aktuell konnten wir dabei schon über 50 Prozent unserer Emissionen seit 2005 einsparen.


Johannes Bischof
Alter: 59 Jahre
Werdegang: Nach einer fundierten kaufmännischen und technischen Ausbildung seit knapp 40 Jahren in unterschiedlichen Bereichen in der IT-Branche tätig.
Derzeitige Position: Geschäftsführer der Konica Minolta Business Solutions Deutschland GmbH in Langenhagen
Hobbys: Golf und Farming


Bildquelle: Euromediahaus Fotocentrum

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok