Intensive Berichterstattung wegen Affilate-Links

So funktioniert der Hype um den Prime Day

Warum haben die Online-Medien eigentlich so intensiv über Amazons Prime Day berichtet? Doch nicht etwa weil sie daran mitverdienen?

  • Deutsches Nachrichtenmagazin setzt auf Links, Links, Links.

Erschöpft vom Prime Day bei Amazon? Schnäppchen gemacht? Natürlich waren es Schnäppchen, die Illusion wollen wir gar nicht nehmen. Falls Sie es doch genauer wissen wollen, die Verbraucherzentrale NRW informiert gründlich - und kritisch.

Fast alle anderen deutschen Online-Medien überschlugen sich euphorisch im Hype über die Rabattschlacht. Geschicktes Marketing seitens Amazon - sicherlich. Hut ab, wer es schafft, solch ein zweites Weihnachtsgeschäft im Sommerloch aus dem Boden zu stampfen.

Aber es gibt da noch eine Sache, die viele Verbraucher nicht wissen: Die meisten Medien arbeiten mit Amazon zusammen, im Rahmen des Partner-Programms. Dabei geht es um sogenannte Affiliate-Links: Im Artikel der Fachpresse wird ein Link auf das besprochene Produkt bei Amazon gesetzt, folgt der Leser dem Link und kauft das Produkt, erhält der Link-setzende Partner von Amazon eine Provision im einstelligen Prozentbereich. Auführlich erklärt das System der Guardian.

Das ganze muss laut Rechtslage gekennzeichnet werden, wie genau ist aber schwammig definiert. Ein informatives Interview hierzu bei den Blogrebellen. (Zur Kennzeichnungspflicht von Affiliate-Links siehe die letzte Antwort).

Nun ist das ganze nicht verwerflich. Viele gute Blogs können dank Affiliate-Programmen überleben und darbende Medienhäuser können eine wichtige Einnahmequelle entwickeln. Daher ist der Prime Day eine super Gelegenheit, mittels hochgefahrener Berichterstattung die Provisiönchen zu kassieren.

 

 

Die Fakten zum gestrigen Prime Day:

  • stärkster Verkaufstag aller Zeiten bei Amazon.de
  • mehr als 7 Millionen Produkte verkauft.
  • erfolgreicher als jeder Cyber Monday oder der Black Friday.
  • übertrifft deutlich den bisher erfolgreichsten Tag, den 14. Dezember 2015, an dem 5,4 Millionen Produkte verkauft wurden.

Die Top-Seller waren:
•    Fire TV Stick
•    Kindle Paperwhite
•    Tefal Edelstahl-Pfanne by Jamie Oliver

Kunden kauften außerdem:
•    Mehr als 255.000 Brettspiele, Kuscheltiere und andere Spielwaren
•    Mehr als 275.000 Paar Schuhe
•    Mehr als 84.000 Parfums
•    Mehr als 39.000 Packungen Süßigkeiten
•    Mehr als 25.000 elektrische Zahnbürsten
•    Mehr als 23.000 Kopfhörer

 Bildquelle: Thinkstock / Digital Vision // Screenshot / Focus

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