Das Expertengremium im Detail

So sieht der Digitalrat der Bundesregierung aus

Die Bundesregierung hat bekannt gegeben, sich fortan von einem Expertengremium beraten zu lassen. So ist der neue Digitalrat zusammengesetzt.

Silhouetten einer Expertengruppe

Der Digitalrat soll der Regierung nicht nur mit seiner fachlichen Expertise zu Seite stehen, sondern auch unbequeme Fragen stellen und Debatten anheizen. ((Symbolbild))

Die Gründung des neuen Komitees wurde erst gestern bekannt gegeben und trotzdem dürfte bereits klar sein, dass die ehrenamtliche Arbeitsgruppe jede Menge zu tun haben wird. Fakt ist, dass die Regierung aktuell an vielen Baustellen hinterher hinkt und dementsprechend eine Menge Pläne hat, diese Defizite auch wieder aufzuholen. Der Breitband- und 5G-Ausbau will weiter vorangebracht, eine Strategie für Künstliche Intelligenz umgesetzt und die Digitalisierung der Verwaltung realisiert werden. Kurz: Es gibt viel zu tun.

Damit die Prioritäten in Anbetracht all dieser Herausforderungen nicht allzu sehr durcheinander geraten, soll der neue Digitalrat zweimal im Jahr mit der Bundeskanzlerin und anderen Mitgliedern der Regierung tagen und darüber hinaus auch noch eine eigene Sitzung abhalten. Das Vorhaben war bereits Teil des Koalitionsvertrages. Die Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft sollen der Bundesregierung nicht nur mit ihrer fachlichen Expertise zu Seite stehen, sondern auch unbequeme Fragen stellen und Debatten anheizen.

Der Digitalrat setzt sich dabei folgenermaßen zusammen:

  • An der Spitze steht mit Dr. Katrin Suder eine politikerfahrene Expertin, die zuletzt noch als Staatssekretärin für das  Bundesministerium der Verteidigung tätig war und als enge Vertraute von Ursula von der Leyen gilt.
  • Hans-Christian Boos, Gründer und CEO des Automatisierungsspezialisten Arago, bringt handfeste Kompetenzen bei Fragen zur Künstlichen Intelligenz und Wirtschaft in den Digitalrat ein.
  • An der Schnittstelle von Recht und Technologie soll Prof. Dr. Urs Gasser als Fachmann eingesetzt werden, der hauptberuflich als Direktor des Berkman Klein Center for Internet & Society an der Harvard University und Professor an der Harvard Law School tätig ist.
  • Als Gründerin und Geschäftsführerin der Heartbeat Labs GmbH, einer Startup-Plattform für digitale Gesundheit, bringt Stephanie Kaiser wertvolle Kompetenzen für die Digitalisierung des Gesundheitswesens mit.
  • Dr. Ijad Madisch ist als Mediziner, Informatiker und Gründer des Onlinenetzwerks ResearchGate ebenfalls auf entscheidenden Feldern der Wissenschaft bewandert.
  • Als Professor für „Internet Governance and Regulation” am Oxford Internet Institute kann Viktor Mayer-Schönberger den Rat um juristisches Know-how bereichern. Der gebürtige Salzburger ist zudem Big-Data-Experte.
  • Beth Simone Noveck war unter anderem Technologiebeauftrage im Weißen Haus, Rechtsprofessorin an der New York Law School und Leiterin der Open Government Initiative.
  • Für die Digitalisierung der Verwaltung und Behörden gilt Prof. Dr. Peter Parycek als Profi, der unter anderem Vorstandsmitglied beim „Nationalen E-Government Kompetenzzentrum” und Leiter des „Department für Electronic-Governance in Wirtschaft und Verwaltung” an der Donau-Universität Krems ist.
  • Im Bildungssektor ist Prof. Dr. Ada Pellert als Fachfrau für digitale Angelegenheiten aktiv, unter anderem als Vorsitzende des Vorstands der Kooperationsplattform "Digitale Hochschule NRW" und Rektorin der Fernuniversität in Hagen.
  • Dr. Andreas Weigend gilt als Datenexperte und erforscht die Veränderungen durch die Social-Data-Revolution und deren Einfluss auf die Einkaufs- und Lifestyle-Entscheidungen von Verbrauchern. Er lehrt an der Stanford University und an der University of California in Berkeley.

„Wir begrüßen sehr, dass die Bundesregierung beim Thema Digitalisierung den Rat von außen sucht und auf Experten aus Wissenschaft und Praxis setzt. Der jetzt vorgestellte Digitalrat kann die etablierten Organisationen und Institutionen in der Verbands- und Wissenschaftslandschaft sehr gut ergänzen und zusätzliche Impulse geben”, teilte Bitkom-Präsident Achim Berg mit. Oliver Süme, Vorstandsvorsitzender des Internetverbandes Eco, begrüßt die Entwicklung ebenfalls, fordert aber rasches Handeln: „Die Zeit des Redens ist vorbei. Der Digitalisierungszug fährt. Die Bundesregierung muss jetzt längst überfällige Antworten auf drängende Fragen zur Zukunft des Digitalstandorts Deutschland geben.” Die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe (DSAG) sieht klare Defizite in den Plänen: Der direkte Austausch zwischen Wirtschaft und Politik sei ein wichtiger Schritt, reiche in dieser Form aber noch nicht aus, so Vorstandsvorsitzender Marco Lenck.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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